Pulsometer

Gerade bei komplexen und möglicherweise konfliktreichen Themen ist für einen gelingenden Austausch nicht nur die Meinung der Einzelnen wichtig, sondern auch die Frage, wie wichtig das Themen für die Einzelnen ist, wie viel „Puls“ das Thema also bei ihnen auslöst. Diese Methode Pulsometer ermittelt genau das – und macht es für die Gruppe sichtbar. So unterstützt der Pulsometer die Gruppe dabei, Prioritäten, Unterschiede und Diskussionsbedarfe besser zu erkennen. 

Sinn und Zweck

  • Stimmungsbild sichtbar machen: Die Beteiligten erkennen, welche Themen anderen Mitarbeitenden besonders wichtig sind, was den Austausch erleichtert. 
  • Unstimmigkeiten erkennen: Unterschiede in Zustimmung und emotionaler Relevanz werden sichtbar. 
  • Relevante Themen filtern: Nicht jede kontroverse Meinung bedeutet hohe emotionale Bedeutung – das Pulsometer hilft, die wirklich wichtigen Themen zu identifizieren. 

Ressourcen (Raum, Material u.a.)

Raum: 
  • Raum mit genug Platz für alle Beteiligten  
 Material: 
  • Moderationswand oder Tafel 
  • Stifte, Marker oder Kreide 

Ablauf

1. Vorbereitung 
  • An eine Moderationswand oder Tafel schreibt die Moderation drei bis sechs zentrale Aussagen zum Thema. 
  • Unter jeder Aussage wird eine horizontale Linie gezogen. 
  • Im Rahmen einer Haustarifverhandlung könnten dies zum Beispiel folgende Aussagen sein: 
    • Ich möchte mehr Flexibilität in meiner Arbeitszeitgestaltung. 
    • Eine Einkommenssteigerung ist mir wichtig. 
    • Ich wünsche mir eine langfristige Arbeitsplatzgarantie. 
    • Ich möchte den Arbeitgeber nicht verärgern. 
    • Ich bin bereit, auch in einen Arbeitskampf zu gehen. 
    • Wir sollten die Tarifverhandlungen nutzen, um mehr Mitglieder zu gewinnen. 
2. Bewertung 
  • Alle Teilnehmenden malen nun auf jede Linie einen Punkt. 
  • Position (links-rechts): Zustimmung zur Aussage – je weiter rechts, desto größer die Zustimmung. 
  • Größe des Punkts: persönliche Wichtigkeit – je größer der Punkt, desto höher der „Puls“ zu diesem Thema. 
 3. Auswertung und Diskussion  
  • Die Gruppe betrachtet gemeinsam das entstandene Bild. 
  • Die Gruppe klärt im Diskurs, welche Themen offensichtlich weiterer Diskussion bedürfen und eine wichtige Rolle in den nächsten Schritten spielen sollten.  
  • Je breiter die Streuung und je größer der Punkt, desto wichtiger ist eine Beschäftigung mit dem Thema. 
  • Eine breite Punktstreuung weist auf ein kontroverses Thema hin. 
  • Aussagen mit großen Punkten weisen auf wichtige Themen hin. 

Tipps und Stolperfallen

  • Achte auf eine ausgewogene Auswahl der Aussagen – verschiedene Perspektiven sollten berücksichtigt sein. 
  • Beschränke die Anzahl auf maximal sechs Aussagen, um Überforderung zu vermeiden. 
  • Erkläre die Methode klar, insbesondere die Bedeutung von Position und Punktgröße – Missverständnisse verfälschen das Ergebnis. 
  • Eine empathische Moderation ist essenziell, besonders bei emotional aufgeladenen Themen. 

