Destillerie

Mit der Destillerie-Methode findet ihr viele Ideen und filtert dann die Besten für die Maßnahmen zur Betriebsratswahl heraus. Diese Methode stärkt die demokratische Mitbestimmung und schafft eine solide Grundlage für die zukünftige Betriebsratsarbeit. So könnt ihr sicherstellen, dass die entwickelten Maßnahmen praktikabel sind und von der Mehrheit mitgetragen werden. Durch den partizipativen Auswahlprozess werden engagierte Mitarbeitende sichtbar und damit auch potentielle Kandidat*innen.

Sinn und Zweck

  • Erhöhung der Beteiligung: Der partizipative Prozess stärkt das Engagement und die Akzeptanz der erarbeiteten Maßnahmen, wodurch die demokratische Mitbestimmung langfristig gefördert wird.
  • Aus zahlreichen Vorschlägen werden die effektivsten und praktikabelsten Maßnahmen herausgearbeitet und verdichtet.
  • Die erarbeiteten Maßnahmen bilden eine solide Grundlage für die zukünftige Betriebsratsarbeit und können direkt in den Wahlkampf einfließen.
  • Engagierte Mitarbeitende, die sich aktiv in die Betriebsratsarbeit einbringen können, werden gezielt erkannt. Identifikation potenzieller Betriebsratskandidat*innen: Durch gezielte Fragestellungen und Diskussionen können engagierte Mitarbeitende sichtbar gemacht werden.

Ressourcen (Raum, Material u.a.)

  • Raum: Ein heller, ausreichend großer Besprechungs- oder Seminarraum, in dem mehre Kleingruppen arbeiten können.
  • Material:
    • Flipcharts oder Whiteboards zur Visualisierung
    • Moderationskarten, Klebezettel, Marker für die Ideensammlung und Priorisierung
    • Optional: Digitale Tools (z. B. Miro) für Online- oder hybride WorkshopsFlipcharts oder Whiteboards zur visuellen Darstellung der Ideen.

Ablauf

1. Formulierung des Ziels:
  • Die Moderation stellt das Ziel vor, z. B.: „Wie können wir Thema XY (aus Umfrage) bearbeiten?“
  • Falls bereits eine vorherige Ideensammlung stattgefunden hat, wird auf diesen Ergebnissen aufgebaut.
2. Individuelle Ideensammlung:
  • Jede*r Teilnehmende erstellt eine Liste mit möglichst vielen Ideen – auch ungewöhnliche Vorschläge sind ausdrücklich erwünscht.
3. Erweiterung und Konsolidierung in Kleingruppen:
  • In Gruppen von 4 bis 8 Personen werden die individuellen Ideen zusammengetragen und ergänzt.
  • Ziel ist es, eine möglichst lange Liste zu erstellen; nur völlig unpassende Vorschläge werden aussortiert.
4. Zusammenführung aller Vorschläge:
  • Die Kleingruppen präsentieren ihre Listen in der Gesamtgruppe, sodass eine konsolidierte Ideensammlung entsteht.
5. Priorisierung in Kleingruppen:
  • Jede Kleingruppe markiert:
    • Die Hälfte der Vorschläge mit Rot (als wenig sinnvoll oder nicht realistisch).
    • Ein weiteres Viertel mit Gelb (als mittelmäßig relevant).
6. Reduktion und finale Auswahl:
  • Vorschläge mit mindestens einer roten Markierung werden gestrichen.
  • Ideen, die von der Hälfte der Gruppen als gelb markiert wurden, entfallen ebenfalls.
  • Die übrig gebliebenen Vorschläge werden in der Gesamtgruppe diskutiert und in einer abschließenden Abstimmung weiter verdichtet.
  • Falls notwendig, kann das Systemische Konsensieren als Entscheidungsmethode eingesetzt werden.
7. Ergebnis:
  • Am Ende steht eine oder mehrere realistische, von der Mehrheit getragene Maßnahmen, die in die Praxis umgesetzt werden sollen.

