Dragon Dreaming

Dragon Dreaming ist eine Methode, mit der Gruppen gemeinsam Projekte planen und umsetzen können. Sie hilft dabei, aus den Ideen und Träumen einzelner Personen ein gemeinsames Ziel zu machen. Dabei werden nicht nur Verstand und Wissen genutzt, sondern auch Gefühle, Intuition und Kreativität. Das Besondere: Ein Projekt soll nicht nur erfolgreich sein, sondern auch die Menschen verbinden und ihnen das Gefühl vermitteln, etwas Gutes und Sinnvolles zu leisten. Der Ablauf folgt vier Schritten: Träumen, Planen, Handeln und Feiern. 

Sinn und Zweck

  • Visionen gemeinsam verwirklichen: Aus individuellen Ideen entsteht ein kollektiver Traum, der als gemeinsame Vision umgesetzt wird. 
  • Lernendes Arbeiten fördern: Der Projektverlauf ist zyklisch statt linear – Reflexion, Feedback und Anpassung sind integrale Bestandteile. 
  • Erfolge bewusst feiern: Durch das bewusste Feiern werden Fortschritte gewürdigt und das Team gestärkt – auch Misserfolge gelten als Lernchancen. 

Ressourcen (Raum, Material u.a.)

Raum:  
  • Seminarraum mit genügend Platz für alle Teilnehmenden und die Möglichkeit, die Sitzordnung flexibel zu ändern. 
  • Gruppentische, Stuhlkreis 
 Material: 
  • Großer Arbeitsbogen, Tafel, Flipchart für den Spielplan 
  • Gut ausgestatteter Moderationskoffer mit diversen Klebezetteln und Klebepunkten

Ablauf

Dragon Dreaming ist in vier Phasen eingeteilt. Alles wird auf einem großen Arbeitsbogen festgehalten, der den Spielplan darstellt. Der Spielplan wird über die gesamte Dauer des Projektes im Auge behalten und aktualisiert. Er soll helfen, die Vision strukturiert in die Tat umzusetzen.

1. Träumen: Vision entwickeln
  • Die Moderation eröffnet mit einer kurzen Vorstellung der Projektidee.
  • Alle Teilnehmenden bringen spontan ihre Träume, Wünsche und Ideen ein – ohne Bewertung oder Einschränkung. Dabei geht es um zwangloses Träumen und Assoziieren, nicht um Praktikabilität, Kosten oder ähnliches. Alles hat zunächst seine Berechtigung.
  • Leitfrage: „Was müsste dieses Projekt bewirken, damit ich am Ende sagen kann: Es hat sich wirklich gelohnt?“
  • Alle Beiträge werden sichtbar gesammelt (z. B. auf einem Flipchart).
  • Ziel ist ein gemeinsames Verständnis davon, wofür das Projekt wirklich stehen soll.
2. Planen: Vision konkretisieren
  • Alle gesammelten Ideen werden vorgelesen und auf ein Flipchart o. ä . übertragen
  • Anschließend geht es darum zu priorisieren: Alle schreiben die für sie wichtigsten Ideen auf Klebezettel.
  • Die Zettel werden thematisch geordnet und mit Klebepunkten durch die Teilnehmenden gewichtet.
  • Daraus entsteht das Traummanifest – eine gemeinsame Projektvision mit klaren Schwerpunkten.
  • Im nächsten Schritt werden Strategien, Meilensteine, erste Aktivitäten und ein grobes Budget entwickelt.
  • Alles wird auf dem Spielplan als visuelle Projektlandkarte festgehalten.
3. Handeln: Projekt umsetzen
  • In der dritten soll die Umsetzung des Projektes gemanaget werden. Alle Schritte, Entwicklungen und (Zwischen-)Ziele werden auf dem Spielplan festgehalten.
  • Diese Phase basiert auf Selbstorganisation: Jede*r bringt sich dort ein, wo Motivation und Kompetenzen liegen.
  • Der Spielplan dient als Orientierungs- und Reflexionsinstrument: Was wurde erreicht, was steht an, was hat sich verändert?
  • Projektarbeit ist dynamisch: Rollen, Aufgaben und Verantwortlichkeiten dürfen sich im Prozess wandeln.
  • Transparenz, Feedback und offene Kommunikation sind essenziell.
4. Feiern: Würdigen und Lernen
  • Erfolge – ob groß oder klein – werden bewusst wahrgenommen und gefeiert.
  • Reflexionsfragen helfen beim Rückblick:
    • Was habe ich gelernt – über mich, über andere, über das Projekt?
    • Was hat gut funktioniert, was weniger?
    • Wie kann ich das Gelernte weitergeben oder ins nächste Projekt einbringen?
  • Feiern stärkt den Zusammenhalt und motiviert für neue Vorhaben.
  • Auch Scheitern wird nicht ausgeblendet, sondern als wertvoller Teil des Lernprozesses anerkannt.

