Unbekannte Insel

In Beteiligungsprozessen ist es wichtig, gemeinsam zu klären, was wir wirklich wissen, was wir vermuten und was wir nur glauben wollen. Die Methode Unbekannte Insel” unterstützt eine strukturierte Auseinandersetzung mit dem vorhandenen Wissen, fördert den Austausch und schafft eine fundierte Basis für die weitere Diskussion.

Sinn und Zweck

  • Einstieg in neues Thema: „Die Unbekannte Insel“ eignet sich hervorragend als Einstieg in ein neues Thema, um den Wissensstand der Teilnehmenden sichtbar zu machen. 
  • Vorwissen identifizieren: Die Methode zeigt auf, wer wie viel Vorwissen oder welche Perspektiven zu einem Thema mitbringt. Das unterstützt die zielgerichtete Planung weiterer Inhalte, z. B. die  Vorbereitung relevanter Input-Vorträge. 
  • Kategorisierung und Einordnung des Vorwissens: Die Methode hilft dabei, bereits vorhandenes Wissen oder Vorahnungen zu strukturieren.

Ressourcen (Raum, Material u.a.)

Raum: 
  • Seminarraum, in dem alle Teilnehmenden Stuhl und Tisch zur Verfügung haben.  
  • Ausreichend Platz, um umherzulaufen, damit die Teilnehmenden die Inseln der anderen auch sehen können. 
Material: 
  • Papier und Stifte 
  • Marker in verschiedenen Farben 
  • Plakat oder Flipchart für die gemeinsame Insel 
  • Pinnwand, um die Inseln aller Teilnehmenden aufzuhängen 

Ablauf

1. Vorbereitung und Einführung
  • Alle Teilnehmenden erhalten ein leeres Blatt. Auf dieses malt jede*r eine Insel, die etwa die Hälfte der Fläche einnimmt.
  • Um diese Insel herum wird in einem Abstand von etwa 3 cm eine gestrichelte Linie gezeichnet, dies ist das „Schwemmland“.
  • Der Bereich außerhalb dieser Linie ist das Meer.
2. Inhalte einteilen
  • Nun sollen die Teilnehmenden die drei entstandenen Bereiche mit Inhalten füllen.
  • Dies sieht wie folgt aus:
    • Insel: Relevante Fakten und Informationen, von denen man überzeugt ist, dass sie zutreffend und gesichert sind.
    • Schwemmland: Fakten und Informationen, die man für plausibel hält, bei denen aber Zweifel und Unsicherheit bestehen.
    • Meer: Aussagen, die man für falsch, irreführend oder überholt hält.
3. Präsentation und Austausch
  • Nachdem alle Teilnehmenden ihre Inseln beschriftet haben, werden diese im Plenum vorgestellt und auf einer großen Grafik zusammengeführt.
  • Dann wird gemeinsam diskutiert:
    • Welche Inhalte überschneiden sich?
    • Wo gibt es Widersprüche?
    • Wie kann man Schwemmland-Wissen verifizieren?
    • Gibt es Inhalte, die falsch eingeordnet wurden?
4. Gemeinsame Inselkarte erstellen
  • Abschließend erstellt die Gruppe aus den vielen Inseln aller Teilnehmenden eine gemeinsame Variante. Dabei entscheidet die Gruppe zusammen, welche Informationen wo platziert werden.
  • So entsteht ein visuelles Gesamtbild des Wissenstands, auf das immer wieder zurückgegriffen werden kann.

 

Tipps und Stolperfallen

  • Dieses Tool kann bei digitalen Prozessen auch z. B. über ein Miro-Board eingesetzt werden. Hier gibt es eine Insel für alle und die Teilnehmenden platzieren digitale Post-its.

