Bereitschafts-Registrierung

Die Bereitschafts-Registrierung ist ein digitales Beteiligungsinstrument zur Aktivierung und Sichtbarmachung von Handlungsbereitschaft in der Belegschaft. Über eine einfache Online-Plattform können sich Kolleg*innen freiwillig registrieren und angeben, wie weit sie bereit sind, sich an Aktionen zu beteiligen – von Informationsinteresse bis hin zu aktiver Beteiligung. Die so gewonnenen Rückmeldungen helfen, Beteiligungspotenziale realistisch einzuschätzen und gezielt anzusprechen.

Sinn und Zweck

  • Mobilisierung sichtbar machen: Über die Registrierung kann eingeschätzt werden, welche Projekte realistisch umgesetzt werden können. Dies unterstützt die strategische Planung weiterer Schritte. 
  • Kommunikation strukturieren: Rückmeldungen ermöglichen gezielte Gespräche mit Kolleg*innen je nach Beteiligungsbereitschaft. 
  • Partizipation fördern: Die Methode sorgt für die Aktivierung der Mitarbeiter*innen. Außerdem können sie so niedrigschwellig einen Einblick bekommen, welche Möglichkeiten der Beteiligung bestehen und für sie selbst in Frage kommen.

Ressourcen (Raum, Material u.a.)

Raum: 
  • Kein spezieller Raum notwendig 
  • Optional: temporärer Infostand oder Präsenz im Betrieb zur Bewerbung der Aktion 
Material: 
  • Kommunikationsmittel zur Bekanntmachung (Flyer, Plakate, Social Media, E-Mail, Betriebszeitung etc.) 
  • Online-Portal oder Webformular 
  • Zugangslinks/QR-Codes 

Ablauf

1. Einladung
  • Einladung zur Teilnahme über verschiedene Kanäle z.B.: persönliche Ansprache, Betriebsversammlungen, Plakate, digitale Kommunikation (z. B. QR-Code auf Flyern).
  • Wichtig ist ein freundlicher, klar formulierter Aufruf zur Beteiligung, verbunden mit dem Hinweis auf Zweck, Nutzen und Datenschutz.
2. Registrierung
  • Kolleg*innen registrieren sich freiwillig über das Portal.
  • Der Registrierungsvorgang sollte schnell und einfach sein und möglichst wenige Daten abfragen.
  • Abgefragt werden: Name, Kontaktmöglichkeit, ggf. Mitgliedschaft in Gewerkschaft (freiwillig).
  • Wichtig: Die Registrierung soll kein Meinungsbild, sondern ein Signal der Beteiligungsbereitschaft sein. Sie ersetzt keine Abstimmung oder Befragung.
3. Selbsteinschätzung der Beteiligungsbereitschaft
  • Die Teilnehmenden können selbstbestimmt eine Beteiligungsbereitschaft in Form vorgegebener Stufen wählen z. B.:
    • Ich möchte informiert bleiben, bin aber (noch) nicht aktiv dabei.
    • Ich bin bereit, mich an Aktionen (z. B. Fotoaktion, Unterschrift, Flyer verteilen) zu beteiligen.
    • Ich bin bereit, an einem Warnstreik teilzunehmen.
    • Ich bin bereit, mich dauerhaft und aktiv einzubringen.
  • Diese sollten bewusst als Absichtserklärungen formuliert sein.
  • Je nach Kontext/Einschätzung können die Rückmeldungen für alle öffentlich oder anonym sein

Tipps und Stolperfallen

  • Im Vorfeld müssen entsprechende Ressourcen für die technische Umsetzung und Einrichtung eines Tools eingeplant werden (u.a. Zeit und Geld).  
  • Achte auf den Datenschutz. Es sollte transparent und klar kommuniziert werden, was mit den Daten geschieht, wer Zugang hat und wozu sie verwendet werden. 
  • Die Rückmeldungen sollten keine Einbahnstraße sein, sondern zu konkreten Folgeangeboten führen (z. B. Gespräch, Einladung zur Aktion, Infoveranstaltung). 

