Das Duell

„Das Duell“ ist eine strukturierte Diskussionsmethode zur Auseinandersetzung mit kontroversen Themen. In klar zugewiesenen Rollen vertreten die Teilnehmenden unterschiedliche Positionen zu einer Frage oder These. Das Format fördert argumentatives Denken, Meinungsbildung sowie aktives Zuhören – auch in größeren Gruppen. 

Sinn und Zweck

  • Argumentationsfähigkeit stärken: Die Teilnehmenden üben, ihre Meinung fundiert zu vertreten, zuzuhören und auf Gegenargumente einzugehen. 
  • Meinungsbildung unterstützen: Durch gezielte Konfrontation mit unterschiedlichen Sichtweisen werden Denkprozesse angeregt und differenzierte Urteile möglich. 
  • Aufmerksames Zuhören trainieren: Es wird nicht nur diskutiert, sondern auch beobachtet und aktiv zugehört. Das hilft dabei, jede Position zu reflektieren, unabhängig von der eigenen Meinung.  
  • Einsetzbar bei kontroversen Themen: Besonders geeignet, wenn in Beteiligungsprozessen verschiedene Meinungen sichtbar und bearbeitet werden sollen. 

Ressourcen (Raum, Material u.a.)

Raum:  
  • Großer Raum, der ausreichend Platz für alle Teilnehmenden bietet.  
  • Zwei (oder mehr) mittig platzierte Stühle für die Duellierenden. 
  • Ein Stuhlkreis, U-Form oder Tribünen artige Sitzordnung für das Publikum und die Beobachtergruppe. 
  • Ausreichend Bewegungsfläche bzw. ein zweiter Raum für die Vorbereitungsphase des Duells.  
 Material: 
  • Papier und Stift zur Sammlung der Argumente, ggf. Klebepunkte für die Gewichtung. 
  • Flipchart für die Dokumentation der Feedbackrunde.  

Ablauf

1. Themenvorstellung und Positionseinteilung
  • Die Moderation führt in das Thema ein und stellt eine prägnante Diskussionsfrage, die zu unterschiedlichen Standpunkten einlädt.
  • Die Teilnehmenden erhalten Zeit, sich kurz über das Thema auszutauschen und eine eigene Haltung zu entwickeln.
  • Anschließend werden Gruppen gebildet, die jeweils eine gemeinsame Position vertreten – typischerweise eine Pro- und eine Kontra-Gruppe, bei Bedarf auch weitere.
  • Eine zusätzliche Beobachtungsgruppe wird benannt, die das Gespräch aus der Distanz beobachtet.
  • Die Rolle der Gesprächsleitung übernimmt eine neutrale Person, die das Duell strukturiert begleitet.
2. Vorbereitung in Kleingruppen
  • Jede Positionierungsgruppe sammelt in ca. 10–20 Minuten Argumente, Beispiele und zentrale Aussagen, die im Duell vertreten werden sollen.
  • Innerhalb der Gruppen werden Sprecher*innen bestimmt oder Rollen verteilt, um den Ablauf im Duell klar zu strukturieren.
3. Das Duell
  • Im Anschluss werden die Teilnehmenden zum „Duell“ gebeten.
  • Dazu kann sowohl eine Person als Repräsentant*in der Gruppe auftreten als auch mehrere. Jedoch sollte die Anzahl zwischen den Gruppen ausgeglichen sein.
  • Die Diskussion beginnt, indem jede am Duell teilnehmende Person kurz ihre Position vorstellt und mit einem Satz begründet.
  • Anschließend startet die eigentliche Diskussion, beispielsweise durch die erste Frage der Diskussionsleitung. Oft reicht dies schon aus, um das Gespräch in Gang zu bringen. Die Leitung kann entscheiden, wie stark das Gespräch gelenkt werden soll.
  • Wie lange die Diskussion dauert, hängt vom Thema und der zur Verfügung stehenden Zeit ab.
4. Feedbackrunde
  • Im Anschluss an das Gespräch folgt die Feedbackrunde, die von der Beobachtergruppe eingeleitet wird.
  • Ihre Mitglieder bewerten die Diskussionsqualität im Allgemeinen, können aber auch auf einzelne Teilnehmende eingehen.
  • Anschließend erhalten erneut die aktiven Diskutanten das Wort. Sie können nun ihrerseits beschreiben, wie sie die Gesprächsatmosphäre empfunden haben und was verbesserungswürdig ist.

Tipps und Stolperfallen

Das Duell kann auch dazu genutzt werden, die Teilnehmenden für gewisse Positionen zu sensibilisieren. Dabei kann es spannend sein, die Teilnehmenden bewusst der Gegenposition zuzuordnen und für diese argumentieren zu lassen.  

