Kreuz und quer

Gerade bei unterschiedlichen Meinungen ist es schwer, die Qualität unterschiedlicher Argumente zu beurteilen. Diese Methode hilft dabei – und zeigt Wertschätzung für jede einzelne Meinung. 

Sinn und Zweck

  • Meinungsbild sichtbar machen: Die Methode hilft, unterschiedliche Sichtweisen in der Gruppe zu sammeln, abzuwägen und gegenüberzustellen. 
  • Perspektivwechsel fördern: Teilnehmende setzen sich auch mit Argumenten auseinander, die sie selbst nicht vertreten. Das fördert Empathie und Verständnis. 
  • Gehör für alle Argumente: Alle Sichtweisen werden gehört, dokumentiert und diskutiert. 

Ressourcen (Raum, Material u.a.)

Raum:  
  • Gruppenraum, in dem alle Teilnehmenden Platz finden. Bestenfalls ein Stuhlkreis, sodass alle Teilnehmenden sich gut sehen können und auch die Moderationswand für alle leicht erreichbar ist.  
 Material:  
  • Großes Plakat, Moderationswand oder Flipchart 
  • Moderationskarten 
  • Stifte 
  • Klebepunkte 

Ablauf

1. Finden von Argumenten 
  • Argumente sammeln 
  • Die Gruppe sammelt gemeinsam Pro- und Kontra-Argumente zu einem festgelegten Thema. 
  • Jedes Argument wird auf eine eigene Moderationskarte geschrieben. 
  • Die Karten werden anschließend in zwei Spalten nebeneinander aufgehängt: links die Pro-Argumente, rechts die Kontra-Argumente. 
  • Ziel ist ein möglichst ausgewogenes Bild – idealerweise 4 bis 8 Argumente pro Seite.  
2. Stärke der Argumente 
  • Es wird jeweils eine Verbindung zwischen einem Pro- und einem Kontra-Argument gezogen – beginnend mit der ersten Karte jeder Spalte. 
  • Die Gruppe diskutiert: Welches der beiden Argumente überzeugt mehr, wenn man nur diese beiden hätte? 
  • Danach markiert jede*r Teilnehmende mit einem Klebepunkt, welches Argument sie oder ihn stärker überzeugt. 
  • Diese Kreuzvergleiche werden systematisch für alle Argumente durchgeführt – jedes Pro-Argument wird mit jedem Kontra-Argument verglichen. 
  • Zum Schluss werden die Klebepunkte gezählt und die Gewichtung der Argumente wird sichtbar. 

 

Tipps und Stolperfallen

  • Wenn es mehr als 10 Argumente in jeder Spalte werden, kann der Prozess sehr lange dauern. Hier hilft eine Vorselektion. 
  • Wenn die Gruppe mehr als 10-12 Mitglieder hat, können die Pro- und Contra-Argumente auch in zwei Arbeitsgruppen gesammelt werden. 

Anwendungsbeispiele

  • Bewertung von Forderungen bei Haustarifverhandlungen
  • Diskussion von konkreten Maßnahmen im Rahmen von Betriebsvereinbarungen
  • Einschätzung von unterschiedlichen Maßnahmen z.B. bei Standortsicherungsmaßnahmen

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Aufgaben
Diskussion starten
Meinungen und Reaktionen
Analysieren
Kontext
Betriebsrat
Vertrauensleute
Tarifverhandlungen
Krisen in Unternehmen
Schwierigkeit
gering
Gruppengröße
klein
mittel
Kanal
analog
Dauer
Tool

