Heldenmarkt

Oft bleiben besonders kreative oder unkonventionelle Ideen unausgesprochen, weil sie „zu verrückt“ erscheinen oder als unrealistisch gelten. Genau diese Ideen bringt der Heldenmarkt spielerisch und motivierend ans Licht.

Sinn und Zweck

  • Mut zur Idee stärken: Teilnehmende werden ermutigt, groß zu denken und mutige, vielleicht sogar verrückt erscheinende Ideen zu äußern. 
  • Neue Lösungsansätze finden: Durch den Austausch und das spielerische Bewerten entstehen Rankings von Ideen mit besonderem Potenzial, die sonst womöglich unter dem Radar geblieben wären. 
  • Gemeinsam Begeisterung erzeugen: Die Methode schafft eine positive Dynamik und öffnet den Raum für kollektives Träumen und produktives Spinnen.  

Ressourcen (Raum, Material u.a.)

Raum: 
  • Ein Raum, in dem sich die Teilnehmenden frei bewegen können (ohne feste Bestuhlung). 
 Material: 
  • Moderationskarten 
  • Stifte 
  • Punkte-Aufkleber 
  • Timer und Signalton (z.B. kleine Glocke) 

Ablauf

1. Mutige Ideen entwickeln
  • Die Moderation stellt die Leitfrage vor: „Wenn du eine echte Heldin oder ein echter Held und zehnmal mutiger wärst, welche Idee würdest du vorschlagen? Welchen ersten Schritt würdest du unternehmen, um diesen umzusetzen?“
  • Dann schreibt jede*r Teilnehmende seine oder ihre mutige Idee und den ersten Schritt auf eine Moderationskarte.
2. Ideen austauschen & bewerten
  • Die Gruppe beginnt, sich frei im Raum zu bewegen und die Karten untereinander auszutauschen. Optional können die Karten auch eingesammelt werden und dann im Raum verteilt werden, sodass die Ideen anonym bleiben.
  • Jede Person sollte nun eine fremde Idee in den Händen halten und diese sorgfältig lesen.
  • Die Idee darf nun mit Punkten bewertet werden (z. B. 1 – 10, aber auch andere Skalen sind denkbar. Dazu kann die Zahl einfach auf die Rückseite der Karte geschrieben werden.
  • Bei jedem Klangsignal wird die Karte weitergegeben und von der nächsten Person gelesen und bewertet.
  • Dies sollte ca. drei bis sechs Runden wiederholt werden, sodass jede Karte mehrere Bewertungen erhält.
3. Auswertung
  • Die Teilnehmenden zählen die Punktzahlen der Karte in ihrer Hand zusammen und notieren den Wert.
  • Anschließend werden die Ideen mit den höchsten Punktzahlen identifiziert und mit der gesamten Gruppe geteilt. Je nach Gruppengröße können dies drei bis zwölf Karten sein.
4. Diskussion
  • Im Plenum werden nun die spannendsten, witzigsten oder inspirierendsten Vorschläge diskutiert: Welche davon lohnen sich, weitergedacht oder sogar umgesetzt zu werden?

Tipps und Stolperfallen

  • Ermutige ausdrücklich zum um die Ecke denken. Dazu kann die Moderation beispielsweise mit einem mutigen Beispiel vorangehen – das lockert die Stimmung auf und zeigt, dass auch „verrückte“ Ideen willkommen sind.  
  • Schaffe nach der Kreativphase eine Verbindung zur Realität, z.B. mit der Frage: „Was könnte ein realistischer erster Schritt in diese Richtung sein – den wir heute oder morgen tun könnten?“ 

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Aufgaben
Aktivieren
Diskussion starten
Kontext
Betriebserschließung
Vertrauensleute
Arbeitgeber
Mitgliederbeteiligung
Krisen in Unternehmen
Schwierigkeit
mittel
Gruppengröße
mittel
groß
Kanal
analog
Dauer
Tool

