Spinnennetz

Die Spinnennetz-Methode ist ein wirkungsvolles Instrument zur Identifikation neuer Betriebsratskandidat*innen und zur gezielten strategischen Vernetzung innerhalb der Belegschaft. Durch die Visualisierung von Netzwerken wird sichtbar, welche Mitarbeitenden als Multiplikatoren oder potenzielle Kandidat*innen für die Betriebsratswahl in Frage kommen. Es entsteht eine transparente Übersicht über interne Strukturen und erleichtert die Entwicklung wirksamer Maßnahmen zur Gewinnung neuer Engagierter.

Sinn und Zweck

  • Die Methode hilft, potenzielle Kandidat*innen für die Betriebsratswahl zu identifizieren und gezielt anzusprechen.
  • Durch die Netzwerkvisualisierung werden bestehende Verbindungen sichtbar gemacht und zeigen, welche Personen bereits Einfluss haben oder als Multiplikatoren dienen können.
  • Aufbau eines strategischen Netzwerks, das Multiplikator*innen und Unterstützer*innen sichtbar macht. Verbesserung der internen Vernetzung und Stärkung des kollektiven Engagements in der Belegschaft.
  • Entwicklung konkreter Maßnahmen zur gezielten Ansprache und Einbindung neuer Talente.

Ressourcen (Raum, Material u.a.)

  • Raum: Ein großer, flexibler Raum, in dem eine lange Wand aus Packpapier oder mehrere Flipchart-Blätter angebracht werden können.
  • Material:
    • Packpapier oder Flipchart-Blätter für die Netzwerkwand.
    • Post-its oder Moderationskarten in verschiedenen Farben zur Unterscheidung der Schlüsselgruppen.
    • Marker, Stifte und ggf. Klebeband, um die Karten und Verbindungslinien zu befestigen.
    • Technik (optional): Digitales Whiteboard-Tool (z. B. Miro) für hybride oder virtuelle Umsetzungen.

Ablauf

1. Vorbereitung der Netzwerkwand:
  • Bereite eine lange Wand mit Packpapier oder Flipchart-Blättern vor.
  • Lege Post-its oder Moderationskarten in verschiedenen Farben bereit.
2. Erstellen einer Liste der Schlüsselgruppen
  • Erstelle gemeinsam mit den TN eine Liste der Schlüsselgruppen (z.  Schichtarbeiter, Verwaltung, Azubis).
  • Weise jeder Gruppe eine bestimmte Farbe oder ein Symbol zu.
3. Identifikation zentraler Akteur*innen:
  • Alle schreiben ihren eigenen Namen auf eine Karte und platziert diese zentral an der Wand
  • Die Moderation fragt: „Wer könnte für die Betriebsratsarbeit aktiv werden?“
  • Genannte Namen werden auf Karten geschrieben und – abhängig von der Bekanntheit – näher am Zentrum oder weiter außen an der Wand positioniert.
4. Erweiterung des Netzwerks:
  • Erfasse zusätzlich Namen von Personen, die gern in die Arbeit einbezogen werden sollen und oder als Multiplikatoren in Frage kommen. Aabhängig davon, wie gut sie bekannt sind, werden sie an der Wand in Relation zu den zentralen Akteur*innen verortet.
  • Zusätzlich werden Personen identifiziert, die die Teilnehmenden noch gerne in die Arbeit einbinden möchten.
5. Verknüpfung und Strategieentwicklung:
  • Alle treten einen Schritt zurück und betrachten die Wand.
  • Mit Verbindungslinien werden Beziehungen zwischen den Karten dokumentiert, während die Moderation fragt: „Wer kennt wen? Wer hat Einfluss und Expertise? Wer kann Fortschritt verhindern oder beschleunigen?
  • Die Moderation leitet eine Reflexion an, in der Fragen gestellt werden wie:
    • „Wer hat Einfluss und Expertise?“
    • „Wer kann Fortschritt verhindern oder beschleunigen?“
  • Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen werden gezielte Strategien entwickelt, um neue Talente für den Betriebsrat zu gewinnen und mögliche Hindernisse zu umgehen.

Tipps und Stolperfallen

  • Diese Methode kann auch digital in einer Webkonferenz z. B. mit dem begleitenden Tool Miro umgesetzt werden.
  • Unklare Anweisungen zur Bedeutung der Farben/Symbole können zu Missverständnissen führen.
  • Wenn zu wenige Teilnehmer ihre Meinung einbringen, bleibt das Netzwerk unvollständig.

