Speed Dating

Die Methode „Speed-Dating“ überträgt das Prinzip des schnellen Kennenlernens auf den Arbeitskontext. In strukturierter Weise tauschen sich die Teilnehmenden in kurzen Gesprächen mit wechselnden Partner*innen zu konkreten Fragen oder Themen aus. So wird ein dynamischer Einstieg in die Diskussion ermöglicht – auch in größeren Gruppen. 

Sinn und Zweck

  • Thematische Orientierung schaffen: Erste Meinungsbilder und Erfahrungen zu einem Thema sammeln, z. B. als Einstieg in Beteiligungsprozesse  
  • Aktivierung der Gruppe: Durch den schnellen Wechsel werden alle aktiv eingebunden und zum Austausch motiviert. So kommen auch eher ruhigere Personen zu Wort, die sich beispielsweise in einer großen Gruppe nicht äußern würden. 
  • Vielfalt der Perspektiven: Die Methode fördert den Austausch verschiedener Sichtweisen und unterstützt so die gemeinsame Problemlösung oder Entscheidungsfindung. 

Ressourcen (Raum, Material u.a.)

Raum:  
  • Großzügiger Raum für zwei konzentrische Kreise (stehend oder sitzend) 
Material: 
  • Stoppuhr/Timer (auch per Smartphone-App) 
  • Akustisches Signal (Glocke, Klangschale o. Ä.) 
  • Optional: Flipchart/Whiteboard zur Dokumentation von Erkenntnissen 

Ablauf

1. Vorbereitung
  • Die Moderation erläutert das Ziel und den Ablauf des Speeddating, insbesondere der Wechselmechanismus muss geklärt werden (z. B. „äußerer Kreis rotiert nach rechts“).
  • Die Teilnehmenden stellen sich in einem inneren und einem äußeren Kreis auf (optional: Sitzkreis).
  • Die Kreise sollten aus exakt gleich vielen Personen bestehen. Dabei sollten sich immer eine Person aus dem inneren und eine Person aus dem äußeren Kreis gegenüberstehen.
2. Speed Dating
  • Die Moderation stellt eine Frage oder ein Thema vor, zu dem sich die Paare austauschen.
  • Die Paare diskutieren für eine festgelegte Zeit (1–3 Minuten).
  • Nach Ablauf der Zeit gibt die Moderation ein akustisches Signal zum Wechsel.
  • Dieser Ablauf wird wiederholt (ca.: 5–6 Runden).
3. Austausch im Plenum
  • Nach Abschluss des Speed-Datings versammeln sich alle im Plenum.
  • Beim Austausch im Plenum können die Teilnehmenden ihre wichtigsten Erkenntnisse und Highlights aus den Einzelgesprächen teilen.
  • Zum Schluss fasst die Moderation die zentralen Punkte zusammen und verbindet sie mit dem weiteren Arbeitsprozess.

 

Tipps und Stolperfallen

  • Sorge für klare und verständliche Erklärungen der Abläufe und Signale vor Beginn. 
  • Achte darauf, dass das Wechsel-Signal für alle gut hör- oder sichtbar ist. 
  • Bei ungerader Teilnehmerzahl kann immer eine Person in einer Runde pausieren oder alternativ eine Dreiergruppe gebildet werden. 
  • Das Speed-Dating dient einer ersten thematischen Orientierung und Aktivierung der Teilnehmenden und sollte daher nicht zu lange dauern. 

 

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Aufgaben
Aktivieren
Diskussion starten
Kontext
Betriebserschließung
Vertrauensleute
Arbeitgeber
Mitgliederbeteiligung
Mitgliederwerbung
Schwierigkeit
gering
Gruppengröße
mittel
groß
Kanal
analog
Dauer
Tool