Tipps und Stolperfallen

  • Raum für Intuition und Kreativität geben: Die Traumphase ist nicht zu unterschätzen. Nicht zu früh in Strukturen und Machbarkeitsdiskussionen verfallen. 
  • Professionelle Prozessbegleitung einplanen: Gerade bei intensiveren Projekten kann eine externe und erfahrende Moderation hilfreich sein. 
  • Flexibilität bewahren: Der Spielplan ist kein starres Raster, sondern ein lebendiges Werkzeug, das sich weiterentwickeln darf. 

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Aufgaben
Aktivieren
Längerfristig zusammenarbeiten
Kontext
Betriebserschließung
Betriebsrat
Vertrauensleute
Schwierigkeit
mittel
Gruppengröße
mittel
groß
Kanal
analog
Dauer
Mehrere Tage

Legende

  • Icebreaker: Kurze Formate, die zu Beginn von Veranstaltungen das Klima auflockern und für eine positive Stimmung sorgen. Sie können auch nach Pausen (Warmup/Energizer) eingesetzt werden.
  • Informieren: Zusammenstellung bzw. Vermittlung von Informationen, oft als Grundlage für folgende Beteiligung.
  • Aktivieren: Gewinnung von Beteiligten bzw. Motivation für ein Thema bzw. Anliegen.
  • Diskussion starten: Einstieg in  dialogische Prozesse mit dem Ziel, alle Anwesenden einzubeziehen.
  • Meinungen und Reaktionen: Formate, die möglichst viele Beteiligte dazu motivieren, ihre Sichtweise mit der Gruppe zu teilen.
  • Analysieren: Gemeinsames Verständnis für eine Situation, einen Konflikt oder eine Herausforderung entwickeln.
  • Planen und entwickeln: Formate, die die Erarbeitung gemeinsamer Strategien ermöglichen.
  • Entscheiden: Formate, die Abstimmungen oder Meinungsbilder ermöglichen.
  • Vernetzen: Formate, die Beteiligte miteinander in den aktiven Austausch bringen.
  • Längerfristig zusammenarbeiten: Formate mit dem Ziel, auch nach dem unmittelbaren Austausch gemeinsam Ziele zu realisieren.
  • Konflikte bearbeiten: Formate, die einen wertschätzenden Austausch zu Konfliktthemen ermöglichen.
  • Betriebserschließung: Formate, die sich in der Aktivierung von Beschäftigten in noch nicht erschlossenen Betrieben einsetzen lassen.
  • Betriebsrat: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Betriebsrat.
  • Vertrauensleute: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Vertrauenskörper.
  • Arbeitgeber: Formate, die Arbeitgeber zur Beteiligung der Belegschaft nutzen können.
  • Mitgliederbeteiligung: Formate zur Beteiligung von Mitgliedern der Gewerkschaft außerhalb von Betrieben.
  • Mitgliederwerbung: Formate, die im Kontext von Werbemaßnahmen hilfreich sein können.
  • Tarifverhandlungen: Formate zur Vorbereitung oder Begleitung von Tarifverhandlungen in der Fläche oder im Betrieb.
  • Krisen in Unternehmen: Formate zur Begleitung von krisenbedingten Verhandlungen in Unternehmen durch Betriebsrat oder Gewerkschaft.
  • gering: Das Format kann von Menschen mit etwas Moderationserfahrung aber ohne spezifische Vorkenntnisse umgesetzt werden.
  • mittel: Die Moderation sollte über einschlägige Erfahrung verfügen bzw sich anhand der Tipps sorgfältig vorbereiten.
  • hoch: Praktische Erfahrung mit diesem Format ist erforderlich, evtl. ist eine externe Moderation zu prüfen.
  • Analog: Formate, die gemeinsam in Präsenz an einem Ort durchgeführt werden.
  • Hybrid: Formate, die auch hybrid möglich sind, bei denen also ein Teil der Mitwirkenden vor Ort ist, ein anderer Teil digital zugeschaltet werden kann.
  • Digital: Formate für den digitalen Raum (z.B. in Online-Foren oder Video-Calls.
  • klein: Gruppen von unter 8 Personen.
  • mittel: Typische Gruppengrößen zwischen ca. 8 und 40 Personen.
  • groß: Großgruppen über 40 Personen.
  • Tool: Kleine Tools, um bestimmte Aufgaben (Gruppeneinteilung, Meinungsbilder, etc.) in einem Prozess zu bewältigen. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten.
  • Unter 2 Stunden: Kürzere Formate, die im Normalfall in eine typische Veranstaltung integriert werden können.
  • Halber Tag: Formate, die in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden benötigen.
  • Eintägig: Größere Formate, die zwischen 4 und 8 Stunden Zeit benötigen und als eigenständige Tagesveranstaltung konzipiert sind.
  • Mehrere Tage: Komplette Prozess-Formate, die aus mehreren Bausteinen bestehen, die oftmals auch mit einem bestimmten zeitlichen Abstand aufeinander folgen sollen.
Ähnlich: Deliberative Mapping
Das Deliberative Mapping ist ein Verfahren zur Einbindung von Betroffenen und Expert*innen in einem kontroversen Diskursprozess zu einem bestimmten Thema. Mit einer speziellen Panelstruktur soll ein dialogischer Austausch ermöglicht werden, ohne dass der Meinungsbildungsprozess von Fachleuten dominiert wird.