Prozessschritte für betriebliche Beteiligungsprozesse
1. Definition des Beteiligungsgegenstands
Festlegen, welches konkrete Thema oder Problem bearbeitet wird. Der Gegenstand muss für die Beschäftigten oder unsere Mitglieder relevant und beeinflussbar sein.
2. Ziel der Beteiligung definieren
Bestimmen, wozu die Beteiligung dient (z. B. Ideen entwickeln, Akzeptanz sichern, Lösung vorbereiten). Transparenz über den Nutzen schaffen.
3. Entscheidungsspielraum ermitteln
Klarmachen, welche Fragen tatsächlich offen sind und gestaltet werden können – und was rechtlich, tariflich oder organisatorisch festgelegt ist. Wie können die Ergebnisse Wirkung entfalten?
4. Beteiligungstiefe festlegen
Entscheiden, wie intensiv Beschäftigte beteiligt werden: Konsultation, Mitgestaltung, Mitentscheidung oder Selbstorganisation.
5. Benötigte Ressourcen klären
Sicherstellen, dass der Prozess realisierbar ist:
- Raum: wo findet Beteiligung statt?
- Zeit: wann und in welchem Umfang?
- Arbeitszeit oder Freizeit?: Klärung, ob Beteiligung in der Arbeitszeit stattfindet.
- Externe Moderation: ggf. neutrale Prozessbegleitung.
- Catering, Material: praktische Unterstützung.
- Verantwortlichkeiten: wer stellt die Ressourcen bereit?
6. Klärung der Rahmenbedingungen
Bestimmen, wer den Prozess trägt:
- Auftraggeber: wer initiiert die Beteiligung?
- Ergebnisverarbeitung: wer wertet die Ergebnisse aus, wie fließen sie weiter?
7. Zu beteiligende Akteure ermitteln
Festlegen, welche Beschäftigten, Gruppen oder Rollen einbezogen werden sollen.
8. Motive der Beteiligten klären
Verstehen, warum sich Beschäftigte Mitglieder beteiligen sollten (z. B. Einfluss, Verbesserung, Interessenvertretung).
9. Scoping durchführen
Wenn nötig, nochmal mit den verschiedenen Akteuren die Beteiligungsidee spiegeln und bewerten. Das Thema eingrenzen und die Regeln der Beteiligung definieren: Was ist Gegenstand, welche Fragen sind offen, welche nicht?
10. Benötigte Informationen und Kompetenzen organisieren
Alle relevanten Fakten, Daten und ggf. Qualifizierungen bereitstellen, damit Beteiligung auf informierter Grundlage stattfinden kann. Informationen für die zu Beteiligten aufbereiten.
11. Beteiligte rekrutieren
Beschäftigte, Mitglieder aktiv einladen, motivieren und gewinnen – transparent und fair.
12. Erwartungen ermitteln
Fragen, was die Beschäftigten sich von der Beteiligung erhoffen, um Enttäuschungen zu vermeiden.
13. Ergebnisverarbeitung klären
Festlegen, wie mit den Beiträgen umgegangen wird: Dokumentation, Auswertung, Priorisierung.
14. Beteiligungsformate durchführen
Die geplanten Formate (Workshops, Befragungen, Versammlungen etc.) umsetzen.
15. Ergebnisse konsolidieren
Die gesammelten Beiträge bündeln, strukturieren und zu handlungsfähigen Ergebnissen verdichten.
16. Ergebnisse in Entscheidungsprozesse einspeisen
Die konsolidierten Ergebnisse in die formalen Entscheidungswege einbringen (z. B. Betriebsrat ↔ Arbeitgeber, Management).
17. Entscheidungen verfolgen
Überprüfen, ob die getroffenen Entscheidungen umgesetzt werden, und ggf. nachsteuern.
18. Feedback an Teilnehmende geben
Rückmeldung an die Beschäftigten: Was wurde übernommen, was nicht – und warum. Transparenz stärkt Vertrauen und Motivation.