Expo-Diskurs

Der „Expo-Diskurs“ ist eine lebendige Methode, um viele Menschen in eine gemeinsame Diskussion einzubinden. Schritt für Schritt wächst die Gruppe – so haben wirklich alle die Chance, ihre Ideen und Meinungen einzubringen. Gemeinsam entwickelt ihr tragfähige Lösungen, die von allen mitgetragen werden. Perfekt geeignet, um eine offene Beteiligung zu fördern und Vertrauen zu schaffen – zum Beispiel als Einstieg in einen Workshop oder bei einer Betriebsversammlung. Diese Methode eignet sich besonders als Opener oder als Teil eines Workshops.

Sinn und Zweck

  • Die Methode ermöglicht es allen Mitarbeitenden, sich aktiv einzubringen und ihre Sichtweisen in den Diskussionsprozess einzuführen.
  • Durch die wachsenden Gruppengrößen wird gewährleistet, dass Ideen gemeinsam weiterentwickelt werden.
  • Ihr arbeitet an Positionen und Lösungen, die von der ganzen Gruppe getragen werden können.
  • Der faire Austausch stärkt die Transparenz und das Vertrauen in die Mitbestimmung – und damit auch in die Arbeit des Betriebsrats.
  • Die Methode verhindert, dass einzelne dominierende Stimmen die Diskussion bestimmen, und ermöglicht eine faire Beteiligung aller Anwesenden. Auch zurückhaltendere Personen erhalten Raum, ihre Gedanken einzubringen, ohne von lauteren Stimmen überlagert zu werden.

Ressourcen (Raum, Material u.a.)

  • Raum:
    • Ein großer, flexibel nutzbarer Raum – ideal für verschiedene Gruppengrößen (Einzelarbeit, Paare, Kleingruppen, Plenum).
  • Material:
    • Timer oder Uhr für die Zeiteinteilung
    • Flipcharts oder Whiteboards, um die Ergebnisse sichtbar zu machen
    • Moderationskarten und Stifte für Notizen und Ideen
    • Optional: ein digitales Whiteboard (z. B. Miro), falls du hybrid oder online arbeitest

Ablauf

1. Einzelphase (1 Minute)
  • Starte mit einer stillen Minute für jede:n. Die Teilnehmenden denken für sich über die Fragestellung nach. Beispiel:  „Wie können wir mit der Situation XYZ umgehen?“ und  notieren dann ihre Gedanken auf Moderationskarten.
2. Paarphase (2 Minuten)
  • Jetzt bilden die Teilnehmenden Paare. Sie stellen sich gegenseitig ihre Ideen vor und entwickeln diese gemeinsam weiter. Dafür nehmt ihr euch 2 Minuten Zeit.
3. Vierergruppenphase (4 Minuten)
  • Die Paare schließen sich zu Gruppen von vier Personen zusammen. Jetzt geht’s darum, die gesammelten Ideen zu vertiefen und erste Lösungsansätze zu entwickeln. Das können beispielsweise Vorschläge zur besseren Information über die Betriebsratswahl sein oder andere Ideen.
4. Gesamtgruppenphase
  • Alle Gruppen stellen ihre Ergebnisse vor. Jetzt diskutiert ihr gemeinsam, welche Ideen und Vorschläge die meisten überzeugen. Optional könnt ihr zum Schluss eine Abstimmung machen, um zu sehen, welche Lösung die größte Unterstützung findet.

Tipps und Stolperfallen

  • Je nach TN-Zahl kann die Gruppengröße in den Phasen angepasst werden, z.B. 1-3-9- Alle.
  • Diese Methode funktioniert auch mit großen Gruppen. Bei mehr als 40 Teilnehmenden empfiehlt es sich jedoch, am Ende keine ausführliche Diskussion mit allen Beteiligten einzuplanen, sondern nur zu fragen, ob einzelne Gruppen kurz über Erkenntnisse berichten wollen und dann in einem anderen Format weiterzuarbeiten.

