Transferpatenschaft

Nicht jeder Beteiligungsprozess endet mit der Übergabe von Ergebnissen an ein Gremium – manchmal werden bereits während des Prozesses konkrete Vorhaben entwickelt, die direkt in die Umsetzung gehen sollen. Damit diese Ideen nicht im Sande verlaufen, können sogenannte Transferpatenschaften vergeben werden: Einzelpersonen oder kleine Teams übernehmen dabei die Verantwortung für die Umsetzung bestimmter Teilprojekte und werden dafür von der Gruppe offiziell beauftragt. Transferpatenschaften schaffen Verbindlichkeit, Klarheit und Motivation – und bringen Beteiligung in die konkrete Handlung. 

Sinn und Zweck

  • Sicherstellung der Umsetzung: Eine Transferpatenschaft beauftrag gezielt einzelne Personen zur Umsetzung der Vorhaben. So wird Verbindlichkeit geschaffen.  
  • Definition von Ansprechpersonen: Die klare Aufgabenzuteilung an die Paten ermöglichen es, Beteiligte und Externe genau wissen, an wen sie sich bei Rückfragen oder Unterstützungsbedarf wenden können.  

 

Ressourcen (Raum, Material u.a.)

Raum: 

  • Gruppenraum, mit ausreichend Platz für alle Teilnehmenden 
  • Mehrere kleinere Räume für die Arbeit in den „Patenschafts“-Teams

Material: 

  • Flipchart, Pinnwand, Whiteboard, um die Unterziele zu definieren und ihnen Bearbeiter*innen zuzuteilen. 
  • Papier und Stift zum Ideen sammeln und festhalten. 
  • Klebepunkte, um gegebenenfalls zwischen verschiedenen Vorschlägen abstimmen zu können. 

Ablauf

1. (Unter-)Ziele definieren
  • Aufbauend auf den Ergebnissen des Beteiligungsprozesses sammelt die Gruppe konkrete Unterprojekte oder Maßnahmen.
  • Diese Ziele sollten:
    • eigenständig bearbeitbar sein
    • realistisch und zeitlich begrenzt umsetzbar sein
    • messbar formuliert werden können
    • positiv und lösungsorientiert sein
2. Bildung der Patenschafts-Teams
  • Für jedes Unterziel finden sich ein bis zwei Pat*innen, die Verantwortung übernehmen möchten.
  • In Kleingruppen entwickeln die Teams einen konkreten Umsetzungsplan mit Zuständigkeiten, ersten Schritten und Zeitplan.
3. Vorstellung und Beauftragung
  • Die Ergebnisse der Teams werden im Plenum vorgestellt.
  • Die Gruppe gibt Rückmeldungen, ergänzt ggf. Details und formuliert gemeinsam Aufträge.
  • Anschließend werden die Pat*innen offiziell mit der Umsetzung beauftragt – z. B. per Abstimmung oder symbolischer Übergabe.
4. Transfermeeting
  • Nach einigen Wochen oder Monaten organisiert das Moderationsteam ein Transfermeeting, bei dem die Pat*innen ihre Fortschritte vorstellen.
  • Ziel ist es, den Umsetzungsstand sichtbar zu machen, Unterstützung zu organisieren und ggf. neue nächste Schritte zu planen.

Tipps und Stolperfallen

  • Realistische Ziele wählen: Überambitionierte Vorhaben überfordern – lieber klein anfangen und später ausbauen. 
  • Klare Dokumentation: Ein einfaches Aufgabenblatt mit Ziel, Zeitplan und Kontaktdaten sorgt für Übersicht und Nachvollziehbarkeit. 

