Ishikawa-Workshop

Die Fischgräten- oder Ishikawa-Methode bietet eine strukturierte Möglichkeit, Ursachen eines Problems visuell zu erfassen und systematisch darzustellen. Ziel ist es, gemeinschaftlich alle relevanten Einflussfaktoren zu einem Problem zu identifizieren. Die Methode eignet sich besonders in der frühen Problemanalyse oder wenn bekannte Herausforderungen weiter vertieft werden sollen.

Sinn und Zweck

  • Systematisch Ursachen erfassen: Die Methode hilft, ein bestehendes Problem in seine zugrunde liegenden Ursachen zu zerlegen. Das fördert strukturiertes Denken und deckt versteckte Zusammenhänge auf. 
  • Gemeinsames Problembewusstsein schaffen: Alle Beteiligten arbeiten gemeinsam an der visuellen Strukturierung des Problems (als Fischgräte). Dadurch entsteht ein geteiltes Verständnis – auch bei komplexen oder emotional aufgeladenen Themen. 
  • Lösungsorientierung vorbereiten: Durch die Visualisierung der Ursachen eröffnen sich gezielte Ansatzpunkte für spätere Lösungen. 

Ressourcen (Raum, Material u.a.)

Raum: 
  • Ein Raum, der ausreichend Platz für Gruppenarbeit und Visualisierung an einer Wand oder Tafel bietet.  
Material: 
  • Tafel, großes Flipchart oder Whiteboard (idealerweise quer) 
  • Moderationskarten und Marker 
  • Haftnotizen in verschiedenen Farben

Ablauf

1. Problem benennen
  • Die Moderation stellt das zentrale Problem bzw. den Effekt vor.
  • Die „Fischgräte“ wird vorbereitet
  • Aufbau der Fischgräte:
  • Auf der rechten Seite der Tafel oder des Whiteboards befindet sich das zentrale Problem im Kopf des Fisches.
  • Ausgehend vom Kopf verläuft ein horizontaler Strich als Rückgrat des Fisches. Von diesem zweigen Gräten ab, an deren Enden die Hauptursachenkategorien eingetragen werden können.
  • Von jeder dieser „Hauptgräten“ können nun kleinere Gräten abgehen, an denen sich die Ursachen für die Hauptursache befinden.
2. Hauptursachen finden
  • Die Teilnehmende sammeln je nach Gruppengröße im Plenum oder in Kleingruppen Ursachen
  • Jede Kategorie erhält eine eigene „Gräte“.
3. Tiefergehende Ursachen analysieren
  • Innerhalb dieser Kategorien wird nun nachgehakt, welche tieferliegenden Ursachen es gibt.
  • Dazu kann die Moderation die Methode „Nervensäge“ anwenden:
  • Sie fragt „Warum passiert das?“ und bei jeder Antwort wird diese wieder durch ein „Warum?“ hinterfragt.
  • Die Frage wird so lange wiederholt, bis das Team keine Ursachen mehr findet.
  • Die Antworten werden als „Nebengräten“ an die jeweilige Kategorie geschrieben.
4. Ergebnisse reflektieren
  • Die fertige Fischgräte wird gemeinsam betrachtet: Wo häufen sich Ursachen? Gibt es übergreifende Themen?
  • Auf Grundlage des so ermittelten Ursachengerüstes können in der folgenden Phase Lösungsstrategien entwickelt werden.

Links und Dokumente

Hier bekommst du einen Eindruck davon, wie die Fischgräte aussehen kann.