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Aufgaben
Meinungen und Reaktionen
Konflikte bearbeiten
Kontext
Betriebserschließung
Betriebsrat
Vertrauensleute
Arbeitgeber
Mitgliederbeteiligung
Tarifverhandlungen
Schwierigkeit
gering
Gruppengröße
klein
mittel
Kanal
analog
Dauer
Tool

Legende

  • Icebreaker: Kurze Formate, die zu Beginn von Veranstaltungen das Klima auflockern und für eine positive Stimmung sorgen. Sie können auch nach Pausen (Warmup/Energizer) eingesetzt werden.
  • Informieren: Zusammenstellung bzw. Vermittlung von Informationen, oft als Grundlage für folgende Beteiligung.
  • Aktivieren: Gewinnung von Beteiligten bzw. Motivation für ein Thema bzw. Anliegen.
  • Diskussion starten: Einstieg in  dialogische Prozesse mit dem Ziel, alle Anwesenden einzubeziehen.
  • Meinungen und Reaktionen: Formate, die möglichst viele Beteiligte dazu motivieren, ihre Sichtweise mit der Gruppe zu teilen.
  • Analysieren: Gemeinsames Verständnis für eine Situation, einen Konflikt oder eine Herausforderung entwickeln.
  • Planen und entwickeln: Formate, die die Erarbeitung gemeinsamer Strategien ermöglichen.
  • Entscheiden: Formate, die Abstimmungen oder Meinungsbilder ermöglichen.
  • Vernetzen: Formate, die Beteiligte miteinander in den aktiven Austausch bringen.
  • Längerfristig zusammenarbeiten: Formate mit dem Ziel, auch nach dem unmittelbaren Austausch gemeinsam Ziele zu realisieren.
  • Konflikte bearbeiten: Formate, die einen wertschätzenden Austausch zu Konfliktthemen ermöglichen.
  • Betriebserschließung: Formate, die sich in der Aktivierung von Beschäftigten in noch nicht erschlossenen Betrieben einsetzen lassen.
  • Betriebsrat: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Betriebsrat.
  • Vertrauensleute: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Vertrauenskörper.
  • Arbeitgeber: Formate, die Arbeitgeber zur Beteiligung der Belegschaft nutzen können.
  • Mitgliederbeteiligung: Formate zur Beteiligung von Mitgliedern der Gewerkschaft außerhalb von Betrieben.
  • Mitgliederwerbung: Formate, die im Kontext von Werbemaßnahmen hilfreich sein können.
  • Tarifverhandlungen: Formate zur Vorbereitung oder Begleitung von Tarifverhandlungen in der Fläche oder im Betrieb.
  • Krisen in Unternehmen: Formate zur Begleitung von krisenbedingten Verhandlungen in Unternehmen durch Betriebsrat oder Gewerkschaft.
  • gering: Das Format kann von Menschen mit etwas Moderationserfahrung aber ohne spezifische Vorkenntnisse umgesetzt werden.
  • mittel: Die Moderation sollte über einschlägige Erfahrung verfügen bzw sich anhand der Tipps sorgfältig vorbereiten.
  • hoch: Praktische Erfahrung mit diesem Format ist erforderlich, evtl. ist eine externe Moderation zu prüfen.
  • Analog: Formate, die gemeinsam in Präsenz an einem Ort durchgeführt werden.
  • Hybrid: Formate, die auch hybrid möglich sind, bei denen also ein Teil der Mitwirkenden vor Ort ist, ein anderer Teil digital zugeschaltet werden kann.
  • Digital: Formate für den digitalen Raum (z.B. in Online-Foren oder Video-Calls.
  • klein: Gruppen von unter 8 Personen.
  • mittel: Typische Gruppengrößen zwischen ca. 8 und 40 Personen.
  • groß: Großgruppen über 40 Personen.
  • Tool: Kleine Tools, um bestimmte Aufgaben (Gruppeneinteilung, Meinungsbilder, etc.) in einem Prozess zu bewältigen. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten.
  • Unter 2 Stunden: Kürzere Formate, die im Normalfall in eine typische Veranstaltung integriert werden können.
  • Halber Tag: Formate, die in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden benötigen.
  • Eintägig: Größere Formate, die zwischen 4 und 8 Stunden Zeit benötigen und als eigenständige Tagesveranstaltung konzipiert sind.
  • Mehrere Tage: Komplette Prozess-Formate, die aus mehreren Bausteinen bestehen, die oftmals auch mit einem bestimmten zeitlichen Abstand aufeinander folgen sollen.
Ähnlich: Barometer
Mit dieser Methode kann der Grad der Zustimmung zu einem Vorschlag in der Gruppe rasch ermittelt werden.