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Aufgaben
Längerfristig zusammenarbeiten
Kontext
Betriebserschließung
Betriebsrat
Vertrauensleute
Arbeitgeber
Mitgliederbeteiligung
Schwierigkeit
mittel
Gruppengröße
klein
mittel
groß
Kanal
analog
digital
Dauer
Unter 2 Stunden

Legende

  • Icebreaker: Kurze Formate, die zu Beginn von Veranstaltungen das Klima auflockern und für eine positive Stimmung sorgen. Sie können auch nach Pausen (Warmup/Energizer) eingesetzt werden.
  • Informieren: Zusammenstellung bzw. Vermittlung von Informationen, oft als Grundlage für folgende Beteiligung.
  • Aktivieren: Gewinnung von Beteiligten bzw. Motivation für ein Thema bzw. Anliegen.
  • Diskussion starten: Einstieg in  dialogische Prozesse mit dem Ziel, alle Anwesenden einzubeziehen.
  • Meinungen und Reaktionen: Formate, die möglichst viele Beteiligte dazu motivieren, ihre Sichtweise mit der Gruppe zu teilen.
  • Analysieren: Gemeinsames Verständnis für eine Situation, einen Konflikt oder eine Herausforderung entwickeln.
  • Planen und entwickeln: Formate, die die Erarbeitung gemeinsamer Strategien ermöglichen.
  • Entscheiden: Formate, die Abstimmungen oder Meinungsbilder ermöglichen.
  • Vernetzen: Formate, die Beteiligte miteinander in den aktiven Austausch bringen.
  • Längerfristig zusammenarbeiten: Formate mit dem Ziel, auch nach dem unmittelbaren Austausch gemeinsam Ziele zu realisieren.
  • Konflikte bearbeiten: Formate, die einen wertschätzenden Austausch zu Konfliktthemen ermöglichen.
  • Betriebserschließung: Formate, die sich in der Aktivierung von Beschäftigten in noch nicht erschlossenen Betrieben einsetzen lassen.
  • Betriebsrat: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Betriebsrat.
  • Vertrauensleute: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Vertrauenskörper.
  • Arbeitgeber: Formate, die Arbeitgeber zur Beteiligung der Belegschaft nutzen können.
  • Mitgliederbeteiligung: Formate zur Beteiligung von Mitgliedern der Gewerkschaft außerhalb von Betrieben.
  • Mitgliederwerbung: Formate, die im Kontext von Werbemaßnahmen hilfreich sein können.
  • Tarifverhandlungen: Formate zur Vorbereitung oder Begleitung von Tarifverhandlungen in der Fläche oder im Betrieb.
  • Krisen in Unternehmen: Formate zur Begleitung von krisenbedingten Verhandlungen in Unternehmen durch Betriebsrat oder Gewerkschaft.
  • gering: Das Format kann von Menschen mit etwas Moderationserfahrung aber ohne spezifische Vorkenntnisse umgesetzt werden.
  • mittel: Die Moderation sollte über einschlägige Erfahrung verfügen bzw sich anhand der Tipps sorgfältig vorbereiten.
  • hoch: Praktische Erfahrung mit diesem Format ist erforderlich, evtl. ist eine externe Moderation zu prüfen.
  • Analog: Formate, die gemeinsam in Präsenz an einem Ort durchgeführt werden.
  • Hybrid: Formate, die auch hybrid möglich sind, bei denen also ein Teil der Mitwirkenden vor Ort ist, ein anderer Teil digital zugeschaltet werden kann.
  • Digital: Formate für den digitalen Raum (z.B. in Online-Foren oder Video-Calls.
  • klein: Gruppen von unter 8 Personen.
  • mittel: Typische Gruppengrößen zwischen ca. 8 und 40 Personen.
  • groß: Großgruppen über 40 Personen.
  • Tool: Kleine Tools, um bestimmte Aufgaben (Gruppeneinteilung, Meinungsbilder, etc.) in einem Prozess zu bewältigen. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten.
  • Unter 2 Stunden: Kürzere Formate, die im Normalfall in eine typische Veranstaltung integriert werden können.
  • Halber Tag: Formate, die in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden benötigen.
  • Eintägig: Größere Formate, die zwischen 4 und 8 Stunden Zeit benötigen und als eigenständige Tagesveranstaltung konzipiert sind.
  • Mehrere Tage: Komplette Prozess-Formate, die aus mehreren Bausteinen bestehen, die oftmals auch mit einem bestimmten zeitlichen Abstand aufeinander folgen sollen.
Ähnlich: Transferkoffer
Die Methode Transferkoffer dient dazu, die Ergebnisse eines Beteiligungsprozesses gemeinsam zu sichern und den Transfer in die Praxis zu unterstützen.