  

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Aufgaben
Aktivieren
Meinungen und Reaktionen
Vernetzen
Längerfristig zusammenarbeiten
Kontext
Betriebserschließung
Vertrauensleute
Mitgliederbeteiligung
Mitgliederwerbung
Tarifverhandlungen
Krisen in Unternehmen
Schwierigkeit
hoch
Gruppengröße
groß
Kanal
digital
hybrid
Dauer
Mehrere Tage

Legende

  • Icebreaker: Kurze Formate, die zu Beginn von Veranstaltungen das Klima auflockern und für eine positive Stimmung sorgen. Sie können auch nach Pausen (Warmup/Energizer) eingesetzt werden.
  • Informieren: Zusammenstellung bzw. Vermittlung von Informationen, oft als Grundlage für folgende Beteiligung.
  • Aktivieren: Gewinnung von Beteiligten bzw. Motivation für ein Thema bzw. Anliegen.
  • Diskussion starten: Einstieg in  dialogische Prozesse mit dem Ziel, alle Anwesenden einzubeziehen.
  • Meinungen und Reaktionen: Formate, die möglichst viele Beteiligte dazu motivieren, ihre Sichtweise mit der Gruppe zu teilen.
  • Analysieren: Gemeinsames Verständnis für eine Situation, einen Konflikt oder eine Herausforderung entwickeln.
  • Planen und entwickeln: Formate, die die Erarbeitung gemeinsamer Strategien ermöglichen.
  • Entscheiden: Formate, die Abstimmungen oder Meinungsbilder ermöglichen.
  • Vernetzen: Formate, die Beteiligte miteinander in den aktiven Austausch bringen.
  • Längerfristig zusammenarbeiten: Formate mit dem Ziel, auch nach dem unmittelbaren Austausch gemeinsam Ziele zu realisieren.
  • Konflikte bearbeiten: Formate, die einen wertschätzenden Austausch zu Konfliktthemen ermöglichen.
  • Betriebserschließung: Formate, die sich in der Aktivierung von Beschäftigten in noch nicht erschlossenen Betrieben einsetzen lassen.
  • Betriebsrat: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Betriebsrat.
  • Vertrauensleute: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Vertrauenskörper.
  • Arbeitgeber: Formate, die Arbeitgeber zur Beteiligung der Belegschaft nutzen können.
  • Mitgliederbeteiligung: Formate zur Beteiligung von Mitgliedern der Gewerkschaft außerhalb von Betrieben.
  • Mitgliederwerbung: Formate, die im Kontext von Werbemaßnahmen hilfreich sein können.
  • Tarifverhandlungen: Formate zur Vorbereitung oder Begleitung von Tarifverhandlungen in der Fläche oder im Betrieb.
  • Krisen in Unternehmen: Formate zur Begleitung von krisenbedingten Verhandlungen in Unternehmen durch Betriebsrat oder Gewerkschaft.
  • gering: Das Format kann von Menschen mit etwas Moderationserfahrung aber ohne spezifische Vorkenntnisse umgesetzt werden.
  • mittel: Die Moderation sollte über einschlägige Erfahrung verfügen bzw sich anhand der Tipps sorgfältig vorbereiten.
  • hoch: Praktische Erfahrung mit diesem Format ist erforderlich, evtl. ist eine externe Moderation zu prüfen.
  • Analog: Formate, die gemeinsam in Präsenz an einem Ort durchgeführt werden.
  • Hybrid: Formate, die auch hybrid möglich sind, bei denen also ein Teil der Mitwirkenden vor Ort ist, ein anderer Teil digital zugeschaltet werden kann.
  • Digital: Formate für den digitalen Raum (z.B. in Online-Foren oder Video-Calls.
  • klein: Gruppen von unter 8 Personen.
  • mittel: Typische Gruppengrößen zwischen ca. 8 und 40 Personen.
  • groß: Großgruppen über 40 Personen.
  • Tool: Kleine Tools, um bestimmte Aufgaben (Gruppeneinteilung, Meinungsbilder, etc.) in einem Prozess zu bewältigen. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten.
  • Unter 2 Stunden: Kürzere Formate, die im Normalfall in eine typische Veranstaltung integriert werden können.
  • Halber Tag: Formate, die in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden benötigen.
  • Eintägig: Größere Formate, die zwischen 4 und 8 Stunden Zeit benötigen und als eigenständige Tagesveranstaltung konzipiert sind.
  • Mehrere Tage: Komplette Prozess-Formate, die aus mehreren Bausteinen bestehen, die oftmals auch mit einem bestimmten zeitlichen Abstand aufeinander folgen sollen.
Ähnlich: Aktivierende Fragebögen
Mithilfe von aktivierenden Fragebögen werden die Beschäftigten nach ihren Meinungen und Einstellungen gefragt und gleichzeitig dazu angeregt und ermutigt, für ihre Interessen einzutreten und bei der Lösung mitzuwirken. Die Umfrage wird hier also mit einer Botschaft zur Aktivierung verbunden.