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Aufgaben
Informieren
Diskussion starten
Kontext
Betriebserschließung
Betriebsrat
Vertrauensleute
Arbeitgeber
Mitgliederbeteiligung
Tarifverhandlungen
Krisen in Unternehmen
Schwierigkeit
mittel
Gruppengröße
klein
mittel
Kanal
analog
digital
Dauer
Unter 2 Stunden

Legende

  • Icebreaker: Kurze Formate, die zu Beginn von Veranstaltungen das Klima auflockern und für eine positive Stimmung sorgen. Sie können auch nach Pausen (Warmup/Energizer) eingesetzt werden.
  • Informieren: Zusammenstellung bzw. Vermittlung von Informationen, oft als Grundlage für folgende Beteiligung.
  • Aktivieren: Gewinnung von Beteiligten bzw. Motivation für ein Thema bzw. Anliegen.
  • Diskussion starten: Einstieg in  dialogische Prozesse mit dem Ziel, alle Anwesenden einzubeziehen.
  • Meinungen und Reaktionen: Formate, die möglichst viele Beteiligte dazu motivieren, ihre Sichtweise mit der Gruppe zu teilen.
  • Analysieren: Gemeinsames Verständnis für eine Situation, einen Konflikt oder eine Herausforderung entwickeln.
  • Planen und entwickeln: Formate, die die Erarbeitung gemeinsamer Strategien ermöglichen.
  • Entscheiden: Formate, die Abstimmungen oder Meinungsbilder ermöglichen.
  • Vernetzen: Formate, die Beteiligte miteinander in den aktiven Austausch bringen.
  • Längerfristig zusammenarbeiten: Formate mit dem Ziel, auch nach dem unmittelbaren Austausch gemeinsam Ziele zu realisieren.
  • Konflikte bearbeiten: Formate, die einen wertschätzenden Austausch zu Konfliktthemen ermöglichen.
  • Betriebserschließung: Formate, die sich in der Aktivierung von Beschäftigten in noch nicht erschlossenen Betrieben einsetzen lassen.
  • Betriebsrat: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Betriebsrat.
  • Vertrauensleute: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Vertrauenskörper.
  • Arbeitgeber: Formate, die Arbeitgeber zur Beteiligung der Belegschaft nutzen können.
  • Mitgliederbeteiligung: Formate zur Beteiligung von Mitgliedern der Gewerkschaft außerhalb von Betrieben.
  • Mitgliederwerbung: Formate, die im Kontext von Werbemaßnahmen hilfreich sein können.
  • Tarifverhandlungen: Formate zur Vorbereitung oder Begleitung von Tarifverhandlungen in der Fläche oder im Betrieb.
  • Krisen in Unternehmen: Formate zur Begleitung von krisenbedingten Verhandlungen in Unternehmen durch Betriebsrat oder Gewerkschaft.
  • gering: Das Format kann von Menschen mit etwas Moderationserfahrung aber ohne spezifische Vorkenntnisse umgesetzt werden.
  • mittel: Die Moderation sollte über einschlägige Erfahrung verfügen bzw sich anhand der Tipps sorgfältig vorbereiten.
  • hoch: Praktische Erfahrung mit diesem Format ist erforderlich, evtl. ist eine externe Moderation zu prüfen.
  • Analog: Formate, die gemeinsam in Präsenz an einem Ort durchgeführt werden.
  • Hybrid: Formate, die auch hybrid möglich sind, bei denen also ein Teil der Mitwirkenden vor Ort ist, ein anderer Teil digital zugeschaltet werden kann.
  • Digital: Formate für den digitalen Raum (z.B. in Online-Foren oder Video-Calls.
  • klein: Gruppen von unter 8 Personen.
  • mittel: Typische Gruppengrößen zwischen ca. 8 und 40 Personen.
  • groß: Großgruppen über 40 Personen.
  • Tool: Kleine Tools, um bestimmte Aufgaben (Gruppeneinteilung, Meinungsbilder, etc.) in einem Prozess zu bewältigen. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten.
  • Unter 2 Stunden: Kürzere Formate, die im Normalfall in eine typische Veranstaltung integriert werden können.
  • Halber Tag: Formate, die in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden benötigen.
  • Eintägig: Größere Formate, die zwischen 4 und 8 Stunden Zeit benötigen und als eigenständige Tagesveranstaltung konzipiert sind.
  • Mehrere Tage: Komplette Prozess-Formate, die aus mehreren Bausteinen bestehen, die oftmals auch mit einem bestimmten zeitlichen Abstand aufeinander folgen sollen.
Ähnlich: Denkhüte
Unterschiedliche Denkhüte helfen dabei, die persönliche Meinung zu einem Thema kurzfristig abzulegen, offen für neue Argumentationen zu werden und die verschiedenen Dimensionen eines Themas zu erkennen.