Erwartungsmatrix

Mit Hilfe der Erwartungsmatrix können die Erwartungen und potenzielle Beiträge der Beteiligten gemeinsam und für alle transparent herausgearbeitet werden. Dies unterstützt dabei, mögliche Interessenskonflikte und Schwierigkeiten der Akteur*innen einzuschätzen sowie klare Rollen und Verantwortlichkeiten zu definieren. 

Sinn und Zweck

  • Erwartungen klar definieren: Die Erwartungsmatrix ermöglicht es den Teilnehmenden, ihre Erwartungen an die anderen Beteiligten klar zu definieren und zu kommunizieren. Dies beugt Enttäuschungen vor und sorgt dafür, dass jede*r weiß, was gefordert wird.  
  • Gute Übersichtlichkeit: Durch das Notieren der Erwartungen in einer Matrix bleibt das Vorgehen übersichtlich und ist für alle leicht zu erfassen.  

Ressourcen (Raum, Material u.a.)

Raum:  
  • Seminarraum 
  • Stuhlkreis bzw. Anordnung der Stühle so, dass alle einen guten Blick auf die Matrix haben und sie ohne großen Aufwand beschriften können.  
Material: 
  • Erwartungsmatrix: Flipchart oder Poster, Marker in verschiedenen Farben 

Ablauf

1. Matrix erstellen
  • Zu Beginn der Methode wird eine Matrix erstellt, auf deren horizontalen sowie vertikalen Achse die Namen der Beteiligten bzw. der beteiligten Gruppen stehen.
  • Die horizontale Achse kann als „GIVE (Geber)“ und die vertikale Achse als „TAKE (Empfänger)“ betrachtet werden.
  • Die Erwartungsmatrix ist deshalb auch als Give-and-take-Matrix bekannt.
2. Matrix ausfüllen
  • Jede Person füllt die sie betreffenden Schnittpunkte der Matrix wie folgt aus:
    • TAKE: Was möchte ich von allen anderen Akteur*innen jeweils erhalten oder was erwarte ich von ihnen?
    • GIVE: Welche Kompetenzen kann ich allen anderen Akteur*innen jeweils anbieten?
3. Vorstellung der Überlegungen
  • Wenn alle Felder der Matrix gefüllt sind, beginnt die erste Person mit der Vorstellung der gewünschten TAKEs und vorgeschlagenen GIVEs.
  • Die anderen Teilnehmenden reagieren, inwieweit die Erwartungen erfüllt werden können und an welchen Stellen die Erwartungen angepasst werden müssen.
  • Danach folgen die nächsten Beteiligten und stellen ihre Überlegungen vor.
4. Abschlussdiskussion
  • Nachdem alle Beteiligten an der Reihe waren und alle Felder der Matrix besprochen wurden, folgt eine Abschlussdiskussion in der Gruppe:
    • Welche Erwartungen werden erfüllt? Welche werden nicht erfüllt?
    • Welcher Beitrag kann geliefert werden, obwohl dieser nicht erwartet wird?
    • Was heißt das für den kommenden Prozess?

Tipps und Stolperfallen

  • Die Matrix kann auch gemeinsam online erarbeitet werden. Als Tools kommen z.B. Google Tabellen, Excel-Sheets oder Miro in Betracht. 
  • Um die Matrix übersichtlicher zu machen, können die TAKEs und GIVEs jeweils in verschiedenen Farben notiert werden.  

Links und Dokumente

Eine Erklärung inkl. einer Vorlage und eines Beispiels findet sich hier: https://www.fh-muenster.de/science-marketing/erwartungsmatrix.php

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Aufgaben
Diskussion starten
Planen und entwickeln
Vernetzen
Längerfristig zusammenarbeiten
Kontext
Betriebserschließung
Vertrauensleute
Arbeitgeber
Schwierigkeit
mittel
Gruppengröße
mittel
Kanal
analog
digital
Dauer
Unter 2 Stunden