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Aufgaben
Aktivieren
Diskussion starten
Kontext
Vertrauensleute
Arbeitgeber
Mitgliederbeteiligung
Schwierigkeit
mittel
Gruppengröße
mittel
Kanal
analog
Dauer
Unter 2 Stunden

Legende

  • Icebreaker: Kurze Formate, die zu Beginn von Veranstaltungen das Klima auflockern und für eine positive Stimmung sorgen. Sie können auch nach Pausen (Warmup/Energizer) eingesetzt werden.
  • Informieren: Zusammenstellung bzw. Vermittlung von Informationen, oft als Grundlage für folgende Beteiligung.
  • Aktivieren: Gewinnung von Beteiligten bzw. Motivation für ein Thema bzw. Anliegen.
  • Diskussion starten: Einstieg in  dialogische Prozesse mit dem Ziel, alle Anwesenden einzubeziehen.
  • Meinungen und Reaktionen: Formate, die möglichst viele Beteiligte dazu motivieren, ihre Sichtweise mit der Gruppe zu teilen.
  • Analysieren: Gemeinsames Verständnis für eine Situation, einen Konflikt oder eine Herausforderung entwickeln.
  • Planen und entwickeln: Formate, die die Erarbeitung gemeinsamer Strategien ermöglichen.
  • Entscheiden: Formate, die Abstimmungen oder Meinungsbilder ermöglichen.
  • Vernetzen: Formate, die Beteiligte miteinander in den aktiven Austausch bringen.
  • Längerfristig zusammenarbeiten: Formate mit dem Ziel, auch nach dem unmittelbaren Austausch gemeinsam Ziele zu realisieren.
  • Konflikte bearbeiten: Formate, die einen wertschätzenden Austausch zu Konfliktthemen ermöglichen.
  • Betriebserschließung: Formate, die sich in der Aktivierung von Beschäftigten in noch nicht erschlossenen Betrieben einsetzen lassen.
  • Betriebsrat: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Betriebsrat.
  • Vertrauensleute: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Vertrauenskörper.
  • Arbeitgeber: Formate, die Arbeitgeber zur Beteiligung der Belegschaft nutzen können.
  • Mitgliederbeteiligung: Formate zur Beteiligung von Mitgliedern der Gewerkschaft außerhalb von Betrieben.
  • Mitgliederwerbung: Formate, die im Kontext von Werbemaßnahmen hilfreich sein können.
  • Tarifverhandlungen: Formate zur Vorbereitung oder Begleitung von Tarifverhandlungen in der Fläche oder im Betrieb.
  • Krisen in Unternehmen: Formate zur Begleitung von krisenbedingten Verhandlungen in Unternehmen durch Betriebsrat oder Gewerkschaft.
  • gering: Das Format kann von Menschen mit etwas Moderationserfahrung aber ohne spezifische Vorkenntnisse umgesetzt werden.
  • mittel: Die Moderation sollte über einschlägige Erfahrung verfügen bzw sich anhand der Tipps sorgfältig vorbereiten.
  • hoch: Praktische Erfahrung mit diesem Format ist erforderlich, evtl. ist eine externe Moderation zu prüfen.
  • Analog: Formate, die gemeinsam in Präsenz an einem Ort durchgeführt werden.
  • Hybrid: Formate, die auch hybrid möglich sind, bei denen also ein Teil der Mitwirkenden vor Ort ist, ein anderer Teil digital zugeschaltet werden kann.
  • Digital: Formate für den digitalen Raum (z.B. in Online-Foren oder Video-Calls.
  • klein: Gruppen von unter 8 Personen.
  • mittel: Typische Gruppengrößen zwischen ca. 8 und 40 Personen.
  • groß: Großgruppen über 40 Personen.
  • Tool: Kleine Tools, um bestimmte Aufgaben (Gruppeneinteilung, Meinungsbilder, etc.) in einem Prozess zu bewältigen. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten.
  • Unter 2 Stunden: Kürzere Formate, die im Normalfall in eine typische Veranstaltung integriert werden können.
  • Halber Tag: Formate, die in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden benötigen.
  • Eintägig: Größere Formate, die zwischen 4 und 8 Stunden Zeit benötigen und als eigenständige Tagesveranstaltung konzipiert sind.
  • Mehrere Tage: Komplette Prozess-Formate, die aus mehreren Bausteinen bestehen, die oftmals auch mit einem bestimmten zeitlichen Abstand aufeinander folgen sollen.
Ähnlich: Dyade
Diese Methode bietet den Vorteil, dass sich beide Gesprächspartner innerhalb eines bestimmten Zeitfensters zu einem vorher festgelegten Thema äußern können, ohne Unterbrechungen in Form von Gegenfragen oder Kritik fürchten zu müssen.