Kopfstand

Die Methode „Kopfstand“ nutzt das Gegensatzprinzip, um kreative Lösungsansätze für ein Problem zu finden. Die Ausgangsfrage wird ins Gegenteil verkehrt, was einen bewussten Perspektivwechsel ermöglicht. Dadurch werden Denkmuster durchbrochen und festgefahrene Prozesse aufgelockert. Die Methode eignet sich besonders gut für den Einstieg in ein Thema oder um einen festgefahrenen Problemlösungsprozess aufzulockern. 

Sinn und Zweck

  • Perspektivwechsel ermöglichen: Durch das bewusste Umkehren einer Problemstellung wird der Blick für bisher unbeachtete Aspekte geschärft. 
  • Kreatives Denken fördern: Der ungewohnte Zugang regt Fantasie und Humor an.  

Ressourcen (Raum, Material u.a.)

Raum: 
  • Ein Raum, der ausreichend Platz für Gruppendiskussionen und ggf. das Arbeiten in Kleingruppen bietet. 
 Material: 
  • Moderationskarten  
  • Flipchart oder Whiteboard  
  • Stifte 

 

Ablauf

1. Problemdefinition & Umkehrung 
  • Die Moderation stellt die eigentliche Frage oder das Problem vor, z.B.: „Was kann man tun, um die Gesundheit der Belegschaft zu steigern?“ oder „Wie können wir die Kommunikation im Team verbessern?“ 
  • Anschließend wird diese Frage auf den Kopf gestellt, also ins Gegenteil verkehrt: „Was kann man tun, um die Gesundheit der Belegschaft zu senken?“ oder „Wie können wir die Kommunikation im Team möglichst schlecht machen?“ 
2. Ideensammlung zur „negativen“ Frage 
  • Die Gruppe sammelt nun alles, was helfen würde, das „Gegenteil-Ziel“ zu erreichen.  
  • Die Vorschläge werden sichtbar dokumentiert (z. B. auf Karten oder am Flipchart).  
  • Die Atmosphäre darf ruhig spielerisch und kreativ sein.  
  • Stockt der Ideenfluss, wird die Phase beendet. 
3. Umkehrung & Auswertung 
  • Im nächsten Schritt wird jeder „negative“ Vorschlag umgedreht in einen potenziellen Lösungsansatz.  
  • Aus „Keine Absprachen treffen“ wird z. B. „Regelmäßige Meetings einführen“.  
  • Diese umgekehrten Ideen werden gesammelt, gemeinsam bewertet und auf Umsetzbarkeit geprüft. So wird im besten Fall eine Lösung für das ursprüngliche Problem gefunden. 

Tipps und Stolperfallen

  • Soll ein Problem intensiver bearbeitet werden, können auch mehrere Gruppen verschiedene Fragestellungen behandeln. Am Ende werden die Ideen dann der ganzen Gruppe vorgestellt. 
  • Das visuelle Gegenüberstellen der „negativen“ und „positiven“ Ideen, z. B. in einer Tabelle, hilft beim Nachvollziehen und beim Transfer. 

 

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Aufgaben
Analysieren
Kontext
Betriebserschließung
Betriebsrat
Mitgliederbeteiligung
Schwierigkeit
gering
Gruppengröße
klein
mittel
Kanal
analog
digital
Dauer
Unter 2 Stunden

