Entscheidungstorte

Diese kreative Methode macht sichtbar, welche Aspekte eines Themas den einzelnen Teilnehmenden besonders wichtig sind. Sie bringt persönliche Betroffenheit in Entscheidungsprozesse ein, regt den Austausch an und hilft, gemeinsame Prioritäten zu erkennen – auf eine einfache, anschauliche und partizipative Weise. 

Sinn und Zweck

  • Interessen und Betroffenheit sichtbar machen: Die Methode ermöglicht es allen Teilnehmenden, ihre persönliche Betroffenheit bezogen auf ein Thema auszudrücken. Die visuelle Darstellung über die „Torte“ schafft einen niedrigschwelligen Zugang, gerade auch für Personen mit weniger Erfahrungen in Entscheidungsprozessen. 
  • Austausch anregen: Durch das Gestalten und Besprechen der Torten entstehen Gesprächsanlässe und Perspektivwechsel. Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Prioritäten werden sichtbar und können offen thematisiert werden. 
  • Kollektive Prioritäten identifizieren: Die einzelnen Gewichtungen werden zusammengeführt, sodass sich ein gemeinsames Bild ergibt: Welche Themen sind besonders wichtig für die Gruppe? Wo liegen gemeinsame Interessen, wo Spannungsfelder?  

Ressourcen (Raum, Material u.a.)

Raum: 
  • Raum, der ausreichend Platz an Tischen bietet, um die Torten zu bemalen. 
 Material: 
  • Papierkreise oder Pappteller 
  • Stifte in verschiedenen Farben, Schere, Klebeband 
  • Pinnwand mit Pinnnadeln oder Tafel mit Magneten 
  • Evtl. Flipchart 

Ablauf

1. Aspekte sammeln
  • Gemeinsam sammeln die Teilnehmenden einzelne Aspekte zu einem übergeordneten Thema, die bei der Umsetzung eine relevante Rolle spielen.
  • Die Aspekte werden für alle gut sichtbar gesammelt, zum Beispiel an einer Tafel oder auf einem Flipchart.
  • Bei einer anstehenden Haustarifverhandlung könnten das z. B. Freizeit, Entgelt, Urlaubstage, Weiterbildungsangebote, Jobgarantie etc. sein.
2. Tortenstücke zuteilen
  • Jede*r Teilnehmende erhält einen Papierkreis (es kann auch ein Pappteller sein). Dies ist „seine“ oder „ihre“ Torte.
  • Die zuvor gesammelten Punkte kann nun jede*r Teilnehmende anhand seiner oder ihrer eigenen subjektiven Empfindung gewichten.
  • Dazu teilen sie jedem für sie selbst relevanten Aspekte ein Stück ihrer Torte zu – je größer das Stück, desto wichtiger ist der Aspekt für die jeweilige Person.
  • Die Stücke sollten farblich markiert und beschriftet werden und dann ausgeschnitten werden.
3. Auswertung & Diskussion
  • Zur Auswertung werden mit allen zerschnittenen Torten neue Torten gebaut, wobei jede Torte immer nur aus Tortenstücken des jeweiligen Aspekts besteht: Der erste Kuchen wird somit aus den Kuchenstücken gebaut, die sich auf Aspekt 1 beziehen usw.
  • Die so erzeugten, unterschiedlich großen Kreise können abschließend debattiert und beurteilt werden. Je größer eine Torte ist, umso wichtiger finden die Teilnehmenden den betreffenden Themenaspekt. Kleinere Kreise signalisieren eine tendenziell eher nachrangige Bedeutung des Themenpunktes.

Tipps und Stolperfallen

  • Klärt vorher, dass alle das Thema verstanden haben und auch alle unter den gesammelten Aspekten das Gleiche verstehen, damit die Einteilungen miteinander vergleichbar sind.  
  • Bei sensiblen Themen sollte die Visualisierung freiwillig sein oder anonym gestaltet werden. 