 

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Aufgaben
Analysieren
Planen und entwickeln
Kontext
Betriebserschließung
Vertrauensleute
Mitgliederbeteiligung
Tarifverhandlungen
Krisen in Unternehmen
Schwierigkeit
mittel
Gruppengröße
mittel
groß
Kanal
analog
Dauer
Unter 2 Stunden

Legende

  • Icebreaker: Kurze Formate, die zu Beginn von Veranstaltungen das Klima auflockern und für eine positive Stimmung sorgen. Sie können auch nach Pausen (Warmup/Energizer) eingesetzt werden.
  • Informieren: Zusammenstellung bzw. Vermittlung von Informationen, oft als Grundlage für folgende Beteiligung.
  • Aktivieren: Gewinnung von Beteiligten bzw. Motivation für ein Thema bzw. Anliegen.
  • Diskussion starten: Einstieg in  dialogische Prozesse mit dem Ziel, alle Anwesenden einzubeziehen.
  • Meinungen und Reaktionen: Formate, die möglichst viele Beteiligte dazu motivieren, ihre Sichtweise mit der Gruppe zu teilen.
  • Analysieren: Gemeinsames Verständnis für eine Situation, einen Konflikt oder eine Herausforderung entwickeln.
  • Planen und entwickeln: Formate, die die Erarbeitung gemeinsamer Strategien ermöglichen.
  • Entscheiden: Formate, die Abstimmungen oder Meinungsbilder ermöglichen.
  • Vernetzen: Formate, die Beteiligte miteinander in den aktiven Austausch bringen.
  • Längerfristig zusammenarbeiten: Formate mit dem Ziel, auch nach dem unmittelbaren Austausch gemeinsam Ziele zu realisieren.
  • Konflikte bearbeiten: Formate, die einen wertschätzenden Austausch zu Konfliktthemen ermöglichen.
  • Betriebserschließung: Formate, die sich in der Aktivierung von Beschäftigten in noch nicht erschlossenen Betrieben einsetzen lassen.
  • Betriebsrat: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Betriebsrat.
  • Vertrauensleute: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Vertrauenskörper.
  • Arbeitgeber: Formate, die Arbeitgeber zur Beteiligung der Belegschaft nutzen können.
  • Mitgliederbeteiligung: Formate zur Beteiligung von Mitgliedern der Gewerkschaft außerhalb von Betrieben.
  • Mitgliederwerbung: Formate, die im Kontext von Werbemaßnahmen hilfreich sein können.
  • Tarifverhandlungen: Formate zur Vorbereitung oder Begleitung von Tarifverhandlungen in der Fläche oder im Betrieb.
  • Krisen in Unternehmen: Formate zur Begleitung von krisenbedingten Verhandlungen in Unternehmen durch Betriebsrat oder Gewerkschaft.
  • gering: Das Format kann von Menschen mit etwas Moderationserfahrung aber ohne spezifische Vorkenntnisse umgesetzt werden.
  • mittel: Die Moderation sollte über einschlägige Erfahrung verfügen bzw sich anhand der Tipps sorgfältig vorbereiten.
  • hoch: Praktische Erfahrung mit diesem Format ist erforderlich, evtl. ist eine externe Moderation zu prüfen.
  • Analog: Formate, die gemeinsam in Präsenz an einem Ort durchgeführt werden.
  • Hybrid: Formate, die auch hybrid möglich sind, bei denen also ein Teil der Mitwirkenden vor Ort ist, ein anderer Teil digital zugeschaltet werden kann.
  • Digital: Formate für den digitalen Raum (z.B. in Online-Foren oder Video-Calls.
  • klein: Gruppen von unter 8 Personen.
  • mittel: Typische Gruppengrößen zwischen ca. 8 und 40 Personen.
  • groß: Großgruppen über 40 Personen.
  • Tool: Kleine Tools, um bestimmte Aufgaben (Gruppeneinteilung, Meinungsbilder, etc.) in einem Prozess zu bewältigen. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten.
  • Unter 2 Stunden: Kürzere Formate, die im Normalfall in eine typische Veranstaltung integriert werden können.
  • Halber Tag: Formate, die in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden benötigen.
  • Eintägig: Größere Formate, die zwischen 4 und 8 Stunden Zeit benötigen und als eigenständige Tagesveranstaltung konzipiert sind.
  • Mehrere Tage: Komplette Prozess-Formate, die aus mehreren Bausteinen bestehen, die oftmals auch mit einem bestimmten zeitlichen Abstand aufeinander folgen sollen.
Ähnlich: One Take
Einfach anfangen ist gerade bei Veränderungsprozessen der entscheidende Schritt, um ins Handeln zu kommen. Mit dem One Take Ansatz suchen Gruppen gemeinsame nach solchen Einstiegen.