Dein Beteiligungsprozess für: Betriebsvereinbarung (einfach)
Ein Beteiligungsprozess im Rahmen der Verhandlung einer relativ einfachen und unkomplizierten Betriebsvereinbarung kann kompakt und klar strukturiert sein. Er kommt mit wenigen Formaten aus. Zunächst empfiehlt es sich, die betroffenen Beschäftigten zu aktivieren, indem sie mit dem Thema konfrontiert und ihre Erwartungen dazu abgefragt werden. Die eigentliche Beteiligung kann dann in einem kompakten Dialogformat erfolgen, dass nur wenig Zeit erfordert und dennoch auch für große Gruppen geeignet ist. Es kann gut in eine Betriebsversammlung integriert werden.

Kugellager
Das Kugellager ist eine dynamische Gesprächsmethode, die in kurzer Zeit persönlichen Austausch mit verschiedenen Menschen ermöglicht. Sie eignet sich besonders für aktivierende Einstiege, Meinungsbildung oder zur Reflexion von Themen in größeren Gruppen.
Sinn & Zweck:
- Geregeltes Sprechen und Zuhören: Durch eine klare Zeitverteilung erhält jede Person gleich viel Raum zur Äußerung. Unterbrechungen werden vermieden und aktives Zuhören gefördert. Die kurzen Gesprächszeiten fördern zudem einen zielgerichteten Austausch.
- Aktivierung aller Teilnehmenden: Auch Personen ohne feste Meinung werden eingebunden. Jeder bekommt die Gelegenheit, sich im geschützten Rahmen zu äußern.
Ressourcen (Raum, Material, u.a.):
Raum:
- Seminarraum mit ausreichend Platz für alle Teilnehmenden und genug Bewegungsfreiheit
- optional: zwei ineinander stehende Stuhlkreise
Material:
- Stift und Papier für Notizen
- Flipchart und Marker für die Ergebnisse und Evaluation
Ablauf:
1. Vorbereitung und Einführung ins Thema
- Zu Beginn des Kugellagers werden die Teilnehmenden aufgefordert, sich in einem Innen- und einem Außenkreis aufzustellen, die zueinander gerichtet sind.
- Die eine Gruppe stellt sich in einem festen Innenkreis auf, die andere bildet einen beweglichen Außenkreis, sodass jede Person einer anderen gegenübersteht.
- Die Moderation führt anschließend in das Thema ein und nennt eine Frage, eine Aussage oder einen Konfliktpunkt, über den sich die Paare austauschen sollen.
2. Gesprächsphase
- Daraufhin fangen die Teilnehmenden an, sich zu dem genannten Thema auszutauschen.
- Zuerst darf der Innenkreis für eine festgelegte Zeit sprechen (je nach Thema etwa 1–2 Minuten), dann wird eine Glocke geläutet und die Mitglieder des Außenkreises erhalten das Wort.
- Beim nächsten Läuten der Glocke rückt der Außenkreis eine Position weiter, während der Innenkreis stehen bleibt.
- In der nun folgenden Runde kann entweder das gleiche Thema weiterbehandelt oder eine neue Fragestellung bestimmt werden.
- Dieses Verfahren kann beliebig viele Runden fortgesetzt werden, maximal so oft, bis der Außenkreis einmal komplett rotiert hat.
3. Ergebnisbesprechung
- Nach Ende des Austausches kommen alle Teilnehmenden im Plenum zusammen und tauschen ihre Ergebnisse aus.
- Diese werden von der Moderation notiert.
- Optional bekommen die Teilnehmenden die Möglichkeit, von ihren Eindrücken und Erfahrungen aus den Gesprächen zu berichten und Feedback zu geben.
Tipps und Stolperfallen:
- Optional kann es, nachdem beide Partner*innen ihre Einstellung dargelegt haben, auch einen dritten Zeitabschnitt für eine kurze Diskussion geben.
- Je nachdem, zu welchem Zeitpunkt die Methode angewendet wird, kann sie mehr oder weniger ausführlich angewendet werden und die Anzahl der Gesprächsphasen kann stark variieren.

