Worldcafé

Ein Worldcafé ist eine Methode zur strukturierten, dialogorientierten Gruppenkommunikation in einer wenig formalisierten Atmosphäre – ähnlich wie in der Caféhaus-/Salonkultur. Kleingruppen diskutieren wechselnd an verschiedenen Tischen über festgelegte Fragestellungen. Durch die Rotation der Teilnehmenden entstehen Vernetzung, Perspektivwechsel und ein gemeinsames Verständnis komplexer Themen. 

Sinn und Zweck

  • Offene, kreative Arbeitsatmosphäre schaffen: Die Café-ähnliche Umgebung regt den informellen Austausch an und schafft Raum für kreative, auch unfertige Ideen. 
  • Wissen und Perspektiven verbinden: Durch wechselnde Tischgruppen treffen vielfältige Erfahrungen und Sichtweisen aufeinander. 
  • Strukturierter, partizipativer Dialog: Klare Fragestellungen an jedem Tisch erleichtern den Einstieg und fördern fokussierte Gespräche in kleiner Runde. 

Ressourcen (Raum, Material u.a.)

Raum:  
  • Großer Raum, in dem alle Teilnehmenden zur Abschlussdiskussion zusammenkommen können.  
  • Mehrere kleine Tische, je nach der Anzahl der Diskussionsfragen. 
Material: 
  • Papier-Tischdecke, Flipchart oder große Moderationskarten zum Festhalten der Ideen 
  • Notizzettel und Stifte für alle Teilnehmenden zum Brainstorming 
  • Optional: Laptop, Tablet auf dem die gastgebende Person die Ergebnisse sammelt 

Ablauf

1. Sammlung und Zuteilung der Fragen
  • Zu Beginn sammelt die Moderation gemeinsam mit den Teilnehmenden zentrale Fragestellungen.
  • Jede Frage wird einem Tisch zugeordnet.
  • Für jeden Tisch wird eine gastgebende Person benannt – sie bleibt während aller Runden am Tisch und sichert die Kontinuität der Diskussion.
  • Die übrigen Teilnehmenden verteilen sich gleichmäßig auf die Tische.
2. Erste Gesprächsrunde
  • Die erste Tischrunde beginnt. Die gastgebende Person stellt die Fragestellung vor.
  • Die Gruppe diskutiert ca. 10–20 Minuten.
  • Ergebnisse, Gedanken oder Ideen werden direkt auf dem Tischpapier, Flipchart oder Karten festgehalten.
3. Gruppenrotation
  • Nach Ablauf der Zeit wechseln die Teilnehmenden zu einem anderen Tisch (und somit zu einer neuen Fragestellung).
  • Die gastgebende Person führt in die bisherige Diskussion und die gesammelten Ergebnisse ein.
  • Die neue Gruppe baut darauf auf: ergänzt, vertieft oder bringt neue Perspektiven ein.
4. Weitere Runden
  • Der Wechsel kann je nach Zeit und Anzahl der Fragestellungen mehrfach erfolgen.
  • Ziel ist, dass möglichst viele Teilnehmende zu möglichst vielen Themen beitragen können.
5. Ergebnispräsentation im Plenum
  • Nach der letzten Runde präsentieren die gastgebenden Personen die zusammengetragenen Ergebnisse ihrer Tische im Plenum.
  • Eine moderierte Abschlussdiskussion oder gemeinsame Reflexion kann das World Café abrunden.

Tipps und Stolperfallen

  • Es ist auch möglich, die Themen an den Tischen vorher durch die Veranstaltenden festzulegen. 
  • Drei bis fünf Themen sind oft ausreichend – zu viele Tische führen zu Zeitdruck oder Oberflächlichkeit. 

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Aufgaben
Aktivieren
Diskussion starten
Meinungen und Reaktionen
Analysieren
Planen und entwickeln
Vernetzen
Kontext
Betriebserschließung
Betriebsrat
Vertrauensleute
Arbeitgeber
Mitgliederbeteiligung
Mitgliederwerbung
Schwierigkeit
mittel
Gruppengröße
mittel
groß
Kanal
analog
Dauer
Halber Tag
Eintägig

