Flussreise

Die Flussreise ermöglicht es, einen Beteiligungsprozess visuell zu dokumentieren und die gemeinsamen Meilensteine und Hindernisse im Prozessverlauf darzustellen. Die Metapher eines Flusses repräsentiert die Entwicklung im Prozess. Die Methode ermöglicht es, mehrere Perspektiven zusammenzubringen und bietet dadurch die Möglichkeit, das kooperative Engagement aufrechtzuerhalten.

Sinn und Zweck

  • Die Methode ermöglicht es allen Mitarbeitenden, sich aktiv einzubringen und ihre bisherigen Erfahrungen in den Diskussionsprozess einzuführen.
  • Sie ist sehr gut geeignet um gemeinsam (auch kritisch) auf den bislang gemeinsamen Weg zurückzublicken und alle kritischen Punkte zu benennen, ohne direkt Konflikte in den Mittelpunkt zu stellen.
  • Die Methode verhindert, dass einzelne dominierende Stimmen die Diskussion bestimmen, und ermöglicht eine faire Beteiligung aller Anwesenden. Auch zurückhaltendere Personen erhalten Raum, ihre Gedanken einzubringen.

Ressourcen (Raum, Material u.a.)

  • Raum:
    • Ein großer, flexibel nutzbarer Raum, in dem gf. auch mehrere Kleingruppen parallel arbeiten können.
  • Material:
    • Timer oder Uhr für die Zeiteinteilung
    • Je ein Flipchart-Blatt oder leeres Poster für jeweils 4 Teilnehmende
    • Verschgiedenfarbige Stifte

Ablauf

  • Die Moderation entscheidet, ob die Gruppe zusammen an einem gemeinsamen "Fluß" arbeitet, oder ob mehrere Gruppen gebildet werden. Bis maximal 12 Personen ist auch eine gemeinsame Arbeit möglich. Sollen Arbeitsgruppen gebildet werden, sind 4-5 Personen pro Gruppe eine gute Größenordnnung.
  • Jede Gruppe erhält ein Flipchart-Blatt/Poster und Stifte.
  • Die Gruppe überlegt, wie der Prozess bisher verlaufen ist. Wer hat bisher daran teilgenommen? Welche wichtigen Ereignisse fanden statt? Welche Meilensteine wurden erreicht? Welche Rückschläge gab es?
  • Wenn die Gruppe sich über diese Aspekte Gedanken gemacht hat, beginnt sie, die Ergebnisse auf dem Papier zu visualisieren.
  • Sie zeichnet zunächst in die Mitte des Papiers einen großen Fluss. Dieser spiegelt die Reise/Entwicklung des Prozesses wider. Ein Boot in der Mitte des Flusses stellt den Status quo dar. Der Fluss kann Schiffe, Felsbrocken, Fische, Baumstämme etc. enthalten, um den Lauf der Zeit und die Ereignisse zu veranschaulichen. Hierfür können bunte Stifte, verschiedene Symbole und/oder Ausschnitte aus Zeitschriften verwendet werden.
  • Anschließend wird der so entstandende Fluß gemeinsam diskutiert bzw. werden die einzelnen Flüsse der Gesamtgruppe präsentiert.
  • Durch die Reflexion von Erfolgen und Misserfolgen wird das kooperative Engagement erhöht. Zum einen werden noch einmal die Erfolge vor Augen geführt, zum anderen können durch die Reflexion Strategien entwickelt werden, wie zukünftige Misserfolge vermieden und Erfolge gefördert werden können. Der Fluss kann so als Wegweiser oder Kompass für die Zukunft dienen.

Tipps und Stolperfallen

  • Die Umsetzung ist auch im Rahmen einer digitalen Videokonferenz unter Nutzung von Breakt-Out-Räumen und zum Beispiel dem Visualisierungstool Miro möglich.