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Aufgaben
Analysieren
Planen und entwickeln
Konflikte bearbeiten
Kontext
Betriebsrat
Vertrauensleute
Arbeitgeber
Mitgliederbeteiligung
Krisen in Unternehmen
Schwierigkeit
mittel
Gruppengröße
klein
mittel
Kanal
analog
digital
Dauer
Tool

Legende

  • Icebreaker: Kurze Formate, die zu Beginn von Veranstaltungen das Klima auflockern und für eine positive Stimmung sorgen. Sie können auch nach Pausen (Warmup/Energizer) eingesetzt werden.
  • Informieren: Zusammenstellung bzw. Vermittlung von Informationen, oft als Grundlage für folgende Beteiligung.
  • Aktivieren: Gewinnung von Beteiligten bzw. Motivation für ein Thema bzw. Anliegen.
  • Diskussion starten: Einstieg in  dialogische Prozesse mit dem Ziel, alle Anwesenden einzubeziehen.
  • Meinungen und Reaktionen: Formate, die möglichst viele Beteiligte dazu motivieren, ihre Sichtweise mit der Gruppe zu teilen.
  • Analysieren: Gemeinsames Verständnis für eine Situation, einen Konflikt oder eine Herausforderung entwickeln.
  • Planen und entwickeln: Formate, die die Erarbeitung gemeinsamer Strategien ermöglichen.
  • Entscheiden: Formate, die Abstimmungen oder Meinungsbilder ermöglichen.
  • Vernetzen: Formate, die Beteiligte miteinander in den aktiven Austausch bringen.
  • Längerfristig zusammenarbeiten: Formate mit dem Ziel, auch nach dem unmittelbaren Austausch gemeinsam Ziele zu realisieren.
  • Konflikte bearbeiten: Formate, die einen wertschätzenden Austausch zu Konfliktthemen ermöglichen.
  • Betriebserschließung: Formate, die sich in der Aktivierung von Beschäftigten in noch nicht erschlossenen Betrieben einsetzen lassen.
  • Betriebsrat: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Betriebsrat.
  • Vertrauensleute: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Vertrauenskörper.
  • Arbeitgeber: Formate, die Arbeitgeber zur Beteiligung der Belegschaft nutzen können.
  • Mitgliederbeteiligung: Formate zur Beteiligung von Mitgliedern der Gewerkschaft außerhalb von Betrieben.
  • Mitgliederwerbung: Formate, die im Kontext von Werbemaßnahmen hilfreich sein können.
  • Tarifverhandlungen: Formate zur Vorbereitung oder Begleitung von Tarifverhandlungen in der Fläche oder im Betrieb.
  • Krisen in Unternehmen: Formate zur Begleitung von krisenbedingten Verhandlungen in Unternehmen durch Betriebsrat oder Gewerkschaft.
  • gering: Das Format kann von Menschen mit etwas Moderationserfahrung aber ohne spezifische Vorkenntnisse umgesetzt werden.
  • mittel: Die Moderation sollte über einschlägige Erfahrung verfügen bzw sich anhand der Tipps sorgfältig vorbereiten.
  • hoch: Praktische Erfahrung mit diesem Format ist erforderlich, evtl. ist eine externe Moderation zu prüfen.
  • Analog: Formate, die gemeinsam in Präsenz an einem Ort durchgeführt werden.
  • Hybrid: Formate, die auch hybrid möglich sind, bei denen also ein Teil der Mitwirkenden vor Ort ist, ein anderer Teil digital zugeschaltet werden kann.
  • Digital: Formate für den digitalen Raum (z.B. in Online-Foren oder Video-Calls.
  • klein: Gruppen von unter 8 Personen.
  • mittel: Typische Gruppengrößen zwischen ca. 8 und 40 Personen.
  • groß: Großgruppen über 40 Personen.
  • Tool: Kleine Tools, um bestimmte Aufgaben (Gruppeneinteilung, Meinungsbilder, etc.) in einem Prozess zu bewältigen. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten.
  • Unter 2 Stunden: Kürzere Formate, die im Normalfall in eine typische Veranstaltung integriert werden können.
  • Halber Tag: Formate, die in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden benötigen.
  • Eintägig: Größere Formate, die zwischen 4 und 8 Stunden Zeit benötigen und als eigenständige Tagesveranstaltung konzipiert sind.
  • Mehrere Tage: Komplette Prozess-Formate, die aus mehreren Bausteinen bestehen, die oftmals auch mit einem bestimmten zeitlichen Abstand aufeinander folgen sollen.