Legende

  • Icebreaker: Kurze Formate, die zu Beginn von Veranstaltungen das Klima auflockern und für eine positive Stimmung sorgen. Sie können auch nach Pausen (Warmup/Energizer) eingesetzt werden.
  • Informieren: Zusammenstellung bzw. Vermittlung von Informationen, oft als Grundlage für folgende Beteiligung.
  • Aktivieren: Gewinnung von Beteiligten bzw. Motivation für ein Thema bzw. Anliegen.
  • Diskussion starten: Einstieg in  dialogische Prozesse mit dem Ziel, alle Anwesenden einzubeziehen.
  • Meinungen und Reaktionen: Formate, die möglichst viele Beteiligte dazu motivieren, ihre Sichtweise mit der Gruppe zu teilen.
  • Analysieren: Gemeinsames Verständnis für eine Situation, einen Konflikt oder eine Herausforderung entwickeln.
  • Planen und entwickeln: Formate, die die Erarbeitung gemeinsamer Strategien ermöglichen.
  • Entscheiden: Formate, die Abstimmungen oder Meinungsbilder ermöglichen.
  • Vernetzen: Formate, die Beteiligte miteinander in den aktiven Austausch bringen.
  • Längerfristig zusammenarbeiten: Formate mit dem Ziel, auch nach dem unmittelbaren Austausch gemeinsam Ziele zu realisieren.
  • Konflikte bearbeiten: Formate, die einen wertschätzenden Austausch zu Konfliktthemen ermöglichen.
  • Betriebserschließung: Formate, die sich in der Aktivierung von Beschäftigten in noch nicht erschlossenen Betrieben einsetzen lassen.
  • Betriebsrat: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Betriebsrat.
  • Vertrauensleute: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Vertrauenskörper.
  • Arbeitgeber: Formate, die Arbeitgeber zur Beteiligung der Belegschaft nutzen können.
  • Mitgliederbeteiligung: Formate zur Beteiligung von Mitgliedern der Gewerkschaft außerhalb von Betrieben.
  • Mitgliederwerbung: Formate, die im Kontext von Werbemaßnahmen hilfreich sein können.
  • Tarifverhandlungen: Formate zur Vorbereitung oder Begleitung von Tarifverhandlungen in der Fläche oder im Betrieb.
  • Krisen in Unternehmen: Formate zur Begleitung von krisenbedingten Verhandlungen in Unternehmen durch Betriebsrat oder Gewerkschaft.
  • gering: Das Format kann von Menschen mit etwas Moderationserfahrung aber ohne spezifische Vorkenntnisse umgesetzt werden.
  • mittel: Die Moderation sollte über einschlägige Erfahrung verfügen bzw sich anhand der Tipps sorgfältig vorbereiten.
  • hoch: Praktische Erfahrung mit diesem Format ist erforderlich, evtl. ist eine externe Moderation zu prüfen.
  • Analog: Formate, die gemeinsam in Präsenz an einem Ort durchgeführt werden.
  • Hybrid: Formate, die auch hybrid möglich sind, bei denen also ein Teil der Mitwirkenden vor Ort ist, ein anderer Teil digital zugeschaltet werden kann.
  • Digital: Formate für den digitalen Raum (z.B. in Online-Foren oder Video-Calls.
  • klein: Gruppen von unter 8 Personen.
  • mittel: Typische Gruppengrößen zwischen ca. 8 und 40 Personen.
  • groß: Großgruppen über 40 Personen.
  • Tool: Kleine Tools, um bestimmte Aufgaben (Gruppeneinteilung, Meinungsbilder, etc.) in einem Prozess zu bewältigen. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten.
  • Unter 2 Stunden: Kürzere Formate, die im Normalfall in eine typische Veranstaltung integriert werden können.
  • Halber Tag: Formate, die in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden benötigen.
  • Eintägig: Größere Formate, die zwischen 4 und 8 Stunden Zeit benötigen und als eigenständige Tagesveranstaltung konzipiert sind.
  • Mehrere Tage: Komplette Prozess-Formate, die aus mehreren Bausteinen bestehen, die oftmals auch mit einem bestimmten zeitlichen Abstand aufeinander folgen sollen.
Ähnlich: Denkhüte
Unterschiedliche Denkhüte helfen dabei, die persönliche Meinung zu einem Thema kurzfristig abzulegen, offen für neue Argumentationen zu werden und die verschiedenen Dimensionen eines Themas zu erkennen.
Ähnlich: Ideenkarussell
Das Ideenkarussell ist eine kreative Beteiligungsmethode, die sowohl zur Ideenfindung als auch zur Diskussion eingesetzt werden kann. Durch den schriftlichen Austausch der Teilnehmenden werden gewöhnliche Kommunikationsmuster aufgebrochen.