Impulsforum

Das Impulsforum ist ein dialogorientiertes Beteiligungsformat zur strukturierten Meinungsbildung innerhalb einer Belegschaft oder Gruppe. Es dient dazu, unterschiedliche Perspektiven zu einem Thema sichtbar zu machen, den Dialog zwischen Beteiligten zu fördern und aus diesem Dialog konkrete Positionen abzuleiten und diese kollektiv zu bewerten.

Sinn und Zweck

  • Priorisierung statt Konsensfindung: Ziel ist nicht, eine konsensfähige Meinung aller hervorzubringen, sondern verschiedene Positionen zu erarbeiten und diese kollektive zu bewerten.  
  • Meinungsvielfalt sichtbar machen: Das Impulsforum sammelt unterschiedliche Perspektiven zu einem Thema und macht diese transparent, um eine breite Entscheidungsgrundlage zu schaffen. 

Ressourcen (Raum, Material u.a.)

Raum: 
  • Großer, flexibel gestaltbarer Raum 
  • Möglichst variabel nutzbar für Kleingruppen (Stuhlkreise, Gruppentische) 
Material: 
  • Stifte, Papier, Moderationskarten 
  • Flipcharts, Poster, Whiteboards 
  • Klebepunkte für Abstimmungen 
  • Laptop oder Protokollmaterial 
  • ggf. Visualisierungshilfen (Beamer, Pinnwände) 

Ablauf

Das Impulsforum gliedert sich in drei aufeinander aufbauende Veranstaltungen. 

 Veranstaltung 1 
  • In der ersten Veranstaltung stellt die Moderation das Thema vor und führt in die Fragestellung ein.  
  • Anschließend arbeiten die Teilnehmenden in kleinen Gruppen von vier bis sechs Personen. Ziel ist es, zentrale Probleme, Fragen und Herausforderungen zum Thema zu identifizieren.  
  • Aus der Diskussion heraus formulieren die Gruppen konkrete Positionen oder Forderungen, die dokumentiert werden und die Grundlage für die nächste Phase bilden. 
  • Die Kleingruppen werden möglichst von einer Gruppenmoderation unterstützt.  
 Veranstaltung 2 
  • Anschließend bewerten alle Teilnehmenden im Plenung die Positionen mithilfe des Systemischen Konsensierens: Dabei wird nicht nach Zustimmung gefragt, sondern der Widerstand gegenüber jeder Position erhoben. Daraus entsteht eine Rangliste aller Positionen geordnet nach ihrer Akzeptanz bzw. ihrer Ablehnung.  
  • Die Rangordnung aller Positionen wird in einer öffentlichen Abstimmung aller Teilnehmenden festgelegt. 
 Veranstaltung 3 
  • Abschließend wird die Rangliste im gesamten Plenum vorgestellt. Auf dieser Basis entstehen Impulse für weitere Maßnahmen oder Entscheidungen.  
  • Besonders hoch bewertete Positionen werden aufgegriffen und ggf. noch während der Veranstaltung oder im Nachhinein an Entscheidungsträger*innen weitergegeben. 

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Aufgaben
Meinungen und Reaktionen
Kontext
Betriebserschließung
Betriebsrat
Vertrauensleute
Mitgliederbeteiligung
Tarifverhandlungen
Schwierigkeit
mittel
Gruppengröße
mittel
groß
Kanal
analog
Dauer
Mehrere Tage