Legende

  • Icebreaker: Kurze Formate, die zu Beginn von Veranstaltungen das Klima auflockern und für eine positive Stimmung sorgen. Sie können auch nach Pausen (Warmup/Energizer) eingesetzt werden.
  • Informieren: Zusammenstellung bzw. Vermittlung von Informationen, oft als Grundlage für folgende Beteiligung.
  • Aktivieren: Gewinnung von Beteiligten bzw. Motivation für ein Thema bzw. Anliegen.
  • Diskussion starten: Einstieg in  dialogische Prozesse mit dem Ziel, alle Anwesenden einzubeziehen.
  • Meinungen und Reaktionen: Formate, die möglichst viele Beteiligte dazu motivieren, ihre Sichtweise mit der Gruppe zu teilen.
  • Analysieren: Gemeinsames Verständnis für eine Situation, einen Konflikt oder eine Herausforderung entwickeln.
  • Planen und entwickeln: Formate, die die Erarbeitung gemeinsamer Strategien ermöglichen.
  • Entscheiden: Formate, die Abstimmungen oder Meinungsbilder ermöglichen.
  • Vernetzen: Formate, die Beteiligte miteinander in den aktiven Austausch bringen.
  • Längerfristig zusammenarbeiten: Formate mit dem Ziel, auch nach dem unmittelbaren Austausch gemeinsam Ziele zu realisieren.
  • Konflikte bearbeiten: Formate, die einen wertschätzenden Austausch zu Konfliktthemen ermöglichen.
  • Betriebserschließung: Formate, die sich in der Aktivierung von Beschäftigten in noch nicht erschlossenen Betrieben einsetzen lassen.
  • Betriebsrat: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Betriebsrat.
  • Vertrauensleute: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Vertrauenskörper.
  • Arbeitgeber: Formate, die Arbeitgeber zur Beteiligung der Belegschaft nutzen können.
  • Mitgliederbeteiligung: Formate zur Beteiligung von Mitgliedern der Gewerkschaft außerhalb von Betrieben.
  • Mitgliederwerbung: Formate, die im Kontext von Werbemaßnahmen hilfreich sein können.
  • Tarifverhandlungen: Formate zur Vorbereitung oder Begleitung von Tarifverhandlungen in der Fläche oder im Betrieb.
  • Krisen in Unternehmen: Formate zur Begleitung von krisenbedingten Verhandlungen in Unternehmen durch Betriebsrat oder Gewerkschaft.
  • gering: Das Format kann von Menschen mit etwas Moderationserfahrung aber ohne spezifische Vorkenntnisse umgesetzt werden.
  • mittel: Die Moderation sollte über einschlägige Erfahrung verfügen bzw sich anhand der Tipps sorgfältig vorbereiten.
  • hoch: Praktische Erfahrung mit diesem Format ist erforderlich, evtl. ist eine externe Moderation zu prüfen.
  • Analog: Formate, die gemeinsam in Präsenz an einem Ort durchgeführt werden.
  • Hybrid: Formate, die auch hybrid möglich sind, bei denen also ein Teil der Mitwirkenden vor Ort ist, ein anderer Teil digital zugeschaltet werden kann.
  • Digital: Formate für den digitalen Raum (z.B. in Online-Foren oder Video-Calls.
  • klein: Gruppen von unter 8 Personen.
  • mittel: Typische Gruppengrößen zwischen ca. 8 und 40 Personen.
  • groß: Großgruppen über 40 Personen.
  • Tool: Kleine Tools, um bestimmte Aufgaben (Gruppeneinteilung, Meinungsbilder, etc.) in einem Prozess zu bewältigen. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten.
  • Unter 2 Stunden: Kürzere Formate, die im Normalfall in eine typische Veranstaltung integriert werden können.
  • Halber Tag: Formate, die in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden benötigen.
  • Eintägig: Größere Formate, die zwischen 4 und 8 Stunden Zeit benötigen und als eigenständige Tagesveranstaltung konzipiert sind.
  • Mehrere Tage: Komplette Prozess-Formate, die aus mehreren Bausteinen bestehen, die oftmals auch mit einem bestimmten zeitlichen Abstand aufeinander folgen sollen.
Ähnlich: Wirksamkeitslupe
Die Teilnehmenden tauschen sich über Wirksamkeitserfahrungen aus und schaffen so Grundlagen für erfolgreiche Partizipationsstrategien.