Merkmale:
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Fishbowl
Die Fishbowl-Methode ist eine strukturierte Form der Gruppendiskussion, die besonders gut in größeren Gruppen funktioniert. Die Methode basiert auf einem einfachen Prinzip: Ein kleiner innerer Gesprächskreis diskutiert aktiv ein Thema, während der äußere Kreis zuhört. Wer aus dem Außenkreis etwas beitragen möchte, kann einen Platz im Innenkreis einnehmen – so entsteht ein fließender Wechsel zwischen Zuhören und Mitreden.
Durch dieses Format bleibt die Diskussion überschaubar, gleichzeitig kommen viele Perspektiven zur Sprache. Die Fishbowl eignet sich besonders, wenn Themen gemeinsam reflektiert, verschiedene Meinungen sichtbar gemacht oder kollektive Entscheidungen vorbereitet werden sollen.
Sinn & Zweck:
- Einbindung vieler Perspektiven: Durch den Wechsel im Innenkreis bzw. den freien Stuhl können viele Teilnehmende ihre Sichtweisen und Impulse einbringen.
- Fokus auf aufmerksames Zuhören: Teilnehmende im Außenkreis müssen aktiv zuhören, der Diskussion folgen und überlegen, ob sie die Diskussion weiter vorantreiben könnten.
Ressourcen (Raum, Material, u.a.):
Raum:
- Ein Stuhlkreis mit einem inneren und einem äußeren Kreis
(z. B. 3–5 Stühle innen für aktive Diskussion, außen für Zuhörende) - Ausreichend Platz für Teilnehmende, um zwischen den Kreisen zu wechseln
Materialien:
- ggf. Mikrofon bei sehr großen Gruppen oder für hybride Settings
- ggf. Flipchart oder Whiteboard zur Visualisierung zentraler Punkte
Ablauf:
1. Aufbau und Einführung
- Zwei Kreise werden gebildet:
- Innenkreis („Fishbowl“): aktive Diskussionsteilnehmende, meist Personen mit besonderer Expertise
- Außenkreis: Zuhörende, die bei Interesse in den Innenkreis wechseln können
- Die Moderation stellt das Diskussionsthema und die Regeln vor:
- Nur wer im Innenkreis sitzt, darf sprechen
- Ein Platz im Innenkreis bleibt (wenn möglich) zu Beginn frei – zum freiwilligen „Reinwechseln“
2. Diskussionsphase
- Die Diskussion beginnt im Innenkreis – die Moderation hält sich zurück oder begleitet unterstützend.
- Personen im Außenkreis können jederzeit auf den freien Stuhl im Innenkreis wechseln, um sich einzubringen.
- Wer fertig gesprochen hat, macht Platz für andere – so bleibt der Austausch in Bewegung.
3. Abschluss
- Die Diskussion endet nach einer festgelegten Zeit oder wenn keine weiteren Beiträge kommen.
- Je nach Ziel kann ein kurzes Fazit gezogen oder eine gemeinsame Auswertung folgen.
Tipps und Stolperfallen:
- Es kann vorkommen, dass Teilnehmende den inneren Kreis nicht verlassen, obwohl sie nichts mehr zur Diskussion beitragen. In diesem Fall sollte die Moderation sie freundlich auffordern, den Sitz für andere Personen freizugeben.
- Um möglichst viele Teilnehmende zu Wort kommen zu lassen, ist es auch möglich, mit einer Uhr feste Frequenzen zu definieren. Immer, wenn der Wecker klingelt (z. B. alle fünf Minuten), MUSS ein Wechsel stattfinden.

Merkmale:
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Speed-Dating
Die Methode „Speed-Dating“ überträgt das Prinzip des schnellen Kennenlernens auf den Arbeitskontext. In strukturierter Weise tauschen sich die Teilnehmenden in kurzen Gesprächen mit wechselnden Partner*innen zu konkreten Fragen oder Themen aus. So wird ein dynamischer Einstieg in die Diskussion ermöglicht – auch in größeren Gruppen.
Sinn & Zweck:
- Thematische Orientierung schaffen: Erste Meinungsbilder und Erfahrungen zu einem Thema sammeln, z. B. als Einstieg in Beteiligungsprozesse
- Aktivierung der Gruppe: Durch den schnellen Wechsel werden alle aktiv eingebunden und zum Austausch motiviert. So kommen auch eher ruhigere Personen zu Wort, die sich beispielsweise in einer großen Gruppe nicht äußern würden.