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Aufgaben
Aktivieren
Planen und entwickeln
Entscheiden
Konflikte bearbeiten
Kontext
Betriebserschließung
Vertrauensleute
Arbeitgeber
Mitgliederbeteiligung
Tarifverhandlungen
Krisen in Unternehmen
Schwierigkeit
gering
Gruppengröße
mittel
groß
Kanal
analog
Dauer
Unter 2 Stunden

Legende

  • Icebreaker: Kurze Formate, die zu Beginn von Veranstaltungen das Klima auflockern und für eine positive Stimmung sorgen. Sie können auch nach Pausen (Warmup/Energizer) eingesetzt werden.
  • Informieren: Zusammenstellung bzw. Vermittlung von Informationen, oft als Grundlage für folgende Beteiligung.
  • Aktivieren: Gewinnung von Beteiligten bzw. Motivation für ein Thema bzw. Anliegen.
  • Diskussion starten: Einstieg in  dialogische Prozesse mit dem Ziel, alle Anwesenden einzubeziehen.
  • Meinungen und Reaktionen: Formate, die möglichst viele Beteiligte dazu motivieren, ihre Sichtweise mit der Gruppe zu teilen.
  • Analysieren: Gemeinsames Verständnis für eine Situation, einen Konflikt oder eine Herausforderung entwickeln.
  • Planen und entwickeln: Formate, die die Erarbeitung gemeinsamer Strategien ermöglichen.
  • Entscheiden: Formate, die Abstimmungen oder Meinungsbilder ermöglichen.
  • Vernetzen: Formate, die Beteiligte miteinander in den aktiven Austausch bringen.
  • Längerfristig zusammenarbeiten: Formate mit dem Ziel, auch nach dem unmittelbaren Austausch gemeinsam Ziele zu realisieren.
  • Konflikte bearbeiten: Formate, die einen wertschätzenden Austausch zu Konfliktthemen ermöglichen.
  • Betriebserschließung: Formate, die sich in der Aktivierung von Beschäftigten in noch nicht erschlossenen Betrieben einsetzen lassen.
  • Betriebsrat: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Betriebsrat.
  • Vertrauensleute: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Vertrauenskörper.
  • Arbeitgeber: Formate, die Arbeitgeber zur Beteiligung der Belegschaft nutzen können.
  • Mitgliederbeteiligung: Formate zur Beteiligung von Mitgliedern der Gewerkschaft außerhalb von Betrieben.
  • Mitgliederwerbung: Formate, die im Kontext von Werbemaßnahmen hilfreich sein können.
  • Tarifverhandlungen: Formate zur Vorbereitung oder Begleitung von Tarifverhandlungen in der Fläche oder im Betrieb.
  • Krisen in Unternehmen: Formate zur Begleitung von krisenbedingten Verhandlungen in Unternehmen durch Betriebsrat oder Gewerkschaft.
  • gering: Das Format kann von Menschen mit etwas Moderationserfahrung aber ohne spezifische Vorkenntnisse umgesetzt werden.
  • mittel: Die Moderation sollte über einschlägige Erfahrung verfügen bzw sich anhand der Tipps sorgfältig vorbereiten.
  • hoch: Praktische Erfahrung mit diesem Format ist erforderlich, evtl. ist eine externe Moderation zu prüfen.
  • Analog: Formate, die gemeinsam in Präsenz an einem Ort durchgeführt werden.
  • Hybrid: Formate, die auch hybrid möglich sind, bei denen also ein Teil der Mitwirkenden vor Ort ist, ein anderer Teil digital zugeschaltet werden kann.
  • Digital: Formate für den digitalen Raum (z.B. in Online-Foren oder Video-Calls.
  • klein: Gruppen von unter 8 Personen.
  • mittel: Typische Gruppengrößen zwischen ca. 8 und 40 Personen.
  • groß: Großgruppen über 40 Personen.
  • Tool: Kleine Tools, um bestimmte Aufgaben (Gruppeneinteilung, Meinungsbilder, etc.) in einem Prozess zu bewältigen. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten.
  • Unter 2 Stunden: Kürzere Formate, die im Normalfall in eine typische Veranstaltung integriert werden können.
  • Halber Tag: Formate, die in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden benötigen.
  • Eintägig: Größere Formate, die zwischen 4 und 8 Stunden Zeit benötigen und als eigenständige Tagesveranstaltung konzipiert sind.
  • Mehrere Tage: Komplette Prozess-Formate, die aus mehreren Bausteinen bestehen, die oftmals auch mit einem bestimmten zeitlichen Abstand aufeinander folgen sollen.
Ähnlich: 6-3-5 Methode
Die 6-3-5 Methode ist eine strukturierte Kreativitätstechnik. Sie eignet sich besonders gut zur Ideenfindung in der frühen Phase von Beteiligungsprozessen.