One Take

Einfach anfangen ist gerade bei Veränderungsprozessen der entscheidende Schritt, um ins Handeln zu kommen. Mit dem One Take Ansatz suchen Gruppen gemeinsam nach solchen Einstiegen. 

Die Methode setzt den Fokus auf Maßnahmen, die sofort und ohne fremde Hilfe oder Ressourcen umgesetzt werden können. Sie hilft Gruppen dabei, sich auf das zu konzentrieren, was im eigenen Einflussbereich liegt, statt auf die Dinge, die sie ohnehin nicht ändern können. Durch eine einfache Frage wird die Unterhaltung auf das gelenkt, was getan werden kann. 

Sinn und Zweck

  • Partizipation und Motivation: Durch den Fokus auf niedrigschwellige Maßnahmen werden Teilnehmende motiviert und können sich unmittelbar einbringen. Im Gegensatz zu großen Veränderungsprozessen müssen sich die Teilnehmenden bei der One Take-Methode nicht erst mit zahlreichen Problemen, Herausforderungen und Hindernissen beschäftigen, sondern bekommen eine Möglichkeit, sich direkt einzubringen. 
  • Kreativität fördern: Da keine zusätzlichen Ressourcen genutzt werden können, sondern ausschließlich mit vorhandenen Mitteln gearbeitet wird, müssen Teilnehmende oft kreativ werden, um Vorhaben umzusetzen 
  • Schnelle Veränderungen: Am Ende des One Takes nimmt jede Person eine konkrete Aufgabe mit, die sie schnellstmöglich umsetzt.  

Ressourcen (Raum, Material u.a.)

Raum:  
  • Raum in dem sowohl die Arbeit in 4er-Gruppen als auch im Plenum möglich ist. 
  • Alternativ können sich die Arbeitsgruppen auch auf mehrere Räume verteilen. 
 Material: 
  • Papier und Stift zum Brainstorming und Entwickeln von Ideen. 
  • Flipchart oder ähnliches zur Dokumentation der Ergebnisse. 

Ablauf

1. Problem festlegen  
  • Die Moderation benennt das Thema bzw. Problemfeld, auf das sich alle Gruppen konzentrieren sollen.  
  • Beispiel: "Wie können wir die Kommunikation im Team verbessern?" 
 2. Ideenfindung in Kleingruppen  
  • Teilnehmende bilden Vierergruppen. 
  • Jeder entwickelt still für sich eine Liste mit möglichen One Takes – also Ideen, die sofort und eigenständig umsetzbar sind (ohne Budget, Genehmigungen o. ä.). 
  • Anschließend stellt jeder in der Gruppe die eigenen Vorschläge vor. 
  • Gemeinsam wird in der Vierergruppe diskutiert: Welche Ideen sind besonders wirksam? Welche Maßnahmen sind realistisch und motivierend? 
  • Die Gruppe einigt sich auf 1–3 priorisierte One Takes. 
 3. Präsentation und Austausch im Plenum  
  • Jede Gruppe stellt ihre priorisierten Vorschläge vor. 
  • Es folgt ein kurzer, strukturierter Austausch über Gemeinsamkeiten, Überraschungen oder Konflikte. 
  • Die Moderation dokumentiert zentrale Maßnahmen sichtbar (z. B. auf Flipchart oder digital).  
4. Verbindlichkeit schaffen: Umsetzung (Abschluss, 10 Min.) 
  • Jede Person wählt eine konkrete Maßnahme, die sie in den nächsten Tagen umsetzt. 
  • Diese Aufgabe wird aufgeschrieben oder öffentlich bekannt gemacht (je nach Setting). 
  • Optional: Termin zur Rückschau vereinbaren (z. B. in 2 Wochen). 

Tipps und Stolperfallen

  • One Takes dürfen nicht von anderen abhängig sein – Eigenverantwortung steht im Fokus. 
  • Die Methode eignet sich nicht für tiefgreifende Strategien, sondern für erste praktische Schritte. 
  • Eine Folgesitzung zur Reflexion der Umsetzung stärkt Nachhaltigkeit und Ernsthaftigkeit. 
  • Gruppengröße in der Ideenphase idealerweise vier Personen – genug für Vielfalt, klein genug für echten Austausch. Aber selbstverständlich sind auch andere Gruppengrößen denkbar.  