- Vielfalt der Perspektiven: Die Methode fördert den Austausch verschiedener Sichtweisen und unterstützt so die gemeinsame Problemlösung oder Entscheidungsfindung.
Ressourcen (Raum, Material, u.a.):
Raum:
- Großzügiger Raum für zwei konzentrische Kreise (stehend oder sitzend)
Material:
- Stoppuhr/Timer (auch per Smartphone-App)
- Akustisches Signal (Glocke, Klangschale o. Ä.)
- Optional: Flipchart/Whiteboard zur Dokumentation von Erkenntnissen
Ablauf:
1. Vorbereitung
- Die Moderation erläutert das Ziel und den Ablauf des Speed-Datings, insbesondere der Wechselmechanismus muss geklärt werden (z. B. „äußerer Kreis rotiert nach rechts“).
- Die Teilnehmenden stellen sich in einem inneren und einem äußeren Kreis auf (optional: Sitzkreis).
- Die Kreise sollten aus exakt gleich vielen Personen bestehen. Dabei sollten sich immer eine Person aus dem inneren und eine Person aus dem äußeren Kreis gegenüberstehen.
2. Speed-Dating
- Die Moderation stellt eine Frage oder ein Thema vor, zu dem sich die Paare austauschen.
- Die Paare diskutieren für eine festgelegte Zeit (1–3 Minuten).
- Nach Ablauf der Zeit gibt die Moderation ein akustisches Signal zum Wechsel.
- Dieser Ablauf wird wiederholt (ca. 5–6 Runden).
3. Austausch im Plenum
- Nach Abschluss des Speed-Datings versammeln sich alle im Plenum.
- Beim Austausch im Plenum können die Teilnehmenden ihre wichtigsten Erkenntnisse und Highlights aus den Einzelgesprächen teilen.
- Zum Schluss fasst die Moderation die zentralen Punkte zusammen und verbindet sie mit dem weiteren Arbeitsprozess.
Tipps und Stolperfallen:
- Sorge für klare und verständliche Erklärungen der Abläufe und Signale vor Beginn.
- Achte darauf, dass das Wechsel-Signal für alle gut hör- oder sichtbar ist.
- Bei ungerader Teilnehmerzahl kann immer eine Person in einer Runde pausieren oder alternativ eine Dreiergruppe gebildet werden.
- Das Speed-Dating dient einer ersten thematischen Orientierung und Aktivierung der Teilnehmenden und sollte daher nicht zu lange dauern.

Merkmale:
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Expo-Diskurs
Der „Expo-Diskurs“ ist eine lebendige Methode, um viele Menschen in eine gemeinsame Diskussion einzubinden. Schritt für Schritt wächst die Gruppe – so haben wirklich alle die Chance, ihre Ideen und Meinungen einzubringen. Gemeinsam entwickelt ihr tragfähige Lösungen, die von allen mitgetragen werden. Perfekt geeignet, um eine offene Beteiligung zu fördern und Vertrauen zu schaffen – zum Beispiel als Einstieg in einen Workshop oder bei einer Betriebsversammlung. Diese Methode eignet sich besonders als Opener oder als Teil eines Workshops.
Sinn & Zweck:
- Die Methode ermöglicht es allen Mitarbeitenden, sich aktiv einzubringen und ihre Sichtweisen in den Diskussionsprozess einzuführen.
- Durch die wachsenden Gruppengrößen wird gewährleistet, dass Ideen gemeinsam weiterentwickelt werden.
- Ihr arbeitet an Positionen und Lösungen, die von der ganzen Gruppe getragen werden können.
- Der faire Austausch stärkt die Transparenz und das Vertrauen in die Mitbestimmung – und damit auch in die Arbeit des Betriebsrats.
- Die Methode verhindert, dass einzelne dominierende Stimmen die Diskussion bestimmen, und ermöglicht eine faire Beteiligung aller Anwesenden. Auch zurückhaltendere Personen erhalten Raum, ihre Gedanken einzubringen, ohne von lauteren Stimmen überlagert zu werden.
Ressourcen (Raum, Material, u.a.):
- Raum:
- Ein großer, flexibel nutzbarer Raum – ideal für verschiedene Gruppengrößen (Einzelarbeit, Paare, Kleingruppen, Plenum).