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Aufgaben
Meinungen und Reaktionen
Entscheiden
Kontext
Betriebserschließung
Betriebsrat
Vertrauensleute
Tarifverhandlungen
Krisen in Unternehmen
Schwierigkeit
gering
Gruppengröße
klein
mittel
Kanal
analog
Dauer
Tool

Legende

  • Icebreaker: Kurze Formate, die zu Beginn von Veranstaltungen das Klima auflockern und für eine positive Stimmung sorgen. Sie können auch nach Pausen (Warmup/Energizer) eingesetzt werden.
  • Informieren: Zusammenstellung bzw. Vermittlung von Informationen, oft als Grundlage für folgende Beteiligung.
  • Aktivieren: Gewinnung von Beteiligten bzw. Motivation für ein Thema bzw. Anliegen.
  • Diskussion starten: Einstieg in  dialogische Prozesse mit dem Ziel, alle Anwesenden einzubeziehen.
  • Meinungen und Reaktionen: Formate, die möglichst viele Beteiligte dazu motivieren, ihre Sichtweise mit der Gruppe zu teilen.
  • Analysieren: Gemeinsames Verständnis für eine Situation, einen Konflikt oder eine Herausforderung entwickeln.
  • Planen und entwickeln: Formate, die die Erarbeitung gemeinsamer Strategien ermöglichen.
  • Entscheiden: Formate, die Abstimmungen oder Meinungsbilder ermöglichen.
  • Vernetzen: Formate, die Beteiligte miteinander in den aktiven Austausch bringen.
  • Längerfristig zusammenarbeiten: Formate mit dem Ziel, auch nach dem unmittelbaren Austausch gemeinsam Ziele zu realisieren.
  • Konflikte bearbeiten: Formate, die einen wertschätzenden Austausch zu Konfliktthemen ermöglichen.
  • Betriebserschließung: Formate, die sich in der Aktivierung von Beschäftigten in noch nicht erschlossenen Betrieben einsetzen lassen.
  • Betriebsrat: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Betriebsrat.
  • Vertrauensleute: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Vertrauenskörper.
  • Arbeitgeber: Formate, die Arbeitgeber zur Beteiligung der Belegschaft nutzen können.
  • Mitgliederbeteiligung: Formate zur Beteiligung von Mitgliedern der Gewerkschaft außerhalb von Betrieben.
  • Mitgliederwerbung: Formate, die im Kontext von Werbemaßnahmen hilfreich sein können.
  • Tarifverhandlungen: Formate zur Vorbereitung oder Begleitung von Tarifverhandlungen in der Fläche oder im Betrieb.
  • Krisen in Unternehmen: Formate zur Begleitung von krisenbedingten Verhandlungen in Unternehmen durch Betriebsrat oder Gewerkschaft.
  • gering: Das Format kann von Menschen mit etwas Moderationserfahrung aber ohne spezifische Vorkenntnisse umgesetzt werden.
  • mittel: Die Moderation sollte über einschlägige Erfahrung verfügen bzw sich anhand der Tipps sorgfältig vorbereiten.
  • hoch: Praktische Erfahrung mit diesem Format ist erforderlich, evtl. ist eine externe Moderation zu prüfen.
  • Analog: Formate, die gemeinsam in Präsenz an einem Ort durchgeführt werden.
  • Hybrid: Formate, die auch hybrid möglich sind, bei denen also ein Teil der Mitwirkenden vor Ort ist, ein anderer Teil digital zugeschaltet werden kann.
  • Digital: Formate für den digitalen Raum (z.B. in Online-Foren oder Video-Calls.
  • klein: Gruppen von unter 8 Personen.
  • mittel: Typische Gruppengrößen zwischen ca. 8 und 40 Personen.
  • groß: Großgruppen über 40 Personen.
  • Tool: Kleine Tools, um bestimmte Aufgaben (Gruppeneinteilung, Meinungsbilder, etc.) in einem Prozess zu bewältigen. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten.
  • Unter 2 Stunden: Kürzere Formate, die im Normalfall in eine typische Veranstaltung integriert werden können.
  • Halber Tag: Formate, die in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden benötigen.
  • Eintägig: Größere Formate, die zwischen 4 und 8 Stunden Zeit benötigen und als eigenständige Tagesveranstaltung konzipiert sind.
  • Mehrere Tage: Komplette Prozess-Formate, die aus mehreren Bausteinen bestehen, die oftmals auch mit einem bestimmten zeitlichen Abstand aufeinander folgen sollen.