Partizipatives Backcasting

Beim Partizipativen Backcasting geht es darum, eine gemeinsame Vision zu entwickeln, welche den gewünschten Zustand zu einem konkreten Zeitpunkt beschreibt. Dabei wird anders als bei vielen anderen Methoden nicht von der Gegenwart in die Zukunft gedacht, sondern ausgehend von der Idee einer wünschenswerten Zukunft rückwärts bis in die Gegenwart geplant.  

Sinn und Zweck

  • Über Grenzen denken: Die Rückwärtsplanung eröffnet neue Denkwege und führt oft zu innovativen Maßnahmen. Der Fokus liegt auf der Frage „Was müssen wir tun, damit …?“ statt „Was können wir morgen tun?“ 
  • Komplexe Probleme sichtbar machen: Durch die Rückwärtsplanung wird sichtbar, welche strukturellen Veränderungen notwendig sind. 
  • Vielfalt an Perspektiven: Unterschiedliche Gruppen bringen ihre Sichtweisen, Erfahrungen und Interessen ein. Dies fördert die Legitimität und Akzeptanz der einzelnen Maßnahmen. 

Ressourcen (Raum, Material u.a.)

Raum: 
  • Moderationsraum mit ausreichend Platz für Bewegung: Individuell und je nach Gruppengröße und -zusammensetzung ist es sinnvoll, im Plenum oder in Kleingruppen zu arbeiten. 
  • Flexible Sitzordnung: es sollte einfach möglich sein, in Stuhlkreise oder Gruppentische zu wechseln 
 Material: 
  • Flipchart, Pinnwand oder ähnliches 
  • Notizzettel und Stifte 
  • Zeitstrahl Vorlagen bzw. große Papierbahnen

Ablauf

1. Vision entwickeln
  • Zunächst entwerfen alle Teilnehmenden zusammen ein Bild eines erstrebenswerten künftigen Idealzustandes.
  • Die nötigen Vor- oder Rahmenbedingen zur Umsetzung dieses Zustandes werden zunächst vernachlässigt.
2. Rahmenbedingungen analysieren
  • Anschließend wird sich mit den Rahmenbedingungen, die die Erreichung des Idealzustandes behindern oder auch begünstigen können, auseinandergesetzt.
  • Dazu werden alle relevanten Trends analysiert, z. B. demografische Entwicklungen, technologische Innovationen oder politische Rahmenbedingungen, die einen Einfluss auf das Projekt nehmen können.
  • Die Diversität der Teilnehmenden ist hierbei entscheidend, um unterschiedliche Werte, Interessen und Wissensbestände einzubeziehen.
3. Schritte rückwärts planen
  • Rückbetrachtend aus der Perspektive einer erfolgreichen/erwünschten Entwicklung erstellen die Teilnehmenden gemeinsam genau definierte Zeitschritte zurück in den gegenwärtigen Zustand.
  • Für jeden Schritt werden dann Rahmenbedingungen bearbeitet, die die Verwirklichung der Zukunftsvision ermöglichen.
4. Entwicklung konkreter Maßnahmen und Strategien
  • Abschließend erstellen die Teilnehmenden einen detaillierten Aktionsplan.
  • Dieser kann die einzelnen Maßnahmen in kurz-, mittel- und langfristig unterteilen und Maßnahmen konkreten Akteuren zuordnen, die für deren Umsetzung verantwortlich sind.

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Aufgaben
Analysieren
Planen und entwickeln
Konflikte bearbeiten
Kontext
Betriebserschließung
Betriebsrat
Vertrauensleute
Arbeitgeber
Mitgliederbeteiligung
Schwierigkeit
mittel
Gruppengröße
mittel
groß
Kanal
analog
Dauer
Eintägig