- Material:
- Timer oder Uhr für die Zeiteinteilung
- Flipcharts oder Whiteboards, um die Ergebnisse sichtbar zu machen
- Moderationskarten und Stifte für Notizen und Ideen
- Optional: ein digitales Whiteboard (z. B. Miro), falls du hybrid oder online arbeitest
Ablauf:
1. Einzelphase (1 Minute)
- Starte mit einer stillen Minute für alle. Die Teilnehmenden denken für sich über die Fragestellung nach. Beispiel: „Wie können wir mit der Situation XYZ umgehen?“ und notieren dann ihre Gedanken auf Moderationskarten.
2. Paarphase (2 Minuten)
- Jetzt bilden die Teilnehmenden Paare. Sie stellen sich gegenseitig ihre Ideen vor und entwickeln diese gemeinsam weiter. Dafür nehmt ihr euch 2 Minuten Zeit.
3. Vierergruppenphase (4 Minuten)
- Die Paare schließen sich zu Gruppen von vier Personen zusammen. Jetzt geht’s darum, die gesammelten Ideen zu vertiefen und erste Lösungsansätze zu entwickeln. Das können beispielsweise Vorschläge zur besseren Information über die Betriebsratswahl sein oder andere Ideen.
4. Gesamtgruppenphase
- Alle Gruppen stellen ihre Ergebnisse vor. Jetzt diskutiert ihr gemeinsam, welche Ideen und Vorschläge die meisten überzeugen. Optional könnt ihr zum Schluss eine Abstimmung machen, um zu sehen, welche Lösung die größte Unterstützung findet.
Tipps und Stolperfallen:
- Je nach TN-Zahl kann die Gruppengröße in den Phasen angepasst werden, z. B. 1–3–9–alle.
- Diese Methode funktioniert auch mit großen Gruppen. Bei mehr als 40 Teilnehmenden empfiehlt es sich jedoch, am Ende keine ausführliche Diskussion mit allen Beteiligten einzuplanen, sondern nur zu fragen, ob einzelne Gruppen kurz über Erkenntnisse berichten wollen und dann in einem anderen Format weiterzuarbeiten.
- Diese Methode ist so oder ähnlich auch bekannt unter: 1-2-4-all

Merkmale:
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Ideenkarussell
Das Ideenkarussell ist eine kreative Beteiligungsmethode, die sowohl zur Ideenfindung als auch zur Diskussion eingesetzt werden kann. Durch den schriftlichen Austausch unter den Teilnehmenden werden Denkanstöße gesammelt, dokumentiert und gleichzeitig bestehende Kommunikationsmuster aufgebrochen.
Sinn & Zweck:
- Neue Impulse generieren: Das Ideenkarussell eignet sich besonders dann, wenn Diskussionen ins Stocken geraten. Teilnehmende bringen schnell und unkompliziert neue Ideen ein, ohne diese direkt vertiefen zu müssen.
- Inspiration durch Perspektivenvielfalt: Durch das Weiterreichen der Zettel lassen sich Ideen anderer aufgreifen und weiterentwickeln. So entsteht ein kreativer Gruppenprozess.
- Niedrigschwellige Beteiligung: Die Methode funktioniert weitgehend anonym. Dadurch wird auch zurückhaltenden Mitarbeitenden die aktive Beteiligung erleichtert.
Ressourcen (Raum, Material, u.a.):
Raum:
- Seminarraum mit kreisförmiger Sitzordnung
Material:
- Papier und Stifte
- Flipchart
Ablauf:
Problemidentifizierung
- Zu Beginn des Ideenkarussells führt die Moderation in das Thema bzw. in die Problemstellung ein.
- Gemeinsam identifizieren die Teilnehmenden einzelne Aspekte und Teilprobleme zu dem jeweiligen Thema und notieren diese jeweils auf einem Zettel.
- Alternativ können die Teilaspekte des Problems auch durch die Moderation vorgegeben und auf Zetteln notiert werden.
Ideenfindung
- Anschließend erhalten alle Teilnehmenden je einen dieser Zettel zur Bearbeitung.
- In einer befristeten Zeit (z. B. 45 Sekunden) schreibt jede*r Teilnehmende auf das Problem bezogene Ideen auf den Zettel.
- Nach Ablauf der Zeit werden die Zettel im Kreis weitergereicht und die Teilnehmenden gehen auf die bereits formulierten Kommentare und Ideen ein.
