Stationsrunden

Stationsrunden sind eine dialogorientierte Methode, bei der Gruppen nacheinander an verschiedenen Stationen arbeiten. An jeder Station wird ein konkretes Thema oder Problem behandelt. Die Teilnehmenden entwickeln gemeinsam Lösungsideen, bauen auf den Vorschlägen vorheriger Gruppen auf und visualisieren zum Schluss ihre Prioritäten. So entsteht ein vielfältiges Stimmungs- und Meinungsbild, das die Basis für nächste Schritte liefert.

Sinn und Zweck

  • Meinungsbild sichtbar machen: Durch die Priorisierung der Vorschläge wird deutlich, welche Lösungsansätze die größte Zustimmung finden. 
  • Vielfalt der Perspektiven nutzen: Durch den Wechsel an den Stationen entstehen unterschiedliche Diskussionen, die im Plenum vielleicht nicht möglich wären. 
  • Konsens und Konflikte erkennen: Die Punktevergabe zeigt, wo Einigkeit herrscht – und wo weitere Diskussionen nötig sind. 

 

Ressourcen (Raum, Material u.a.)

Raum: 
  • Workshopraum mit genügen freiem Platz, damit sich die Teilnehmenden gut an den einzelnen Stationen sammeln können, ohne von den weiteren Gruppen gestört zu werden. 
  • Optional: Stühle, die an jeder Station als Sitzkreis aufgestellt werden. 
 Material: 
  • Für jede Station: 1 Flipchart oder Plakat 
  • Stifte, Marker 
  • Klebepunkte in drei verschiedenen Farben (z. B. für kurz-, mittel- und langfristige Prioritäten) 
  • Optional: Digitale Tools zur Visualisierung (z. B. Fotos, Miro-Board) 

Ablauf

1. Einführung und Problemidentifizierung
  • Zu Beginn der Methode kommen alle Teilnehmenden zusammen und identifizieren unter Leitung der Moderation ihre Probleme.
  • Diese Probleme werden je auf ein Flipchart geschrieben und so im Raum verteilt, dass verschiedene Stationen entstehen.
  • Anschließend werden so viele Kleingruppen gebildet, wie es Stationen gibt.
2. Brainstorming
  • Jede Kleingruppe arbeitet an „ihrer“ Station und sammelt Lösungsideen für das jeweilige Thema.
  • Nach einer festen Zeit (z. B. 10–15 Minuten) rotiert jede Gruppe zur nächsten Station.
  • Dort lesen sie die vorhandenen Vorschläge, diskutieren diese weiter, ergänzen oder präzisieren.
  • Dieser Prozess wird so lange wiederholt, bis jede Gruppe an jeder Station war.
3. Bewertung der Vorschläge
  • Im Plenum werden die Ergebnisse aller Stationen vorgestellt.
  • Jede*r Teilnehmende vergibt an jeder Station drei Klebepunkte:
    • Kurzfristig wichtig (z. B. rote Punkte)
    • Mittelfristig wichtig (z. B. gelbe Punkte)
    • Langfristig wichtig (z. B. grüne Punkte)
    • Die Verteilung der Punkte zeigt, welche Vorschläge priorisiert werden sollen.
  • Die Moderation wertet aus: Wo gibt es Konsens? Wo gibt es viele Ideen, aber wenig Zustimmung?

Einloggen, um diese Methode als Favorit zu speichern.

Einloggen, um diese Methode als PDF zu exportieren.