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Aufgaben
Meinungen und Reaktionen
Analysieren
Kontext
Betriebsrat
Vertrauensleute
Arbeitgeber
Mitgliederbeteiligung
Krisen in Unternehmen
Schwierigkeit
mittel
Gruppengröße
mittel
Kanal
analog
digital
Dauer
Tool

Legende

  • Icebreaker: Kurze Formate, die zu Beginn von Veranstaltungen das Klima auflockern und für eine positive Stimmung sorgen. Sie können auch nach Pausen (Warmup/Energizer) eingesetzt werden.
  • Informieren: Zusammenstellung bzw. Vermittlung von Informationen, oft als Grundlage für folgende Beteiligung.
  • Aktivieren: Gewinnung von Beteiligten bzw. Motivation für ein Thema bzw. Anliegen.
  • Diskussion starten: Einstieg in  dialogische Prozesse mit dem Ziel, alle Anwesenden einzubeziehen.
  • Meinungen und Reaktionen: Formate, die möglichst viele Beteiligte dazu motivieren, ihre Sichtweise mit der Gruppe zu teilen.
  • Analysieren: Gemeinsames Verständnis für eine Situation, einen Konflikt oder eine Herausforderung entwickeln.
  • Planen und entwickeln: Formate, die die Erarbeitung gemeinsamer Strategien ermöglichen.
  • Entscheiden: Formate, die Abstimmungen oder Meinungsbilder ermöglichen.
  • Vernetzen: Formate, die Beteiligte miteinander in den aktiven Austausch bringen.
  • Längerfristig zusammenarbeiten: Formate mit dem Ziel, auch nach dem unmittelbaren Austausch gemeinsam Ziele zu realisieren.
  • Konflikte bearbeiten: Formate, die einen wertschätzenden Austausch zu Konfliktthemen ermöglichen.
  • Betriebserschließung: Formate, die sich in der Aktivierung von Beschäftigten in noch nicht erschlossenen Betrieben einsetzen lassen.
  • Betriebsrat: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Betriebsrat.
  • Vertrauensleute: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Vertrauenskörper.
  • Arbeitgeber: Formate, die Arbeitgeber zur Beteiligung der Belegschaft nutzen können.
  • Mitgliederbeteiligung: Formate zur Beteiligung von Mitgliedern der Gewerkschaft außerhalb von Betrieben.
  • Mitgliederwerbung: Formate, die im Kontext von Werbemaßnahmen hilfreich sein können.
  • Tarifverhandlungen: Formate zur Vorbereitung oder Begleitung von Tarifverhandlungen in der Fläche oder im Betrieb.
  • Krisen in Unternehmen: Formate zur Begleitung von krisenbedingten Verhandlungen in Unternehmen durch Betriebsrat oder Gewerkschaft.
  • gering: Das Format kann von Menschen mit etwas Moderationserfahrung aber ohne spezifische Vorkenntnisse umgesetzt werden.
  • mittel: Die Moderation sollte über einschlägige Erfahrung verfügen bzw sich anhand der Tipps sorgfältig vorbereiten.
  • hoch: Praktische Erfahrung mit diesem Format ist erforderlich, evtl. ist eine externe Moderation zu prüfen.
  • Analog: Formate, die gemeinsam in Präsenz an einem Ort durchgeführt werden.
  • Hybrid: Formate, die auch hybrid möglich sind, bei denen also ein Teil der Mitwirkenden vor Ort ist, ein anderer Teil digital zugeschaltet werden kann.
  • Digital: Formate für den digitalen Raum (z.B. in Online-Foren oder Video-Calls.
  • klein: Gruppen von unter 8 Personen.
  • mittel: Typische Gruppengrößen zwischen ca. 8 und 40 Personen.
  • groß: Großgruppen über 40 Personen.
  • Tool: Kleine Tools, um bestimmte Aufgaben (Gruppeneinteilung, Meinungsbilder, etc.) in einem Prozess zu bewältigen. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten.
  • Unter 2 Stunden: Kürzere Formate, die im Normalfall in eine typische Veranstaltung integriert werden können.
  • Halber Tag: Formate, die in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden benötigen.
  • Eintägig: Größere Formate, die zwischen 4 und 8 Stunden Zeit benötigen und als eigenständige Tagesveranstaltung konzipiert sind.
  • Mehrere Tage: Komplette Prozess-Formate, die aus mehreren Bausteinen bestehen, die oftmals auch mit einem bestimmten zeitlichen Abstand aufeinander folgen sollen.