- Zudem haben sie die Möglichkeit, eigene Vorschläge zu ergänzen.
- Dies geschieht so lange, bis alle Teilnehmenden jeden Zettel bearbeitet haben.
Zusammentragen der Ergebnisse
- Dann sammelt die Moderation alle Zettel ein und stellt die Ergebnisse im Plenum vor.
- Bei Bedarf kann über die Vorschläge und Ideen diskutiert werden.
- Die Ergebnisse des Ideenkarussells und der Diskussion können abschließend auf einem Flipchart festgehalten werden.
Tipps und Stolperfallen:
Gibt es nicht so viele Teilprobleme wie Teilnehmende, können auch mehrere Zettel mit der gleichen Frage-/Problemstellung verteilt werden. So können die Ideen der anderen neue Impulse hervorbringen. Gleiche Fragestellungen werden dann unterschiedlich bearbeitet.

Merkmale:
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Denkhüte
Um ein Thema aus möglichst vielen Perspektiven beleuchten zu können, eignen sich die Denkhüte sehr gut. Ziel ist es, die persönliche Meinung zu einem Thema kurzfristig abzulegen, offen für neue Argumentationen zu werden und die verschiedenen Dimensionen eines Themas zu erkennen.
Im Prinzip handelt es sich bei der Denkhüte-Methode um eine normale Gruppendiskussion, die durch Aspekte des Rollenspiels bereichert wird. Das zu besprechende Thema wird durch fünf verschiedene Denkweisen aus unterschiedlichsten Seiten beleuchtet.
Sinn & Zweck:
- Ein Thema wird systematisch aus mehreren Perspektiven beleuchtet (Fakten, Gefühle, Risiken, Chancen, Kreativität, Steuerung).
- Beiträge werden geordnet, statt einzelne Argumentationsstile dominieren zu lassen.
- Blinde Flecken sind zu erkennen und eine tragfähige Grundlage für Entscheidungen oder nächste Schritte zu schaffen.
- Beteiligung wird gefördert, weil unterschiedliche Zugänge (analytisch, intuitiv, kreativ) gleichberechtigt Raum bekommen.
- Der Austausch unterschiedlicher Perspektiven fördert das Verständnis füreinander und stärkt die demokratische Unternehmenskultur.
Ressourcen (Raum, Material, u.a.):
- Raum: ein ausreichend großer, ruhiger Raum oder Seminarraum, in dem sich Teilnehmende in Gruppen oder im Plenum versammeln können
- Material:
- Sechs farbige Hüte (alternativ farbige Karten oder Symbole).
- Moderationsmaterial (Flipchart, Whiteboard, Marker) zur Visualisierung der Ergebnisse
- optional: digitale Tools (z. B. Miro oder ein anderes Whiteboard-Tool) für hybride oder virtuelle Diskussionen
Ablauf:
1. Themenvorstellung durch die Moderation:
- Beginne mit der Einführung in das Thema.
- Die Moderation formuliert eine Leitfrage, die zum Anlass passt. Beispiel: „Was könnte sich ändern, wenn wir mehr beteiligen?“ oder „Welche Auswirkungen hat Mitbestimmung auf unseren Arbeitsalltag?“
- Die sechs farbigen Hüte (oder ein anderes Material in sechs Farben) werden bereitgelegt oder symbolisch von der Moderation präsentiert.
2) Regeln kurz klären
- Es wird Hut für Hut gearbeitet (Perspektiven nicht mischen).
Weiß – Fakten/Analyse
Weiß steht für neutrales, analytisches Denken. Mitglieder in dieser Rolle beschäftigen sich nur mit Fakten, Zahlen und Daten. Sie vermeiden es, sich eine subjektive Meinung zu bilden, und bewerten nicht.
Rot – Gefühle/Intuition
Diese Farbe steht für subjektives, emotionales Denken. Mitglieder in dieser Rolle bilden sich eine persönliche Meinung und betrachten positive wie negative Gefühle. Hier dürfen auch Widersprüche auftreten.
Schwarz – Risiken/Einwände
Diese Rolle repräsentiert den pessimistischen Kritiker. Der Kritiker konzentriert sich auf objektive Argumente, die negative Aspekte hervorheben. Mitglieder mit schwarzem Denkhut denken an Risiken und Einwände.
