Zielscheibe

Die Zielscheibe ist ein einfach einzusetzendes Tool, mit dem Gruppen jeder Größe gemeinsam Priorisierungen von Vorhaben oder Forderungen vornehmen können. Darüber hinaus dient sie auch zur Evaluation von bereits gestarteten oder abgeschlossenen Projekten, sowie der schnellen Visualisierung eines Meinungsbildes.  

Sinn und Zweck

  • Scheller Überblick über die Verteilung: Die Zielscheibe ermöglicht es auf eine schnelle unkomplizierte Weise, ein Meinungsbild der Beschäftigten zu einem bestimmten Thema zu erhalten.  
  • Einfache Auswertung: Das Ergebnis der Zielscheibe lässt sich leicht interpretieren. So kann ohne großen Aufwand darauf eingegangen werden.  
  • Niedrigschwellige Beteiligung: Auch zurückhaltenden Teilnehmende können durch das einfache Setzen von Punkten ihre Meinung abgeben, ohne diese begründen zu müssen. So wird die Verteilung nicht durch besonders dominant diskutierende Teilnehmende verzerrt.  

Ressourcen (Raum, Material u.a.)

Raum:  
  • Seminar- oder Gruppenraum mit ausreichend Platz, um sich um die Zielscheibe zu versammeln. 
Material: 
  • Zielscheibe: Poster, Tafel oder ähnliches mit aufgemalter Zielscheibe. 
  • Klebepunkte 

Ablauf

1. Vorbereitung der Zielscheibe 
  • Zunächst wird auf ein Plakat, eine Tafel oder ähnliches eine Zielscheibe aufgemalt. 
  • Diese wird anschließend in verschiedene Bereiche aufgeteilt, wobei jeder Bereich je einem Thema zugeordnet ist. Es bietet sich an, etwa vier bis sechs verschiedene Bereiche voneinander abzutrennen.  
  • Diese Bereiche werden am Rand mit der abzufragenden Forderung oder dem Vorhaben beschriftet. 
2. Abfragen des Meinungsbildes 
  • Alle Teilnehmenden erhalten nun die Möglichkeit, entweder mit Hilfe von Klebepunkten oder mit Kreuzen, die einzelnen Bereiche auf der Zielscheibe zu bewerten.  
  • Je näher die Markierung einer Kategorie am Mittelpunkt der Zielscheibe ist, umso besser beziehungsweise positiver wir der Bereich bewertet.  
3. Besprechung der Ergebnisse 
  • Nachdem alle Teilnehmenden ihre Punkte auf der Zielscheibe verteilt haben, wird über das Ergebnis gesprochen.  
  • Dieser Teil der Methode sollte moderiert stattfinden.  
  • Dabei kann zunächst auf die Verteilung der Stimmen eingegangen werden und evaluiert werden, welche Vorhaben in Zukunft die höchste Priorität haben beziehungsweise wie zufrieden die Teilnehmenden mit den jeweils abgefragten Themen sind.  
  • In einem weiteren Schritt kann zusätzlich auf die Bewertungsgründe eingegangen werden. Da diese durch die Zielscheibe nicht abgebildet werden, muss dazu eine gezielte Abfrage durch die Moderation gestartet werden.

Tipps und Stolperfallen

  • Der große Vorteil dieser Methode ist ihre Einfachheit, die es unkompliziert ermöglicht, einen schnellen Überblick über das in der Gruppe herrschende Meinungsbild zu erhalten. Allerdings ist mittels der Methode kein Rückschluss auf die Bewertungsgründe möglich. Deshalb bietet es sich an, im Anschluss eine kleine Diskussion einzuleiten, bei der den Teilnehmenden die Möglichkeit zur Feedbackabgabe gewährt wird. 
  • Alternativ kann die Zielscheibe auch der Evaluation bestimmter Themen dienen, von denen die gesamte Abteilung oder der gesamte Betrieb betroffen ist. Dann kann es durchaus sinnvoll sein, die Zielscheibe an einen öffentlichen Ort zu hängen, der von möglichst vielen Beschäftigten passiert wird (z.B. Pausenraum, Cafeteria, Eingangsbereich). So können diese ihre Meinung anonym abgeben und die Führungsebene auf das Ergebnis entsprechend reagieren.  

