Minenfeld

Die Methode „Minenfeld“ dient dazu, Bedenken, Ängste und Vorbehalte von Teilnehmenden in Gruppenprozessen sichtbar zu machen und wertschätzend zu besprechen. Ziel ist es, durch offene Kommunikation Vertrauen zu schaffen und eine konstruktive Zusammenarbeit zu ermöglichen. 

Sinn und Zweck

  • Transparenz schaffen: Unsicherheiten, Vorbehalte und Fallstricke frühzeitig erkennen und thematisieren. 
  • Wertschätzende Kommunikation fördern: Raum für offene Äußerung von Befürchtungen – ohne Bewertung. 
  • Gemeinsame Lösungsfindung: Gemeinsame Reflektion über mögliche Vorbehalte und die Verständigung über mögliche Lösungen stärkt die Zusammenarbeit und kann potenzielle Probleme frühzeitig aus dem Weg räumen. 

Ressourcen (Raum, Material u.a.)

Raum:
  • Ein ruhiger, ungestörter Raum mit ausreichend Platz, um alle Teilnehmenden im Stuhlkreis zu versammeln. 
Material: 
  • Moderationskarten oder Zettel auf denen die Vorbehalte notiert werden. 
  • Stifte 
  • Optional: Flipchart oder Pinnwand (die Zettel können auch in der Mitte auf dem Boden verteilt werden).  

Ablauf

Vorbehalte sammeln
  • Die Teilnehmenden setzen sich in einen Stuhlkreis zusammen.
  • Die Moderation erklärt zunächst den Zweck des Tools und verteilt Zettel und Stifte.
  • Alle Teilnehmenden schreiben nun jeweils einen Vorbehalt oder eine Befürchtung zum aktuellen Thema des Prozesses auf eine Karte.
  • Die Schrift soll groß genug sein, damit die Karten für alle lesbar sind.
Vorlesen und Austausch
  • Eine Person beginnt und nimmt eine Karte vom Stapel.
  • Sie liest die Karte laut vor und teilt ihre eigenen Gedanken dazu mit.
  • Die anderen Teilnehmenden können ihre Perspektiven ergänzen.
Entschärfung der Minen
  • Gemeinsam wird besprochen, wie die Gruppe mit dem Vorbehalt im weiteren Prozess umgehen möchte.
  • Sobald die Gruppe der Meinung ist, dass ein Vorbehalt ausreichend behandelt wurde, wird die Karte umgedreht – die „Mine“ gilt als entschärft.
  • Dieser Ablauf wird wiederholt, bis alle Minen entschärft wurden.

Tipps und Stolperfallen

  • Manche Vorbehalte brauchen Zeit, um vollständig verstanden und besprochen zu werden. Die Vorbehalte sollten zuerst geklärt werden, bevor Lösungen gesucht werden. 
  • Auch die Bedenken Einzelner sollten wertgeschätzt werden. Erkenne die Vorbehalte der Beteiligten an, auch wenn sie erst einmal irrational wirken.  

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Aufgaben
Aktivieren
Diskussion starten
Kontext
Betriebserschließung
Mitgliederbeteiligung
Schwierigkeit
gering
Gruppengröße
klein
mittel
Kanal
analog
Dauer
Tool

Legende

  • Icebreaker: Kurze Formate, die zu Beginn von Veranstaltungen das Klima auflockern und für eine positive Stimmung sorgen. Sie können auch nach Pausen (Warmup/Energizer) eingesetzt werden.
  • Informieren: Zusammenstellung bzw. Vermittlung von Informationen, oft als Grundlage für folgende Beteiligung.
  • Aktivieren: Gewinnung von Beteiligten bzw. Motivation für ein Thema bzw. Anliegen.
  • Diskussion starten: Einstieg in  dialogische Prozesse mit dem Ziel, alle Anwesenden einzubeziehen.
  • Meinungen und Reaktionen: Formate, die möglichst viele Beteiligte dazu motivieren, ihre Sichtweise mit der Gruppe zu teilen.
  • Analysieren: Gemeinsames Verständnis für eine Situation, einen Konflikt oder eine Herausforderung entwickeln.
  • Planen und entwickeln: Formate, die die Erarbeitung gemeinsamer Strategien ermöglichen.
  • Entscheiden: Formate, die Abstimmungen oder Meinungsbilder ermöglichen.
  • Vernetzen: Formate, die Beteiligte miteinander in den aktiven Austausch bringen.
  • Längerfristig zusammenarbeiten: Formate mit dem Ziel, auch nach dem unmittelbaren Austausch gemeinsam Ziele zu realisieren.
  • Konflikte bearbeiten: Formate, die einen wertschätzenden Austausch zu Konfliktthemen ermöglichen.
  • Betriebserschließung: Formate, die sich in der Aktivierung von Beschäftigten in noch nicht erschlossenen Betrieben einsetzen lassen.
  • Betriebsrat: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Betriebsrat.
  • Vertrauensleute: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Vertrauenskörper.
  • Arbeitgeber: Formate, die Arbeitgeber zur Beteiligung der Belegschaft nutzen können.
  • Mitgliederbeteiligung: Formate zur Beteiligung von Mitgliedern der Gewerkschaft außerhalb von Betrieben.
  • Mitgliederwerbung: Formate, die im Kontext von Werbemaßnahmen hilfreich sein können.
  • Tarifverhandlungen: Formate zur Vorbereitung oder Begleitung von Tarifverhandlungen in der Fläche oder im Betrieb.
  • Krisen in Unternehmen: Formate zur Begleitung von krisenbedingten Verhandlungen in Unternehmen durch Betriebsrat oder Gewerkschaft.
  • gering: Das Format kann von Menschen mit etwas Moderationserfahrung aber ohne spezifische Vorkenntnisse umgesetzt werden.
  • mittel: Die Moderation sollte über einschlägige Erfahrung verfügen bzw sich anhand der Tipps sorgfältig vorbereiten.
  • hoch: Praktische Erfahrung mit diesem Format ist erforderlich, evtl. ist eine externe Moderation zu prüfen.
  • Analog: Formate, die gemeinsam in Präsenz an einem Ort durchgeführt werden.
  • Hybrid: Formate, die auch hybrid möglich sind, bei denen also ein Teil der Mitwirkenden vor Ort ist, ein anderer Teil digital zugeschaltet werden kann.
  • Digital: Formate für den digitalen Raum (z.B. in Online-Foren oder Video-Calls.
  • klein: Gruppen von unter 8 Personen.
  • mittel: Typische Gruppengrößen zwischen ca. 8 und 40 Personen.
  • groß: Großgruppen über 40 Personen.
  • Tool: Kleine Tools, um bestimmte Aufgaben (Gruppeneinteilung, Meinungsbilder, etc.) in einem Prozess zu bewältigen. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten.
  • Unter 2 Stunden: Kürzere Formate, die im Normalfall in eine typische Veranstaltung integriert werden können.
  • Halber Tag: Formate, die in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden benötigen.
  • Eintägig: Größere Formate, die zwischen 4 und 8 Stunden Zeit benötigen und als eigenständige Tagesveranstaltung konzipiert sind.
  • Mehrere Tage: Komplette Prozess-Formate, die aus mehreren Bausteinen bestehen, die oftmals auch mit einem bestimmten zeitlichen Abstand aufeinander folgen sollen.