Gelb – Chancen/Vorteile
Gelb steht für den Gegensatz zum Kritiker. Hier ist realistischer Optimismus gefragt. Positive Argumente werden gesammelt. Objektive Chancen und Vorteile sind Thema des „gelben Denkers“.
Grün – Ideen/Kreativität
Der grüne Denkhut steht für Innovation, Neuheit und Assoziation. Mitglieder in der grünen Rolle produzieren neue Ideen und kreative Vorschläge. Kritik ist hier fehl am Platz. Alle Ideen werden gesammelt.
Blau – Ordnung/Steuerung
Die blaue Rolle sorgt für Ordnung, Durch- und Überblick. Ihre Aufgabe ist es, Ideen und Gedanken zu strukturieren.
- Jede Perspektive ist erwünscht und erfüllt eine eigene Funktion.
- Die Ergebnisse werden sichtbar dokumentiert.
3) Hüte nacheinander bearbeiten (Plenum oder Kleingruppen)
- Richtwert: 3–6 Minuten pro Hut (je nach Zeitrahmen)
4) Abschluss: Ergebnisse sichern und aktivieren
- kurze Zusammenfassung: die wichtigsten Punkte je Hut, offene Fragen, Spannungen
- dann festlegen: nächste Schritte (wer macht was bis wann) oder Entscheidung/Vertagung mit Auftrag
Tipps und Stolperfallen:
Moderationshinweise
- Hut-Disziplin halten: Wenn jemand im weißen Hut „kritisiert“, freundlich stoppen und in den passenden Hut verschieben.
- Rot schützen: Gefühle werden nicht bewertet oder „wegdiskutiert“, nur gesammelt.
- Schwarz begrenzen: Zeit deckeln, damit Gelb/Grün nicht untergehen.
- Grün wirklich kritikfrei: Machbarkeit kommt später, nicht im Brainstorming.
- Blau aktiv führen: Am Ende sauber priorisieren (Top 3) und konkrete nächste Schritte fixieren.

Merkmale:
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Destillerie
Mit der Destillerie-Methode findet ihr viele Ideen und filtert dann die besten für die Maßnahmen zur Betriebsratswahl heraus. Diese Methode stärkt die demokratische Mitbestimmung und schafft eine solide Grundlage für die zukünftige Betriebsratsarbeit. So könnt ihr sicherstellen, dass die entwickelten Maßnahmen praktikabel sind und von der Mehrheit mitgetragen werden. Durch den partizipativen Auswahlprozess werden engagierte Mitarbeitende sichtbar und damit auch potenzielle Kandidat*innen.
Sinn & Zweck:
- Erhöhung der Beteiligung: Der partizipative Prozess stärkt das Engagement und die Akzeptanz der erarbeiteten Maßnahmen, wodurch die demokratische Mitbestimmung langfristig gefördert wird.
- Aus zahlreichen Vorschlägen werden die effektivsten und praktikabelsten Maßnahmen herausgearbeitet und verdichtet.
- Die erarbeiteten Maßnahmen bilden eine solide Grundlage für die zukünftige Betriebsratsarbeit und können direkt in den Wahlkampf einfließen.
- Engagierte Mitarbeitende, die sich aktiv in die Betriebsratsarbeit einbringen können, werden gezielt erkannt. Identifikation potenzieller Betriebsratskandidat*innen: Durch gezielte Fragestellungen und Diskussionen können engagierte Mitarbeitende sichtbar gemacht werden.
Ressourcen (Raum, Material, u.a.):
- Raum: ein heller, ausreichend großer Besprechungs- oder Seminarraum, in dem mehrere Kleingruppen arbeiten können
- Material:
- Flipcharts oder Whiteboards zur Visualisierung
- Moderationskarten, Klebezettel, Marker für die Ideensammlung und Priorisierung
- Optional: Digitale Tools (z. B. Miro) für Online- oder hybride Workshops, Flipcharts oder Whiteboards zur visuellen Darstellung der Ideen.
Ablauf:
1. Formulierung des Ziels:
- Die Moderation stellt das Ziel vor, z. B.: „Wie können wir Thema XY (aus Umfrage) bearbeiten?“
- Falls bereits eine vorherige Ideensammlung stattgefunden hat, wird auf diesen Ergebnissen aufgebaut.
