Barcamp

Ein Barcamp ist eine offene Veranstaltungsform mit Workshops, kurzen Vorträgen und Diskussionen, bei der sich Menschen intensiv zu den Themen austauschen können, die sie bewegen. Der wesentliche Unterschied zu herkömmlichen Tagungen ist, dass es keine vorher angekündigten Referent*innen oder Workshop-Leiter*innen gibt. Die Inhalte werden gemeinsam zu Beginn des Barcamps entwickelt. Jeder Teilnehmende kann sich mit eigenen Ideen, Erfahrungen oder Fragen einbringen – in Form von Sessions, Diskussionen oder Impulsen. Ein Barcamp bietet die Chance, zu aktuellen Themengebieten in ungezwungenem Rahmen selbst aktiv zu werden und das Know-how mit Kolleg*innen zu teilen. Es ist somit auch eine gute Möglichkeit zu Wissensaustausch und Vernetzung. 

Sinn und Zweck

  • Austausch auf Augenhöhe: Jede*r kann Themen vorschlagen, mitdiskutieren oder eigene Sessions anbieten – so aktiv, wie gewünscht. 
  • Raum für neue Ideen: Die spontane Themenwahl ermöglicht kreative Impulse und offene Diskussionen ohne formalen Druck. 

Ressourcen (Raum, Material u.a.)

Räume: 
  • Ein zentraler Raum für die Begrüßung und gemeinsame Themenplanung 
  • Mehrere kleinere Räume, Sitzgruppen oder Bereiche für die einzelnen Sessions 
Materialien: 
  • Flipcharts, Tafeln, Metaplanwände oder digitale Tools für Themen- und Zeitplanung 
  • Notizmaterial (Papier, Stifte oder Laptops) zur Protokollführung 

Ablauf

1. Einstieg und Themenfindung 
  • Begrüßung und Einführung in die Barcamp-Methode durch die Moderation 
  • Vorstellungsrunde der Teilnehmenden (optional) 
  • Teilnehmende präsentieren ihre Themenvorschläge im Plenum 
  • Jedes Thema wird einem Raum und einer Zeit zugewiesen – je nach erwartetem Interesse 
  • Es gilt: Jedes Thema ist willkommen – es wird nichts ausgeschlossen 
2. Sessionphase
  • Sessions starten unmittelbar nach der Planung 
  • Üblich sind 45 Minuten pro Session plus 15 Minuten Pause 
  • Mehrere Sessions finden parallel statt 
  • Die*der Themenvorschlagende moderiert die eigene Session 
  • Zu Beginn jeder Session wird eine Protokollführung festgelegt 
  • 15 Minuten vor Ende und zum Abschluss gibt es ein Zeitsignal, um den Zeitplan einzuhalten
3. Reflexion und Umsetzung
  • Gemeinsame Auswertung in Kleingruppen 
  • Ziel: Erkenntnisse festhalten und konkrete nächste Schritte ableiten 

Tipps und Stolperfallen

Das Barcamp ist eine komplexe Großgruppenmethode, weshalb eine erfahrene Moderation eingesetzt werden sollte.  

 Die Erfinder der Barcamp-Methode haben einige Regeln bzw. Empfehlungen aufgestellt, die als Orientierung gelten sollen: 

  • Nur Teilnehmende, keine Zuschauer*innen: Es geht um aktives Mitmachen, nicht ums Konsumieren 
  • Planung vor Ort: Die Agenda entsteht erst zu Beginn – spontan und bedarfsorientiert 
  • Beweglichkeit erlaubt: Wer sich in einer Session nicht wohlfühlt, darf wechseln 
  • Jede*r zählt: Jede Person trägt zum Gelingen bei – unabhängig von Funktion oder Position 
  • Mut zur Idee: Auch unfertige Gedanken dürfen Raum bekommen – sie sind oft der Anfang von Neuem 
  • Hierarchiefrei: Es zählt nicht der Titel, sondern das Interesse am Thema 
  • Teilen erwünscht: Berichte über das Barcamp – in Gesprächen, Blogs oder sozialen Medien. 