 

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Aufgaben
Aktivieren
Kontext
Betriebserschließung
Betriebsrat
Vertrauensleute
Krisen in Unternehmen
Schwierigkeit
gering
Gruppengröße
mittel
Kanal
analog
Dauer
Unter 2 Stunden

Legende

  • Icebreaker: Kurze Formate, die zu Beginn von Veranstaltungen das Klima auflockern und für eine positive Stimmung sorgen. Sie können auch nach Pausen (Warmup/Energizer) eingesetzt werden.
  • Informieren: Zusammenstellung bzw. Vermittlung von Informationen, oft als Grundlage für folgende Beteiligung.
  • Aktivieren: Gewinnung von Beteiligten bzw. Motivation für ein Thema bzw. Anliegen.
  • Diskussion starten: Einstieg in  dialogische Prozesse mit dem Ziel, alle Anwesenden einzubeziehen.
  • Meinungen und Reaktionen: Formate, die möglichst viele Beteiligte dazu motivieren, ihre Sichtweise mit der Gruppe zu teilen.
  • Analysieren: Gemeinsames Verständnis für eine Situation, einen Konflikt oder eine Herausforderung entwickeln.
  • Planen und entwickeln: Formate, die die Erarbeitung gemeinsamer Strategien ermöglichen.
  • Entscheiden: Formate, die Abstimmungen oder Meinungsbilder ermöglichen.
  • Vernetzen: Formate, die Beteiligte miteinander in den aktiven Austausch bringen.
  • Längerfristig zusammenarbeiten: Formate mit dem Ziel, auch nach dem unmittelbaren Austausch gemeinsam Ziele zu realisieren.
  • Konflikte bearbeiten: Formate, die einen wertschätzenden Austausch zu Konfliktthemen ermöglichen.
  • Betriebserschließung: Formate, die sich in der Aktivierung von Beschäftigten in noch nicht erschlossenen Betrieben einsetzen lassen.
  • Betriebsrat: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Betriebsrat.
  • Vertrauensleute: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Vertrauenskörper.
  • Arbeitgeber: Formate, die Arbeitgeber zur Beteiligung der Belegschaft nutzen können.
  • Mitgliederbeteiligung: Formate zur Beteiligung von Mitgliedern der Gewerkschaft außerhalb von Betrieben.
  • Mitgliederwerbung: Formate, die im Kontext von Werbemaßnahmen hilfreich sein können.
  • Tarifverhandlungen: Formate zur Vorbereitung oder Begleitung von Tarifverhandlungen in der Fläche oder im Betrieb.
  • Krisen in Unternehmen: Formate zur Begleitung von krisenbedingten Verhandlungen in Unternehmen durch Betriebsrat oder Gewerkschaft.
  • gering: Das Format kann von Menschen mit etwas Moderationserfahrung aber ohne spezifische Vorkenntnisse umgesetzt werden.
  • mittel: Die Moderation sollte über einschlägige Erfahrung verfügen bzw sich anhand der Tipps sorgfältig vorbereiten.
  • hoch: Praktische Erfahrung mit diesem Format ist erforderlich, evtl. ist eine externe Moderation zu prüfen.
  • Analog: Formate, die gemeinsam in Präsenz an einem Ort durchgeführt werden.
  • Hybrid: Formate, die auch hybrid möglich sind, bei denen also ein Teil der Mitwirkenden vor Ort ist, ein anderer Teil digital zugeschaltet werden kann.
  • Digital: Formate für den digitalen Raum (z.B. in Online-Foren oder Video-Calls.
  • klein: Gruppen von unter 8 Personen.
  • mittel: Typische Gruppengrößen zwischen ca. 8 und 40 Personen.
  • groß: Großgruppen über 40 Personen.
  • Tool: Kleine Tools, um bestimmte Aufgaben (Gruppeneinteilung, Meinungsbilder, etc.) in einem Prozess zu bewältigen. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten.
  • Unter 2 Stunden: Kürzere Formate, die im Normalfall in eine typische Veranstaltung integriert werden können.
  • Halber Tag: Formate, die in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden benötigen.
  • Eintägig: Größere Formate, die zwischen 4 und 8 Stunden Zeit benötigen und als eigenständige Tagesveranstaltung konzipiert sind.
  • Mehrere Tage: Komplette Prozess-Formate, die aus mehreren Bausteinen bestehen, die oftmals auch mit einem bestimmten zeitlichen Abstand aufeinander folgen sollen.
Ähnlich: Destillerie
Diese Methode ermöglicht auch großen Gruppen, sich auf eine gemeinsame Strategie zu einigen, die möglichst viele der Mitwirkenden überzeugt mittragen.