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Aufgaben
Analysieren
Kontext
Betriebsrat
Vertrauensleute
Arbeitgeber
Mitgliederbeteiligung
Krisen in Unternehmen
Schwierigkeit
mittel
Gruppengröße
klein
mittel
Kanal
analog
digital
Dauer
Tool

Legende

  • Icebreaker: Kurze Formate, die zu Beginn von Veranstaltungen das Klima auflockern und für eine positive Stimmung sorgen. Sie können auch nach Pausen (Warmup/Energizer) eingesetzt werden.
  • Informieren: Zusammenstellung bzw. Vermittlung von Informationen, oft als Grundlage für folgende Beteiligung.
  • Aktivieren: Gewinnung von Beteiligten bzw. Motivation für ein Thema bzw. Anliegen.
  • Diskussion starten: Einstieg in  dialogische Prozesse mit dem Ziel, alle Anwesenden einzubeziehen.
  • Meinungen und Reaktionen: Formate, die möglichst viele Beteiligte dazu motivieren, ihre Sichtweise mit der Gruppe zu teilen.
  • Analysieren: Gemeinsames Verständnis für eine Situation, einen Konflikt oder eine Herausforderung entwickeln.
  • Planen und entwickeln: Formate, die die Erarbeitung gemeinsamer Strategien ermöglichen.
  • Entscheiden: Formate, die Abstimmungen oder Meinungsbilder ermöglichen.
  • Vernetzen: Formate, die Beteiligte miteinander in den aktiven Austausch bringen.
  • Längerfristig zusammenarbeiten: Formate mit dem Ziel, auch nach dem unmittelbaren Austausch gemeinsam Ziele zu realisieren.
  • Konflikte bearbeiten: Formate, die einen wertschätzenden Austausch zu Konfliktthemen ermöglichen.
  • Betriebserschließung: Formate, die sich in der Aktivierung von Beschäftigten in noch nicht erschlossenen Betrieben einsetzen lassen.
  • Betriebsrat: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Betriebsrat.
  • Vertrauensleute: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Vertrauenskörper.
  • Arbeitgeber: Formate, die Arbeitgeber zur Beteiligung der Belegschaft nutzen können.
  • Mitgliederbeteiligung: Formate zur Beteiligung von Mitgliedern der Gewerkschaft außerhalb von Betrieben.
  • Mitgliederwerbung: Formate, die im Kontext von Werbemaßnahmen hilfreich sein können.
  • Tarifverhandlungen: Formate zur Vorbereitung oder Begleitung von Tarifverhandlungen in der Fläche oder im Betrieb.
  • Krisen in Unternehmen: Formate zur Begleitung von krisenbedingten Verhandlungen in Unternehmen durch Betriebsrat oder Gewerkschaft.
  • gering: Das Format kann von Menschen mit etwas Moderationserfahrung aber ohne spezifische Vorkenntnisse umgesetzt werden.
  • mittel: Die Moderation sollte über einschlägige Erfahrung verfügen bzw sich anhand der Tipps sorgfältig vorbereiten.
  • hoch: Praktische Erfahrung mit diesem Format ist erforderlich, evtl. ist eine externe Moderation zu prüfen.
  • Analog: Formate, die gemeinsam in Präsenz an einem Ort durchgeführt werden.
  • Hybrid: Formate, die auch hybrid möglich sind, bei denen also ein Teil der Mitwirkenden vor Ort ist, ein anderer Teil digital zugeschaltet werden kann.
  • Digital: Formate für den digitalen Raum (z.B. in Online-Foren oder Video-Calls.
  • klein: Gruppen von unter 8 Personen.
  • mittel: Typische Gruppengrößen zwischen ca. 8 und 40 Personen.
  • groß: Großgruppen über 40 Personen.
  • Tool: Kleine Tools, um bestimmte Aufgaben (Gruppeneinteilung, Meinungsbilder, etc.) in einem Prozess zu bewältigen. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten.
  • Unter 2 Stunden: Kürzere Formate, die im Normalfall in eine typische Veranstaltung integriert werden können.
  • Halber Tag: Formate, die in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden benötigen.
  • Eintägig: Größere Formate, die zwischen 4 und 8 Stunden Zeit benötigen und als eigenständige Tagesveranstaltung konzipiert sind.
  • Mehrere Tage: Komplette Prozess-Formate, die aus mehreren Bausteinen bestehen, die oftmals auch mit einem bestimmten zeitlichen Abstand aufeinander folgen sollen.
Ähnlich: Black Box
Das Black-Box-Tool dient dazu, die Komplexität eines Problems zu verringern. Das Augenmerk der Black Box liegt auf dem System und seiner Interaktion mit der Außenwelt.