Legende

  • Icebreaker: Kurze Formate, die zu Beginn von Veranstaltungen das Klima auflockern und für eine positive Stimmung sorgen. Sie können auch nach Pausen (Warmup/Energizer) eingesetzt werden.
  • Informieren: Zusammenstellung bzw. Vermittlung von Informationen, oft als Grundlage für folgende Beteiligung.
  • Aktivieren: Gewinnung von Beteiligten bzw. Motivation für ein Thema bzw. Anliegen.
  • Diskussion starten: Einstieg in  dialogische Prozesse mit dem Ziel, alle Anwesenden einzubeziehen.
  • Meinungen und Reaktionen: Formate, die möglichst viele Beteiligte dazu motivieren, ihre Sichtweise mit der Gruppe zu teilen.
  • Analysieren: Gemeinsames Verständnis für eine Situation, einen Konflikt oder eine Herausforderung entwickeln.
  • Planen und entwickeln: Formate, die die Erarbeitung gemeinsamer Strategien ermöglichen.
  • Entscheiden: Formate, die Abstimmungen oder Meinungsbilder ermöglichen.
  • Vernetzen: Formate, die Beteiligte miteinander in den aktiven Austausch bringen.
  • Längerfristig zusammenarbeiten: Formate mit dem Ziel, auch nach dem unmittelbaren Austausch gemeinsam Ziele zu realisieren.
  • Konflikte bearbeiten: Formate, die einen wertschätzenden Austausch zu Konfliktthemen ermöglichen.
  • Betriebserschließung: Formate, die sich in der Aktivierung von Beschäftigten in noch nicht erschlossenen Betrieben einsetzen lassen.
  • Betriebsrat: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Betriebsrat.
  • Vertrauensleute: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Vertrauenskörper.
  • Arbeitgeber: Formate, die Arbeitgeber zur Beteiligung der Belegschaft nutzen können.
  • Mitgliederbeteiligung: Formate zur Beteiligung von Mitgliedern der Gewerkschaft außerhalb von Betrieben.
  • Mitgliederwerbung: Formate, die im Kontext von Werbemaßnahmen hilfreich sein können.
  • Tarifverhandlungen: Formate zur Vorbereitung oder Begleitung von Tarifverhandlungen in der Fläche oder im Betrieb.
  • Krisen in Unternehmen: Formate zur Begleitung von krisenbedingten Verhandlungen in Unternehmen durch Betriebsrat oder Gewerkschaft.
  • gering: Das Format kann von Menschen mit etwas Moderationserfahrung aber ohne spezifische Vorkenntnisse umgesetzt werden.
  • mittel: Die Moderation sollte über einschlägige Erfahrung verfügen bzw sich anhand der Tipps sorgfältig vorbereiten.
  • hoch: Praktische Erfahrung mit diesem Format ist erforderlich, evtl. ist eine externe Moderation zu prüfen.
  • Analog: Formate, die gemeinsam in Präsenz an einem Ort durchgeführt werden.
  • Hybrid: Formate, die auch hybrid möglich sind, bei denen also ein Teil der Mitwirkenden vor Ort ist, ein anderer Teil digital zugeschaltet werden kann.
  • Digital: Formate für den digitalen Raum (z.B. in Online-Foren oder Video-Calls.
  • klein: Gruppen von unter 8 Personen.
  • mittel: Typische Gruppengrößen zwischen ca. 8 und 40 Personen.
  • groß: Großgruppen über 40 Personen.
  • Tool: Kleine Tools, um bestimmte Aufgaben (Gruppeneinteilung, Meinungsbilder, etc.) in einem Prozess zu bewältigen. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten.
  • Unter 2 Stunden: Kürzere Formate, die im Normalfall in eine typische Veranstaltung integriert werden können.
  • Halber Tag: Formate, die in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden benötigen.
  • Eintägig: Größere Formate, die zwischen 4 und 8 Stunden Zeit benötigen und als eigenständige Tagesveranstaltung konzipiert sind.
  • Mehrere Tage: Komplette Prozess-Formate, die aus mehreren Bausteinen bestehen, die oftmals auch mit einem bestimmten zeitlichen Abstand aufeinander folgen sollen.
Ähnlich: Worldcafé
Ein Worldcafé bringt Menschen in einer wenig formalisierten Atmosphäre ins Gespräch - ähnlich wie in der Caféhaus- / Salonkultur.