2. Individuelle Ideensammlung:
- Jede*r Teilnehmende erstellt eine Liste mit möglichst vielen Ideen – auch ungewöhnliche Vorschläge sind ausdrücklich erwünscht.
3. Erweiterung und Konsolidierung in Kleingruppen:
- In Gruppen von 4 bis 8 Personen werden die individuellen Ideen zusammengetragen und ergänzt.
- Ziel ist es, eine möglichst lange Liste zu erstellen; nur völlig unpassende Vorschläge werden aussortiert.
4. Zusammenführung aller Vorschläge:
- Die Kleingruppen präsentieren ihre Listen in der Gesamtgruppe, sodass eine konsolidierte Ideensammlung entsteht.
5. Priorisierung in Kleingruppen:
- Jede Kleingruppe markiert:
- Die Hälfte der Vorschläge mit Rot (als wenig sinnvoll oder nicht realistisch).
- Ein weiteres Viertel mit Gelb (als mittelmäßig relevant).
6. Reduktion und finale Auswahl:
- Vorschläge mit mindestens einer roten Markierung werden gestrichen.
- Ideen, die von der Hälfte der Gruppen als gelb markiert wurden, entfallen ebenfalls.
- Die übrig gebliebenen Vorschläge werden in der Gesamtgruppe diskutiert und in einer abschließenden Abstimmung weiter verdichtet.
- Falls notwendig, kann das Systemische Konsensieren als Entscheidungsmethode eingesetzt werden.
7. Ergebnis:
- Am Ende stehen eine oder mehrere realistische, von der Mehrheit getragene Maßnahmen, die in die Praxis umgesetzt werden sollen.
Tipps und Stolperfallen:

Merkmale:
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Ampel-Feedback
Schnelle Meinungsbilder zu ermitteln, ist gerade in Beteiligungsprozessen wichtig. Das Ampel-Feedback hilft dabei und zeigt auch an, wie hoch der Anteil der Unentschlossenen in der Gruppe ist.
Sinn & Zweck:
- Schnelle Stimmungsabfrage: Die Teilnehmenden können unkompliziert zeigen, wie sie etwas finden oder bewerten, ohne sich erklären zu müssen.
- Transparenz schaffen: Alle Beteiligten sehen auf einen Blick, wo Unsicherheiten, Ablehnung oder weiterer Erklärungsbedarf besteht.
Ressourcen (Raum, Material, u.a.):
Raum:
- Ort, an dem alle Teilnehmenden sich gegenseitig sehen können, um die Stimmungen der anderen sehen zu können.
- Wie genau dies aussieht, kann individuell je nach Art der Veranstaltung variieren.
Material:
- Rote, gelbe und grüne Kärtchen für alle Teilnehmenden
- Dabei ist es sinnvoll, diese zu laminieren, um die Nutzungsdauer zu verlängern.
Ablauf:
1. Meinungsabfrage durch die Moderation
- Alle Teilnehmenden erhalten je ein rotes, ein gelbes und ein grünes Tonpapier- oder Moderationskärtchen.
- Die Bedeutung der Farben: Rot drückt Ablehnung aus, Gelb Unentschlossenheit und Grün Zustimmung.
- Die Moderation stellt nun Fragen, die die Teilnehmenden durch das Hochhalten des für sie zutreffenden Kärtchens beantworten.
- So erhalten Moderation und Beteiligte schnell ein visuelles Stimmungsbild als Grundlage für eine vertiefte Diskussion im Plenum.
2. Ergebnisse festhalten
- Nach Belieben können die Ergebnisse der Umfrage durch ein Tafelbild, ein digitales Diagramm oder Ähnliches sichtbar gemacht werden.
- So können Stimmungen zu verschiedenen Fragen verglichen werden oder ein Vorher-/Nachher-Vergleich erfolgen.
Tipps und Stolperfallen:
Im digitalen Raum können die Teilnehmenden mit Handzeichen statt Farben arbeiten. Grün: Daumen hoch, Gelb: waagerechte, flache Hand, Rot: Daumen runter.

Merkmale:
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Zielscheibe
Die Zielscheibe ist ein einfach einzusetzendes Tool, mit dem Gruppen jeder Größe gemeinsam Priorisierungen von Vorhaben oder Forderungen vornehmen können. Darüber hinaus dient sie auch zur Evaluation von bereits gestarteten oder abgeschlossenen Projekten, sowie der schnellen Visualisierung eines Meinungsbildes.