Legende

  • Icebreaker: Kurze Formate, die zu Beginn von Veranstaltungen das Klima auflockern und für eine positive Stimmung sorgen. Sie können auch nach Pausen (Warmup/Energizer) eingesetzt werden.
  • Informieren: Zusammenstellung bzw. Vermittlung von Informationen, oft als Grundlage für folgende Beteiligung.
  • Aktivieren: Gewinnung von Beteiligten bzw. Motivation für ein Thema bzw. Anliegen.
  • Diskussion starten: Einstieg in  dialogische Prozesse mit dem Ziel, alle Anwesenden einzubeziehen.
  • Meinungen und Reaktionen: Formate, die möglichst viele Beteiligte dazu motivieren, ihre Sichtweise mit der Gruppe zu teilen.
  • Analysieren: Gemeinsames Verständnis für eine Situation, einen Konflikt oder eine Herausforderung entwickeln.
  • Planen und entwickeln: Formate, die die Erarbeitung gemeinsamer Strategien ermöglichen.
  • Entscheiden: Formate, die Abstimmungen oder Meinungsbilder ermöglichen.
  • Vernetzen: Formate, die Beteiligte miteinander in den aktiven Austausch bringen.
  • Längerfristig zusammenarbeiten: Formate mit dem Ziel, auch nach dem unmittelbaren Austausch gemeinsam Ziele zu realisieren.
  • Konflikte bearbeiten: Formate, die einen wertschätzenden Austausch zu Konfliktthemen ermöglichen.
  • Betriebserschließung: Formate, die sich in der Aktivierung von Beschäftigten in noch nicht erschlossenen Betrieben einsetzen lassen.
  • Betriebsrat: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Betriebsrat.
  • Vertrauensleute: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Vertrauenskörper.
  • Arbeitgeber: Formate, die Arbeitgeber zur Beteiligung der Belegschaft nutzen können.
  • Mitgliederbeteiligung: Formate zur Beteiligung von Mitgliedern der Gewerkschaft außerhalb von Betrieben.
  • Mitgliederwerbung: Formate, die im Kontext von Werbemaßnahmen hilfreich sein können.
  • Tarifverhandlungen: Formate zur Vorbereitung oder Begleitung von Tarifverhandlungen in der Fläche oder im Betrieb.
  • Krisen in Unternehmen: Formate zur Begleitung von krisenbedingten Verhandlungen in Unternehmen durch Betriebsrat oder Gewerkschaft.
  • gering: Das Format kann von Menschen mit etwas Moderationserfahrung aber ohne spezifische Vorkenntnisse umgesetzt werden.
  • mittel: Die Moderation sollte über einschlägige Erfahrung verfügen bzw sich anhand der Tipps sorgfältig vorbereiten.
  • hoch: Praktische Erfahrung mit diesem Format ist erforderlich, evtl. ist eine externe Moderation zu prüfen.
  • Analog: Formate, die gemeinsam in Präsenz an einem Ort durchgeführt werden.
  • Hybrid: Formate, die auch hybrid möglich sind, bei denen also ein Teil der Mitwirkenden vor Ort ist, ein anderer Teil digital zugeschaltet werden kann.
  • Digital: Formate für den digitalen Raum (z.B. in Online-Foren oder Video-Calls.
  • klein: Gruppen von unter 8 Personen.
  • mittel: Typische Gruppengrößen zwischen ca. 8 und 40 Personen.
  • groß: Großgruppen über 40 Personen.
  • Tool: Kleine Tools, um bestimmte Aufgaben (Gruppeneinteilung, Meinungsbilder, etc.) in einem Prozess zu bewältigen. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten.
  • Unter 2 Stunden: Kürzere Formate, die im Normalfall in eine typische Veranstaltung integriert werden können.
  • Halber Tag: Formate, die in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden benötigen.
  • Eintägig: Größere Formate, die zwischen 4 und 8 Stunden Zeit benötigen und als eigenständige Tagesveranstaltung konzipiert sind.
  • Mehrere Tage: Komplette Prozess-Formate, die aus mehreren Bausteinen bestehen, die oftmals auch mit einem bestimmten zeitlichen Abstand aufeinander folgen sollen.
Ähnlich: Moonshot
Die Moonshot-Methode fängt nicht beim aktuellen Zustand an, sondern setzt maximal vorstellbare Visionen, um daraus realistische Strategien abzuleiten.