Ideen erben

Diese Methode hilft dabei, ein Problem in kleinere Bestandteile zu zerlegen und gemeinsam unter Beteiligung aller Teilnehmenden Ideen zur Lösung zu entwickeln. Durch das „Vererben“ von Ideen in wechselnden Gruppen entsteht ein kollektiver Denkprozess, bei dem jede Gruppe auf den Überlegungen der vorherigen aufbaut. 

Sinn und Zweck

  • Komplexes in Etappen lösen: Statt sofort eine fertige Lösung zu erwarten, wird ein Problem in mehreren Runden aus verschiedenen Blickwinkeln bearbeitet. 
  • Kreativität durch Perspektivwechsel fördern: Durch das Weiterdenken von Ideen anderer Gruppen entsteht ein frischer Blick und häufig unerwartete Lösungsansätze. 

Ressourcen (Raum, Material u.a.)

Raum:
  • Ein großer Raum mit mehreren Tischen oder kleinere Räume (je nach Gruppengröße). Die Gruppen sollten in ruhiger Atmosphäre arbeiten können.
Material:
  • Moderationskarten, Stifte, Flipcharts oder große Papierbögen (pro Gruppe und Runde)
  • Timer oder Glocke für Zeitmanagement
  • (Optional: Metaplanwände oder digitales Whiteboard für spätere Visualisierung)

Ablauf

1. Einführung und Gruppenaufteilung
  • Die Moderation stellt das Thema bzw. Problem klar und verständlich vor.
  • Das Thema bzw. Problem kann nun durch die gesamte Gruppe im Austausch in einzelne Teilaspekte zerlegt werden. Alternativ gliedert die Organisation bereits im Vorfeld das zu bearbeitende Thema.
  • Die Teilnehmenden werden in Kleingruppen (idealerweise 4-6 Personen) aufgeteilt.
2. Gruppenarbeit – Lösungen (weiter)entwickeln
  • Jede Gruppe arbeitet 10–15 Minuten lang an einem Aspekt des Themas oder an einem Lösungsvorschlag und dokumentiert ihre Ergebnisse sichtbar
  • Nach Ablauf der Zeit rotieren die Gruppen an einen neuen Tisch bzw. in einen neuen Raum.
  • Dort sichten sie die bisherigen Ergebnisse der vorherigen Gruppe und entwickeln diese weiter. Dabei dürfen sie ergänzen, hinterfragen, konkretisieren oder neue Perspektiven hinzufügen.
  • Der Prozess wird ggf. ein drittes oder viertes Mal wiederholt – je nach Zeit und Zielsetzung.
3. Auswertung
  • Zum Schluss versammeln sich alle Gruppen im Plenum. Jede Gruppe präsentiert die zuletzt bearbeitete Ideensammlung.
  • Die Moderation fasst zentrale Erkenntnisse zusammen und unterstützt ggf. bei der Priorisierung oder Auswahl von konkreten Lösungsansätzen.

Tipps und Stolperfallen

  • Eine klare Dokumentation der einzelnen Gruppenarbeitsphasen ist entscheidend. Sonst können Ideen in der nächsten Gruppenphasen verloren gehen oder schwer nachvollziehbar sein.
  • Es muss vorab entschieden werden, ob die Organisation das Problem in Teilaspekte gliedert oder ob dies durch die Teilnehmenden geschieht.

Anwendungsbeispiele

  • Diese Methode eignet sich besonders, wenn Ideen gründlich geprüft werden sollen und kreative Lösungen gesucht werden, die im Team entstehen sollen – und nicht für schnelle Entscheidungsfindung.