Aufgaben
Meinungen und Reaktionen
Entscheiden
Kontext
Betriebserschließung
Betriebsrat
Vertrauensleute
Arbeitgeber
Mitgliederbeteiligung
Tarifverhandlungen
Krisen in Unternehmen
Schwierigkeit
mittel
Gruppengröße
groß
Kanal
analog
Dauer
Unter 2 Stunden

Legende

  • Icebreaker: Kurze Formate, die zu Beginn von Veranstaltungen das Klima auflockern und für eine positive Stimmung sorgen. Sie können auch nach Pausen (Warmup/Energizer) eingesetzt werden.
  • Informieren: Zusammenstellung bzw. Vermittlung von Informationen, oft als Grundlage für folgende Beteiligung.
  • Aktivieren: Gewinnung von Beteiligten bzw. Motivation für ein Thema bzw. Anliegen.
  • Diskussion starten: Einstieg in  dialogische Prozesse mit dem Ziel, alle Anwesenden einzubeziehen.
  • Meinungen und Reaktionen: Formate, die möglichst viele Beteiligte dazu motivieren, ihre Sichtweise mit der Gruppe zu teilen.
  • Analysieren: Gemeinsames Verständnis für eine Situation, einen Konflikt oder eine Herausforderung entwickeln.
  • Planen und entwickeln: Formate, die die Erarbeitung gemeinsamer Strategien ermöglichen.
  • Entscheiden: Formate, die Abstimmungen oder Meinungsbilder ermöglichen.
  • Vernetzen: Formate, die Beteiligte miteinander in den aktiven Austausch bringen.
  • Längerfristig zusammenarbeiten: Formate mit dem Ziel, auch nach dem unmittelbaren Austausch gemeinsam Ziele zu realisieren.
  • Konflikte bearbeiten: Formate, die einen wertschätzenden Austausch zu Konfliktthemen ermöglichen.
  • Betriebserschließung: Formate, die sich in der Aktivierung von Beschäftigten in noch nicht erschlossenen Betrieben einsetzen lassen.
  • Betriebsrat: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Betriebsrat.
  • Vertrauensleute: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Vertrauenskörper.
  • Arbeitgeber: Formate, die Arbeitgeber zur Beteiligung der Belegschaft nutzen können.
  • Mitgliederbeteiligung: Formate zur Beteiligung von Mitgliedern der Gewerkschaft außerhalb von Betrieben.
  • Mitgliederwerbung: Formate, die im Kontext von Werbemaßnahmen hilfreich sein können.
  • Tarifverhandlungen: Formate zur Vorbereitung oder Begleitung von Tarifverhandlungen in der Fläche oder im Betrieb.
  • Krisen in Unternehmen: Formate zur Begleitung von krisenbedingten Verhandlungen in Unternehmen durch Betriebsrat oder Gewerkschaft.
  • gering: Das Format kann von Menschen mit etwas Moderationserfahrung aber ohne spezifische Vorkenntnisse umgesetzt werden.
  • mittel: Die Moderation sollte über einschlägige Erfahrung verfügen bzw sich anhand der Tipps sorgfältig vorbereiten.
  • hoch: Praktische Erfahrung mit diesem Format ist erforderlich, evtl. ist eine externe Moderation zu prüfen.
  • Analog: Formate, die gemeinsam in Präsenz an einem Ort durchgeführt werden.
  • Hybrid: Formate, die auch hybrid möglich sind, bei denen also ein Teil der Mitwirkenden vor Ort ist, ein anderer Teil digital zugeschaltet werden kann.
  • Digital: Formate für den digitalen Raum (z.B. in Online-Foren oder Video-Calls.
  • klein: Gruppen von unter 8 Personen.
  • mittel: Typische Gruppengrößen zwischen ca. 8 und 40 Personen.
  • groß: Großgruppen über 40 Personen.
  • Tool: Kleine Tools, um bestimmte Aufgaben (Gruppeneinteilung, Meinungsbilder, etc.) in einem Prozess zu bewältigen. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten.
  • Unter 2 Stunden: Kürzere Formate, die im Normalfall in eine typische Veranstaltung integriert werden können.
  • Halber Tag: Formate, die in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden benötigen.
  • Eintägig: Größere Formate, die zwischen 4 und 8 Stunden Zeit benötigen und als eigenständige Tagesveranstaltung konzipiert sind.
  • Mehrere Tage: Komplette Prozess-Formate, die aus mehreren Bausteinen bestehen, die oftmals auch mit einem bestimmten zeitlichen Abstand aufeinander folgen sollen.