Legende

  • Icebreaker: Kurze Formate, die zu Beginn von Veranstaltungen das Klima auflockern und für eine positive Stimmung sorgen. Sie können auch nach Pausen (Warmup/Energizer) eingesetzt werden.
  • Informieren: Zusammenstellung bzw. Vermittlung von Informationen, oft als Grundlage für folgende Beteiligung.
  • Aktivieren: Gewinnung von Beteiligten bzw. Motivation für ein Thema bzw. Anliegen.
  • Diskussion starten: Einstieg in  dialogische Prozesse mit dem Ziel, alle Anwesenden einzubeziehen.
  • Meinungen und Reaktionen: Formate, die möglichst viele Beteiligte dazu motivieren, ihre Sichtweise mit der Gruppe zu teilen.
  • Analysieren: Gemeinsames Verständnis für eine Situation, einen Konflikt oder eine Herausforderung entwickeln.
  • Planen und entwickeln: Formate, die die Erarbeitung gemeinsamer Strategien ermöglichen.
  • Entscheiden: Formate, die Abstimmungen oder Meinungsbilder ermöglichen.
  • Vernetzen: Formate, die Beteiligte miteinander in den aktiven Austausch bringen.
  • Längerfristig zusammenarbeiten: Formate mit dem Ziel, auch nach dem unmittelbaren Austausch gemeinsam Ziele zu realisieren.
  • Konflikte bearbeiten: Formate, die einen wertschätzenden Austausch zu Konfliktthemen ermöglichen.
  • Betriebserschließung: Formate, die sich in der Aktivierung von Beschäftigten in noch nicht erschlossenen Betrieben einsetzen lassen.
  • Betriebsrat: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Betriebsrat.
  • Vertrauensleute: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Vertrauenskörper.
  • Arbeitgeber: Formate, die Arbeitgeber zur Beteiligung der Belegschaft nutzen können.
  • Mitgliederbeteiligung: Formate zur Beteiligung von Mitgliedern der Gewerkschaft außerhalb von Betrieben.
  • Mitgliederwerbung: Formate, die im Kontext von Werbemaßnahmen hilfreich sein können.
  • Tarifverhandlungen: Formate zur Vorbereitung oder Begleitung von Tarifverhandlungen in der Fläche oder im Betrieb.
  • Krisen in Unternehmen: Formate zur Begleitung von krisenbedingten Verhandlungen in Unternehmen durch Betriebsrat oder Gewerkschaft.
  • gering: Das Format kann von Menschen mit etwas Moderationserfahrung aber ohne spezifische Vorkenntnisse umgesetzt werden.
  • mittel: Die Moderation sollte über einschlägige Erfahrung verfügen bzw sich anhand der Tipps sorgfältig vorbereiten.
  • hoch: Praktische Erfahrung mit diesem Format ist erforderlich, evtl. ist eine externe Moderation zu prüfen.
  • Analog: Formate, die gemeinsam in Präsenz an einem Ort durchgeführt werden.
  • Hybrid: Formate, die auch hybrid möglich sind, bei denen also ein Teil der Mitwirkenden vor Ort ist, ein anderer Teil digital zugeschaltet werden kann.
  • Digital: Formate für den digitalen Raum (z.B. in Online-Foren oder Video-Calls.
  • klein: Gruppen von unter 8 Personen.
  • mittel: Typische Gruppengrößen zwischen ca. 8 und 40 Personen.
  • groß: Großgruppen über 40 Personen.
  • Tool: Kleine Tools, um bestimmte Aufgaben (Gruppeneinteilung, Meinungsbilder, etc.) in einem Prozess zu bewältigen. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten.
  • Unter 2 Stunden: Kürzere Formate, die im Normalfall in eine typische Veranstaltung integriert werden können.
  • Halber Tag: Formate, die in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden benötigen.
  • Eintägig: Größere Formate, die zwischen 4 und 8 Stunden Zeit benötigen und als eigenständige Tagesveranstaltung konzipiert sind.
  • Mehrere Tage: Komplette Prozess-Formate, die aus mehreren Bausteinen bestehen, die oftmals auch mit einem bestimmten zeitlichen Abstand aufeinander folgen sollen.
Ähnlich: Impulsforum
Das Impulsforum dient dazu, den Dialog zwischen Beschäftigten zu fördern, das Meinungsbild der Belegschaft zu erfassen und die aktive Entwicklung einer kollektiven Position zu fördern.
Ähnlich: Open Space Konferenz
Open Space eignet sich als Initialzündung für ein Vorhaben, das mit einer Ideensammlung auf breiter Basis beginnen soll und in dem viele, ganz unterschiedliche Personen an einem komplexen Thema arbeiten sollen.
Ähnlich: Barcamp
Bei diesem Format können sich Menschen intensiv zu den Themen austauschen, die sie bewegen. Der wesentliche Unterschied zu herkömmlichen Tagungen ist, dass es keine vorher fixierten und angekündigten Referent*innen oder Workshop-Leiter*innen gibt.