Legende

  • Icebreaker: Kurze Formate, die zu Beginn von Veranstaltungen das Klima auflockern und für eine positive Stimmung sorgen. Sie können auch nach Pausen (Warmup/Energizer) eingesetzt werden.
  • Informieren: Zusammenstellung bzw. Vermittlung von Informationen, oft als Grundlage für folgende Beteiligung.
  • Aktivieren: Gewinnung von Beteiligten bzw. Motivation für ein Thema bzw. Anliegen.
  • Diskussion starten: Einstieg in  dialogische Prozesse mit dem Ziel, alle Anwesenden einzubeziehen.
  • Meinungen und Reaktionen: Formate, die möglichst viele Beteiligte dazu motivieren, ihre Sichtweise mit der Gruppe zu teilen.
  • Analysieren: Gemeinsames Verständnis für eine Situation, einen Konflikt oder eine Herausforderung entwickeln.
  • Planen und entwickeln: Formate, die die Erarbeitung gemeinsamer Strategien ermöglichen.
  • Entscheiden: Formate, die Abstimmungen oder Meinungsbilder ermöglichen.
  • Vernetzen: Formate, die Beteiligte miteinander in den aktiven Austausch bringen.
  • Längerfristig zusammenarbeiten: Formate mit dem Ziel, auch nach dem unmittelbaren Austausch gemeinsam Ziele zu realisieren.
  • Konflikte bearbeiten: Formate, die einen wertschätzenden Austausch zu Konfliktthemen ermöglichen.
  • Betriebserschließung: Formate, die sich in der Aktivierung von Beschäftigten in noch nicht erschlossenen Betrieben einsetzen lassen.
  • Betriebsrat: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Betriebsrat.
  • Vertrauensleute: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Vertrauenskörper.
  • Arbeitgeber: Formate, die Arbeitgeber zur Beteiligung der Belegschaft nutzen können.
  • Mitgliederbeteiligung: Formate zur Beteiligung von Mitgliedern der Gewerkschaft außerhalb von Betrieben.
  • Mitgliederwerbung: Formate, die im Kontext von Werbemaßnahmen hilfreich sein können.
  • Tarifverhandlungen: Formate zur Vorbereitung oder Begleitung von Tarifverhandlungen in der Fläche oder im Betrieb.
  • Krisen in Unternehmen: Formate zur Begleitung von krisenbedingten Verhandlungen in Unternehmen durch Betriebsrat oder Gewerkschaft.
  • gering: Das Format kann von Menschen mit etwas Moderationserfahrung aber ohne spezifische Vorkenntnisse umgesetzt werden.
  • mittel: Die Moderation sollte über einschlägige Erfahrung verfügen bzw sich anhand der Tipps sorgfältig vorbereiten.
  • hoch: Praktische Erfahrung mit diesem Format ist erforderlich, evtl. ist eine externe Moderation zu prüfen.
  • Analog: Formate, die gemeinsam in Präsenz an einem Ort durchgeführt werden.
  • Hybrid: Formate, die auch hybrid möglich sind, bei denen also ein Teil der Mitwirkenden vor Ort ist, ein anderer Teil digital zugeschaltet werden kann.
  • Digital: Formate für den digitalen Raum (z.B. in Online-Foren oder Video-Calls.
  • klein: Gruppen von unter 8 Personen.
  • mittel: Typische Gruppengrößen zwischen ca. 8 und 40 Personen.
  • groß: Großgruppen über 40 Personen.
  • Tool: Kleine Tools, um bestimmte Aufgaben (Gruppeneinteilung, Meinungsbilder, etc.) in einem Prozess zu bewältigen. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten.
  • Unter 2 Stunden: Kürzere Formate, die im Normalfall in eine typische Veranstaltung integriert werden können.
  • Halber Tag: Formate, die in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden benötigen.
  • Eintägig: Größere Formate, die zwischen 4 und 8 Stunden Zeit benötigen und als eigenständige Tagesveranstaltung konzipiert sind.
  • Mehrere Tage: Komplette Prozess-Formate, die aus mehreren Bausteinen bestehen, die oftmals auch mit einem bestimmten zeitlichen Abstand aufeinander folgen sollen.
Ähnlich: Erwartungsanalyse
Bei Beteiligungsprozessen treffen unterschiedliche Erwartungen aufeinander – von Beteiligern als auch von Beteiligten. Die Erwartungsanalyse macht diese sichtbar und schafft eine gemeinsame Grundlage für ein transparentes Miteinander.