Ideenkarussell

Das Ideenkarussell ist eine kreative Beteiligungsmethode, die sowohl zur Ideenfindung als auch zur Diskussion eingesetzt werden kann. Durch den schriftlichen Austausch unter den Teilnehmenden werden Denkanstöße gesammelt, dokumentiert und gleichzeitig bestehende Kommunikationsmuster aufgebrochen.

Sinn und Zweck

  • Neue Impulse generieren: Das Ideenkarussell eignet sich besonders dann, wenn Diskussionen ins Stocken geraten. Teilnehmende bringen schnell und unkompliziert neue Ideen ein, ohne diese direkt vertiefen zu müssen. 
  • Inspiration durch Perspektivenvielfalt: Durch das Weiterreichen der Zettel lassen sich Ideen anderer aufgreifen und weiterentwickeln. So entsteht ein kreativer Gruppenprozess. 
  • Niedrigschwellige Beteiligung: Die Methode funktioniert weitgehend anonym. Dadurch wird auch zurückhaltenden Mitarbeitenden die aktive Beteiligung erleichtert. 

Ressourcen (Raum, Material u.a.)

Raum: 
  •  Seminarraum, mit kreisförmiger Sitzordnung. 
Material: 
  • Papier und Stifte 
  • Flipchart 

Ablauf

Problemidentifizierung 
  • Zu Beginn des Ideenkarussells führt die Moderation in das Thema bzw. In die Problemstellung ein.  
  • Gemeinsam identifizieren die Teilnehmenden einzelne Aspekte und Teilprobleme zu dem jeweiligen Thema und notieren diese jeweils auf einem Zettel. 
  • Alternativ können die Teilaspekte des Problems auch durch die Moderation vorgegeben und auf Zetteln notiert werden.   
Ideenfindung 
  • Anschließend erhalten alle Teilnehmenden je einen dieser Zettel zur Bearbeitung.  
  • In einer befristeten Zeit (z. B. 45 Sekunden) schreibt jede*r Teilnehmende auf das Problem bezogene Ideen auf den Zettel. 
  • Nach Ablauf der Zeit werden die Zettel im Kreis weitergereicht und die Teilnehmenden gehen auf die bereits formulierten Kommentare und Ideen ein. 
  • Zudem haben sie die Möglichkeit, eigene Vorschläge zu ergänzen.  
  • Dies geschieht so lange, bis alle Teilnehmenden jeden Zettel bearbeitet haben.  
 Zusammentragen der Ergebnisse 
  • Dann sammelt die Moderation alle Zettel ein und stellt die Ergebnisse im Plenum vor.  
  • Bei Bedarf kann über die Vorschläge und Ideen diskutiert werden.  
  • Die Ergebnisse des Ideenkarussells und der Diskussion können abschließend auf einem Flipchart festgehalten werden.  

Tipps und Stolperfallen

Gibt es nicht so viele Teilprobleme wie Teilnehmende, können auch mehrere Zettel mit der gleichen Frage-/Problemstellung verteilt werden. So können die Ideen der anderen neue Impulse hervorbringen. Gleiche Fragestellung werden dann unterschiedlich bearbeitet. 

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Aufgaben
Aktivieren
Diskussion starten
Meinungen und Reaktionen
Analysieren
Kontext
Betriebsrat
Vertrauensleute
Arbeitgeber
Mitgliederbeteiligung
Krisen in Unternehmen
Schwierigkeit
gering
Gruppengröße
mittel
Kanal
analog
Dauer
Tool

Legende

  • Icebreaker: Kurze Formate, die zu Beginn von Veranstaltungen das Klima auflockern und für eine positive Stimmung sorgen. Sie können auch nach Pausen (Warmup/Energizer) eingesetzt werden.
  • Informieren: Zusammenstellung bzw. Vermittlung von Informationen, oft als Grundlage für folgende Beteiligung.
  • Aktivieren: Gewinnung von Beteiligten bzw. Motivation für ein Thema bzw. Anliegen.
  • Diskussion starten: Einstieg in  dialogische Prozesse mit dem Ziel, alle Anwesenden einzubeziehen.
  • Meinungen und Reaktionen: Formate, die möglichst viele Beteiligte dazu motivieren, ihre Sichtweise mit der Gruppe zu teilen.
  • Analysieren: Gemeinsames Verständnis für eine Situation, einen Konflikt oder eine Herausforderung entwickeln.
  • Planen und entwickeln: Formate, die die Erarbeitung gemeinsamer Strategien ermöglichen.
  • Entscheiden: Formate, die Abstimmungen oder Meinungsbilder ermöglichen.
  • Vernetzen: Formate, die Beteiligte miteinander in den aktiven Austausch bringen.
  • Längerfristig zusammenarbeiten: Formate mit dem Ziel, auch nach dem unmittelbaren Austausch gemeinsam Ziele zu realisieren.
  • Konflikte bearbeiten: Formate, die einen wertschätzenden Austausch zu Konfliktthemen ermöglichen.
  • Betriebserschließung: Formate, die sich in der Aktivierung von Beschäftigten in noch nicht erschlossenen Betrieben einsetzen lassen.
  • Betriebsrat: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Betriebsrat.
  • Vertrauensleute: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Vertrauenskörper.
  • Arbeitgeber: Formate, die Arbeitgeber zur Beteiligung der Belegschaft nutzen können.
  • Mitgliederbeteiligung: Formate zur Beteiligung von Mitgliedern der Gewerkschaft außerhalb von Betrieben.
  • Mitgliederwerbung: Formate, die im Kontext von Werbemaßnahmen hilfreich sein können.
  • Tarifverhandlungen: Formate zur Vorbereitung oder Begleitung von Tarifverhandlungen in der Fläche oder im Betrieb.
  • Krisen in Unternehmen: Formate zur Begleitung von krisenbedingten Verhandlungen in Unternehmen durch Betriebsrat oder Gewerkschaft.
  • gering: Das Format kann von Menschen mit etwas Moderationserfahrung aber ohne spezifische Vorkenntnisse umgesetzt werden.
  • mittel: Die Moderation sollte über einschlägige Erfahrung verfügen bzw sich anhand der Tipps sorgfältig vorbereiten.
  • hoch: Praktische Erfahrung mit diesem Format ist erforderlich, evtl. ist eine externe Moderation zu prüfen.
  • Analog: Formate, die gemeinsam in Präsenz an einem Ort durchgeführt werden.
  • Hybrid: Formate, die auch hybrid möglich sind, bei denen also ein Teil der Mitwirkenden vor Ort ist, ein anderer Teil digital zugeschaltet werden kann.
  • Digital: Formate für den digitalen Raum (z.B. in Online-Foren oder Video-Calls.
  • klein: Gruppen von unter 8 Personen.
  • mittel: Typische Gruppengrößen zwischen ca. 8 und 40 Personen.
  • groß: Großgruppen über 40 Personen.
  • Tool: Kleine Tools, um bestimmte Aufgaben (Gruppeneinteilung, Meinungsbilder, etc.) in einem Prozess zu bewältigen. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten.
  • Unter 2 Stunden: Kürzere Formate, die im Normalfall in eine typische Veranstaltung integriert werden können.
  • Halber Tag: Formate, die in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden benötigen.
  • Eintägig: Größere Formate, die zwischen 4 und 8 Stunden Zeit benötigen und als eigenständige Tagesveranstaltung konzipiert sind.
  • Mehrere Tage: Komplette Prozess-Formate, die aus mehreren Bausteinen bestehen, die oftmals auch mit einem bestimmten zeitlichen Abstand aufeinander folgen sollen.
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Ähnlich: Denkhüte
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