Legende

  • Icebreaker: Kurze Formate, die zu Beginn von Veranstaltungen das Klima auflockern und für eine positive Stimmung sorgen. Sie können auch nach Pausen (Warmup/Energizer) eingesetzt werden.
  • Informieren: Zusammenstellung bzw. Vermittlung von Informationen, oft als Grundlage für folgende Beteiligung.
  • Aktivieren: Gewinnung von Beteiligten bzw. Motivation für ein Thema bzw. Anliegen.
  • Diskussion starten: Einstieg in  dialogische Prozesse mit dem Ziel, alle Anwesenden einzubeziehen.
  • Meinungen und Reaktionen: Formate, die möglichst viele Beteiligte dazu motivieren, ihre Sichtweise mit der Gruppe zu teilen.
  • Analysieren: Gemeinsames Verständnis für eine Situation, einen Konflikt oder eine Herausforderung entwickeln.
  • Planen und entwickeln: Formate, die die Erarbeitung gemeinsamer Strategien ermöglichen.
  • Entscheiden: Formate, die Abstimmungen oder Meinungsbilder ermöglichen.
  • Vernetzen: Formate, die Beteiligte miteinander in den aktiven Austausch bringen.
  • Längerfristig zusammenarbeiten: Formate mit dem Ziel, auch nach dem unmittelbaren Austausch gemeinsam Ziele zu realisieren.
  • Konflikte bearbeiten: Formate, die einen wertschätzenden Austausch zu Konfliktthemen ermöglichen.
  • Betriebserschließung: Formate, die sich in der Aktivierung von Beschäftigten in noch nicht erschlossenen Betrieben einsetzen lassen.
  • Betriebsrat: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Betriebsrat.
  • Vertrauensleute: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Vertrauenskörper.
  • Arbeitgeber: Formate, die Arbeitgeber zur Beteiligung der Belegschaft nutzen können.
  • Mitgliederbeteiligung: Formate zur Beteiligung von Mitgliedern der Gewerkschaft außerhalb von Betrieben.
  • Mitgliederwerbung: Formate, die im Kontext von Werbemaßnahmen hilfreich sein können.
  • Tarifverhandlungen: Formate zur Vorbereitung oder Begleitung von Tarifverhandlungen in der Fläche oder im Betrieb.
  • Krisen in Unternehmen: Formate zur Begleitung von krisenbedingten Verhandlungen in Unternehmen durch Betriebsrat oder Gewerkschaft.
  • gering: Das Format kann von Menschen mit etwas Moderationserfahrung aber ohne spezifische Vorkenntnisse umgesetzt werden.
  • mittel: Die Moderation sollte über einschlägige Erfahrung verfügen bzw sich anhand der Tipps sorgfältig vorbereiten.
  • hoch: Praktische Erfahrung mit diesem Format ist erforderlich, evtl. ist eine externe Moderation zu prüfen.
  • Analog: Formate, die gemeinsam in Präsenz an einem Ort durchgeführt werden.
  • Hybrid: Formate, die auch hybrid möglich sind, bei denen also ein Teil der Mitwirkenden vor Ort ist, ein anderer Teil digital zugeschaltet werden kann.
  • Digital: Formate für den digitalen Raum (z.B. in Online-Foren oder Video-Calls.
  • klein: Gruppen von unter 8 Personen.
  • mittel: Typische Gruppengrößen zwischen ca. 8 und 40 Personen.
  • groß: Großgruppen über 40 Personen.
  • Tool: Kleine Tools, um bestimmte Aufgaben (Gruppeneinteilung, Meinungsbilder, etc.) in einem Prozess zu bewältigen. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten.
  • Unter 2 Stunden: Kürzere Formate, die im Normalfall in eine typische Veranstaltung integriert werden können.
  • Halber Tag: Formate, die in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden benötigen.
  • Eintägig: Größere Formate, die zwischen 4 und 8 Stunden Zeit benötigen und als eigenständige Tagesveranstaltung konzipiert sind.
  • Mehrere Tage: Komplette Prozess-Formate, die aus mehreren Bausteinen bestehen, die oftmals auch mit einem bestimmten zeitlichen Abstand aufeinander folgen sollen.
Ähnlich: Kopfstand
Die Methode „Kopfstand“ versucht mit Hilfe des Gegensatzprinzips, die Lösung zu einem Problem zu finden. Die ursprüngliche Fragestellung wird auf den Kopf gestellt und es findet ein Perspektivwechsel statt.
Ähnlich: Paradoxe Intervention
Die Paradoxe Intervention ist eine kreative Fragetechnik, die ihren Ursprung in der Psychotherapie hat. Im Kontext von Gruppenprozessen, Projektarbeit oder Mediation kann sie helfen, Probleme sichtbar zu machen und Handlungsoptionen zu entwickeln.