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Aufgaben
Meinungen und Reaktionen
Entscheiden
Kontext
Betriebserschließung
Vertrauensleute
Mitgliederbeteiligung
Tarifverhandlungen
Schwierigkeit
gering
Gruppengröße
klein
mittel
groß
Kanal
analog
Dauer
Tool

Legende

  • Icebreaker: Kurze Formate, die zu Beginn von Veranstaltungen das Klima auflockern und für eine positive Stimmung sorgen. Sie können auch nach Pausen (Warmup/Energizer) eingesetzt werden.
  • Informieren: Zusammenstellung bzw. Vermittlung von Informationen, oft als Grundlage für folgende Beteiligung.
  • Aktivieren: Gewinnung von Beteiligten bzw. Motivation für ein Thema bzw. Anliegen.
  • Diskussion starten: Einstieg in  dialogische Prozesse mit dem Ziel, alle Anwesenden einzubeziehen.
  • Meinungen und Reaktionen: Formate, die möglichst viele Beteiligte dazu motivieren, ihre Sichtweise mit der Gruppe zu teilen.
  • Analysieren: Gemeinsames Verständnis für eine Situation, einen Konflikt oder eine Herausforderung entwickeln.
  • Planen und entwickeln: Formate, die die Erarbeitung gemeinsamer Strategien ermöglichen.
  • Entscheiden: Formate, die Abstimmungen oder Meinungsbilder ermöglichen.
  • Vernetzen: Formate, die Beteiligte miteinander in den aktiven Austausch bringen.
  • Längerfristig zusammenarbeiten: Formate mit dem Ziel, auch nach dem unmittelbaren Austausch gemeinsam Ziele zu realisieren.
  • Konflikte bearbeiten: Formate, die einen wertschätzenden Austausch zu Konfliktthemen ermöglichen.
  • Betriebserschließung: Formate, die sich in der Aktivierung von Beschäftigten in noch nicht erschlossenen Betrieben einsetzen lassen.
  • Betriebsrat: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Betriebsrat.
  • Vertrauensleute: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Vertrauenskörper.
  • Arbeitgeber: Formate, die Arbeitgeber zur Beteiligung der Belegschaft nutzen können.
  • Mitgliederbeteiligung: Formate zur Beteiligung von Mitgliedern der Gewerkschaft außerhalb von Betrieben.
  • Mitgliederwerbung: Formate, die im Kontext von Werbemaßnahmen hilfreich sein können.
  • Tarifverhandlungen: Formate zur Vorbereitung oder Begleitung von Tarifverhandlungen in der Fläche oder im Betrieb.
  • Krisen in Unternehmen: Formate zur Begleitung von krisenbedingten Verhandlungen in Unternehmen durch Betriebsrat oder Gewerkschaft.
  • gering: Das Format kann von Menschen mit etwas Moderationserfahrung aber ohne spezifische Vorkenntnisse umgesetzt werden.
  • mittel: Die Moderation sollte über einschlägige Erfahrung verfügen bzw sich anhand der Tipps sorgfältig vorbereiten.
  • hoch: Praktische Erfahrung mit diesem Format ist erforderlich, evtl. ist eine externe Moderation zu prüfen.
  • Analog: Formate, die gemeinsam in Präsenz an einem Ort durchgeführt werden.
  • Hybrid: Formate, die auch hybrid möglich sind, bei denen also ein Teil der Mitwirkenden vor Ort ist, ein anderer Teil digital zugeschaltet werden kann.
  • Digital: Formate für den digitalen Raum (z.B. in Online-Foren oder Video-Calls.
  • klein: Gruppen von unter 8 Personen.
  • mittel: Typische Gruppengrößen zwischen ca. 8 und 40 Personen.
  • groß: Großgruppen über 40 Personen.
  • Tool: Kleine Tools, um bestimmte Aufgaben (Gruppeneinteilung, Meinungsbilder, etc.) in einem Prozess zu bewältigen. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten.
  • Unter 2 Stunden: Kürzere Formate, die im Normalfall in eine typische Veranstaltung integriert werden können.
  • Halber Tag: Formate, die in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden benötigen.
  • Eintägig: Größere Formate, die zwischen 4 und 8 Stunden Zeit benötigen und als eigenständige Tagesveranstaltung konzipiert sind.
  • Mehrere Tage: Komplette Prozess-Formate, die aus mehreren Bausteinen bestehen, die oftmals auch mit einem bestimmten zeitlichen Abstand aufeinander folgen sollen.
Ähnlich: Seestern
Mit der Seestern Methode kann rasch und unter Beteiligung aller Teilnehmenden geklärt werden, wie ein gemeinsames Vorhaben angegangen werden soll.