Legende

  • Icebreaker: Kurze Formate, die zu Beginn von Veranstaltungen das Klima auflockern und für eine positive Stimmung sorgen. Sie können auch nach Pausen (Warmup/Energizer) eingesetzt werden.
  • Informieren: Zusammenstellung bzw. Vermittlung von Informationen, oft als Grundlage für folgende Beteiligung.
  • Aktivieren: Gewinnung von Beteiligten bzw. Motivation für ein Thema bzw. Anliegen.
  • Diskussion starten: Einstieg in  dialogische Prozesse mit dem Ziel, alle Anwesenden einzubeziehen.
  • Meinungen und Reaktionen: Formate, die möglichst viele Beteiligte dazu motivieren, ihre Sichtweise mit der Gruppe zu teilen.
  • Analysieren: Gemeinsames Verständnis für eine Situation, einen Konflikt oder eine Herausforderung entwickeln.
  • Planen und entwickeln: Formate, die die Erarbeitung gemeinsamer Strategien ermöglichen.
  • Entscheiden: Formate, die Abstimmungen oder Meinungsbilder ermöglichen.
  • Vernetzen: Formate, die Beteiligte miteinander in den aktiven Austausch bringen.
  • Längerfristig zusammenarbeiten: Formate mit dem Ziel, auch nach dem unmittelbaren Austausch gemeinsam Ziele zu realisieren.
  • Konflikte bearbeiten: Formate, die einen wertschätzenden Austausch zu Konfliktthemen ermöglichen.
  • Betriebserschließung: Formate, die sich in der Aktivierung von Beschäftigten in noch nicht erschlossenen Betrieben einsetzen lassen.
  • Betriebsrat: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Betriebsrat.
  • Vertrauensleute: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Vertrauenskörper.
  • Arbeitgeber: Formate, die Arbeitgeber zur Beteiligung der Belegschaft nutzen können.
  • Mitgliederbeteiligung: Formate zur Beteiligung von Mitgliedern der Gewerkschaft außerhalb von Betrieben.
  • Mitgliederwerbung: Formate, die im Kontext von Werbemaßnahmen hilfreich sein können.
  • Tarifverhandlungen: Formate zur Vorbereitung oder Begleitung von Tarifverhandlungen in der Fläche oder im Betrieb.
  • Krisen in Unternehmen: Formate zur Begleitung von krisenbedingten Verhandlungen in Unternehmen durch Betriebsrat oder Gewerkschaft.
  • gering: Das Format kann von Menschen mit etwas Moderationserfahrung aber ohne spezifische Vorkenntnisse umgesetzt werden.
  • mittel: Die Moderation sollte über einschlägige Erfahrung verfügen bzw sich anhand der Tipps sorgfältig vorbereiten.
  • hoch: Praktische Erfahrung mit diesem Format ist erforderlich, evtl. ist eine externe Moderation zu prüfen.
  • Analog: Formate, die gemeinsam in Präsenz an einem Ort durchgeführt werden.
  • Hybrid: Formate, die auch hybrid möglich sind, bei denen also ein Teil der Mitwirkenden vor Ort ist, ein anderer Teil digital zugeschaltet werden kann.
  • Digital: Formate für den digitalen Raum (z.B. in Online-Foren oder Video-Calls.
  • klein: Gruppen von unter 8 Personen.
  • mittel: Typische Gruppengrößen zwischen ca. 8 und 40 Personen.
  • groß: Großgruppen über 40 Personen.
  • Tool: Kleine Tools, um bestimmte Aufgaben (Gruppeneinteilung, Meinungsbilder, etc.) in einem Prozess zu bewältigen. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten.
  • Unter 2 Stunden: Kürzere Formate, die im Normalfall in eine typische Veranstaltung integriert werden können.
  • Halber Tag: Formate, die in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden benötigen.
  • Eintägig: Größere Formate, die zwischen 4 und 8 Stunden Zeit benötigen und als eigenständige Tagesveranstaltung konzipiert sind.
  • Mehrere Tage: Komplette Prozess-Formate, die aus mehreren Bausteinen bestehen, die oftmals auch mit einem bestimmten zeitlichen Abstand aufeinander folgen sollen.
Ähnlich: Partizipatives Backcasting
Es geht um eine gemeinsame Vision. Dabei wird anders als bei vielen anderen Methoden nicht von der Gegenwart in die Zukunft gedacht, sondern ausgehend von der Idee einer wünschenswerten Zukunft rückwärts bis in die Gegenwart geplant.
Ähnlich: Paradoxe Intervention
Die Paradoxe Intervention ist eine kreative Fragetechnik, die ihren Ursprung in der Psychotherapie hat. Im Kontext von Gruppenprozessen, Projektarbeit oder Mediation kann sie helfen, Probleme sichtbar zu machen und Handlungsoptionen zu entwickeln.