Links und Dokumente

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Aufgaben
Aktivieren
Diskussion starten
Meinungen und Reaktionen
Analysieren
Planen und entwickeln
Vernetzen
Kontext
Betriebserschließung
Betriebsrat
Vertrauensleute
Arbeitgeber
Mitgliederbeteiligung
Schwierigkeit
mittel
Gruppengröße
groß
Kanal
analog
Dauer
Halber Tag
Eintägig

Legende

  • Icebreaker: Kurze Formate, die zu Beginn von Veranstaltungen das Klima auflockern und für eine positive Stimmung sorgen. Sie können auch nach Pausen (Warmup/Energizer) eingesetzt werden.
  • Informieren: Zusammenstellung bzw. Vermittlung von Informationen, oft als Grundlage für folgende Beteiligung.
  • Aktivieren: Gewinnung von Beteiligten bzw. Motivation für ein Thema bzw. Anliegen.
  • Diskussion starten: Einstieg in  dialogische Prozesse mit dem Ziel, alle Anwesenden einzubeziehen.
  • Meinungen und Reaktionen: Formate, die möglichst viele Beteiligte dazu motivieren, ihre Sichtweise mit der Gruppe zu teilen.
  • Analysieren: Gemeinsames Verständnis für eine Situation, einen Konflikt oder eine Herausforderung entwickeln.
  • Planen und entwickeln: Formate, die die Erarbeitung gemeinsamer Strategien ermöglichen.
  • Entscheiden: Formate, die Abstimmungen oder Meinungsbilder ermöglichen.
  • Vernetzen: Formate, die Beteiligte miteinander in den aktiven Austausch bringen.
  • Längerfristig zusammenarbeiten: Formate mit dem Ziel, auch nach dem unmittelbaren Austausch gemeinsam Ziele zu realisieren.
  • Konflikte bearbeiten: Formate, die einen wertschätzenden Austausch zu Konfliktthemen ermöglichen.
  • Betriebserschließung: Formate, die sich in der Aktivierung von Beschäftigten in noch nicht erschlossenen Betrieben einsetzen lassen.
  • Betriebsrat: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Betriebsrat.
  • Vertrauensleute: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Vertrauenskörper.
  • Arbeitgeber: Formate, die Arbeitgeber zur Beteiligung der Belegschaft nutzen können.
  • Mitgliederbeteiligung: Formate zur Beteiligung von Mitgliedern der Gewerkschaft außerhalb von Betrieben.
  • Mitgliederwerbung: Formate, die im Kontext von Werbemaßnahmen hilfreich sein können.
  • Tarifverhandlungen: Formate zur Vorbereitung oder Begleitung von Tarifverhandlungen in der Fläche oder im Betrieb.
  • Krisen in Unternehmen: Formate zur Begleitung von krisenbedingten Verhandlungen in Unternehmen durch Betriebsrat oder Gewerkschaft.
  • gering: Das Format kann von Menschen mit etwas Moderationserfahrung aber ohne spezifische Vorkenntnisse umgesetzt werden.
  • mittel: Die Moderation sollte über einschlägige Erfahrung verfügen bzw sich anhand der Tipps sorgfältig vorbereiten.
  • hoch: Praktische Erfahrung mit diesem Format ist erforderlich, evtl. ist eine externe Moderation zu prüfen.
  • Analog: Formate, die gemeinsam in Präsenz an einem Ort durchgeführt werden.
  • Hybrid: Formate, die auch hybrid möglich sind, bei denen also ein Teil der Mitwirkenden vor Ort ist, ein anderer Teil digital zugeschaltet werden kann.
  • Digital: Formate für den digitalen Raum (z.B. in Online-Foren oder Video-Calls.
  • klein: Gruppen von unter 8 Personen.
  • mittel: Typische Gruppengrößen zwischen ca. 8 und 40 Personen.
  • groß: Großgruppen über 40 Personen.
  • Tool: Kleine Tools, um bestimmte Aufgaben (Gruppeneinteilung, Meinungsbilder, etc.) in einem Prozess zu bewältigen. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten.
  • Unter 2 Stunden: Kürzere Formate, die im Normalfall in eine typische Veranstaltung integriert werden können.
  • Halber Tag: Formate, die in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden benötigen.
  • Eintägig: Größere Formate, die zwischen 4 und 8 Stunden Zeit benötigen und als eigenständige Tagesveranstaltung konzipiert sind.
  • Mehrere Tage: Komplette Prozess-Formate, die aus mehreren Bausteinen bestehen, die oftmals auch mit einem bestimmten zeitlichen Abstand aufeinander folgen sollen.
Ähnlich: Worldcafé
Ein Worldcafé bringt Menschen in einer wenig formalisierten Atmosphäre ins Gespräch - ähnlich wie in der Caféhaus- / Salonkultur.