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Aufgaben
Meinungen und Reaktionen
Analysieren
Planen und entwickeln
Kontext
Betriebserschließung
Betriebsrat
Vertrauensleute
Arbeitgeber
Mitgliederbeteiligung
Krisen in Unternehmen
Schwierigkeit
mittel
Gruppengröße
mittel
Kanal
Dauer
Unter 2 Stunden

Legende

  • Icebreaker: Kurze Formate, die zu Beginn von Veranstaltungen das Klima auflockern und für eine positive Stimmung sorgen. Sie können auch nach Pausen (Warmup/Energizer) eingesetzt werden.
  • Informieren: Zusammenstellung bzw. Vermittlung von Informationen, oft als Grundlage für folgende Beteiligung.
  • Aktivieren: Gewinnung von Beteiligten bzw. Motivation für ein Thema bzw. Anliegen.
  • Diskussion starten: Einstieg in  dialogische Prozesse mit dem Ziel, alle Anwesenden einzubeziehen.
  • Meinungen und Reaktionen: Formate, die möglichst viele Beteiligte dazu motivieren, ihre Sichtweise mit der Gruppe zu teilen.
  • Analysieren: Gemeinsames Verständnis für eine Situation, einen Konflikt oder eine Herausforderung entwickeln.
  • Planen und entwickeln: Formate, die die Erarbeitung gemeinsamer Strategien ermöglichen.
  • Entscheiden: Formate, die Abstimmungen oder Meinungsbilder ermöglichen.
  • Vernetzen: Formate, die Beteiligte miteinander in den aktiven Austausch bringen.
  • Längerfristig zusammenarbeiten: Formate mit dem Ziel, auch nach dem unmittelbaren Austausch gemeinsam Ziele zu realisieren.
  • Konflikte bearbeiten: Formate, die einen wertschätzenden Austausch zu Konfliktthemen ermöglichen.
  • Betriebserschließung: Formate, die sich in der Aktivierung von Beschäftigten in noch nicht erschlossenen Betrieben einsetzen lassen.
  • Betriebsrat: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Betriebsrat.
  • Vertrauensleute: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Vertrauenskörper.
  • Arbeitgeber: Formate, die Arbeitgeber zur Beteiligung der Belegschaft nutzen können.
  • Mitgliederbeteiligung: Formate zur Beteiligung von Mitgliedern der Gewerkschaft außerhalb von Betrieben.
  • Mitgliederwerbung: Formate, die im Kontext von Werbemaßnahmen hilfreich sein können.
  • Tarifverhandlungen: Formate zur Vorbereitung oder Begleitung von Tarifverhandlungen in der Fläche oder im Betrieb.
  • Krisen in Unternehmen: Formate zur Begleitung von krisenbedingten Verhandlungen in Unternehmen durch Betriebsrat oder Gewerkschaft.
  • gering: Das Format kann von Menschen mit etwas Moderationserfahrung aber ohne spezifische Vorkenntnisse umgesetzt werden.
  • mittel: Die Moderation sollte über einschlägige Erfahrung verfügen bzw sich anhand der Tipps sorgfältig vorbereiten.
  • hoch: Praktische Erfahrung mit diesem Format ist erforderlich, evtl. ist eine externe Moderation zu prüfen.
  • Analog: Formate, die gemeinsam in Präsenz an einem Ort durchgeführt werden.
  • Hybrid: Formate, die auch hybrid möglich sind, bei denen also ein Teil der Mitwirkenden vor Ort ist, ein anderer Teil digital zugeschaltet werden kann.
  • Digital: Formate für den digitalen Raum (z.B. in Online-Foren oder Video-Calls.
  • klein: Gruppen von unter 8 Personen.
  • mittel: Typische Gruppengrößen zwischen ca. 8 und 40 Personen.
  • groß: Großgruppen über 40 Personen.
  • Tool: Kleine Tools, um bestimmte Aufgaben (Gruppeneinteilung, Meinungsbilder, etc.) in einem Prozess zu bewältigen. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten.
  • Unter 2 Stunden: Kürzere Formate, die im Normalfall in eine typische Veranstaltung integriert werden können.
  • Halber Tag: Formate, die in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden benötigen.
  • Eintägig: Größere Formate, die zwischen 4 und 8 Stunden Zeit benötigen und als eigenständige Tagesveranstaltung konzipiert sind.
  • Mehrere Tage: Komplette Prozess-Formate, die aus mehreren Bausteinen bestehen, die oftmals auch mit einem bestimmten zeitlichen Abstand aufeinander folgen sollen.
Ähnlich: Crazy 8
Diese kurzweilige Brainstorming-Methode unterstützt die Ideenfindung, um schnell viele Ideen zu generieren und daran alle Anwesenden zu beteiligen.