Sinn & Zweck:
- Schneller Überblick über die Verteilung: Die Zielscheibe ermöglicht es auf eine schnelle, unkomplizierte Weise, ein Meinungsbild der Beschäftigten zu einem bestimmten Thema zu erhalten.
- Einfache Auswertung: Das Ergebnis der Zielscheibe lässt sich leicht interpretieren. So kann ohne großen Aufwand darauf eingegangen werden.
- Niedrigschwellige Beteiligung: Auch zurückhaltende Teilnehmende können durch das einfache Setzen von Punkten ihre Meinung abgeben, ohne diese begründen zu müssen. So wird die Verteilung nicht durch besonders dominant diskutierende Teilnehmende verzerrt.
Ressourcen (Raum, Material, u.a.):
Raum:
- Seminar- oder Gruppenraum mit ausreichend Platz, um sich um die Zielscheibe zu versammeln
Material:
- Zielscheibe: Poster, Tafel oder Ähnliches mit aufgemalter Zielscheibe
- Klebepunkte
Ablauf:
1. Vorbereitung der Zielscheibe
- Zunächst wird auf ein Plakat, eine Tafel oder Ähnliches eine Zielscheibe aufgemalt.
- Diese wird anschließend in verschiedene Bereiche aufgeteilt, wobei jeder Bereich je einem Thema zugeordnet ist. Es bietet sich an, etwa vier bis sechs verschiedene Bereiche voneinander abzutrennen.
- Diese Bereiche werden am Rand mit der abzufragenden Forderung oder dem Vorhaben beschriftet.
2. Abfragen des Meinungsbildes
- Alle Teilnehmenden erhalten nun die Möglichkeit, entweder mithilfe von Klebepunkten oder mit Kreuzen, die einzelnen Bereiche auf der Zielscheibe zu bewerten.
- Je näher die Markierung einer Kategorie am Mittelpunkt der Zielscheibe ist, umso besser beziehungsweise positiver wird der Bereich bewertet.
3. Besprechung der Ergebnisse
- Nachdem alle Teilnehmenden ihre Punkte auf der Zielscheibe verteilt haben, wird über das Ergebnis gesprochen.
- Dieser Teil der Methode sollte moderiert stattfinden.
- Dabei kann zunächst auf die Verteilung der Stimmen eingegangen werden und evaluiert werden, welche Vorhaben in Zukunft die höchste Priorität haben beziehungsweise wie zufrieden die Teilnehmenden mit den jeweils abgefragten Themen sind.
- In einem weiteren Schritt kann zusätzlich auf die Bewertungsgründe eingegangen werden. Da diese durch die Zielscheibe nicht abgebildet werden, muss dazu eine gezielte Abfrage durch die Moderation gestartet werden.
Tipps und Stolperfallen:
- Der große Vorteil dieser Methode ist ihre Einfachheit, die es unkompliziert ermöglicht, einen schnellen Überblick über das in der Gruppe herrschende Meinungsbild zu erhalten. Allerdings ist mittels der Methode kein Rückschluss auf die Bewertungsgründe möglich. Deshalb bietet es sich an, im Anschluss eine kleine Diskussion einzuleiten, bei der den Teilnehmenden die Möglichkeit zur Feedbackabgabe gewährt wird.
- Alternativ kann die Zielscheibe auch der Evaluation bestimmter Themen dienen, von denen die gesamte Abteilung oder der gesamte Betrieb betroffen ist. Dann kann es durchaus sinnvoll sein, die Zielscheibe an einen öffentlichen Ort zu hängen, der von möglichst vielen Beschäftigten passiert wird (z. B. Pausenraum, Cafeteria, Eingangsbereich). So können diese ihre Meinung anonym abgeben und die Führungsebene kann auf das Ergebnis entsprechend reagieren.

Merkmale:
Einloggen, um diese Methode als Favorit zu speichern.
Auf jeden Fall sollte den unmittelbar Beteiligten unmittelbar nach Abschluss der Betriebsvereinbarung noch einmal persönlich Ergebnis und ein Dank für die Mitwirkung kommuniziert werden.