Kugellager

Das Kugellager ist eine dynamische Gesprächsmethode, die in kurzer Zeit persönlichen Austausch mit verschiedenen Menschen ermöglicht. Sie eignet sich besonders für aktivierende Einstiege, Meinungsbildung oder zur Reflexion von Themen in größeren Gruppen.

Sinn und Zweck

  • Geregeltes Sprechen und Zuhören: Durch eine klare Zeitverteilung erhält jede Person gleich viel Raum zur Äußerung. Unterbrechungen werden vermieden und aktives Zuhören gefördert. Die kurzen Gesprächszeiten fördern zudem einen zielgerichteten Austausch. 
  • Aktivierung aller Teilnehmenden: Auch Personen ohne feste Meinung werden eingebunden. Jeder bekommt die Gelegenheit, sich im geschützten Rahmen zu äußern. 

Ressourcen (Raum, Material u.a.)

Raum: 
  • Seminarraum mit ausreichend Platz für alle Teilnehmenden und genug Bewegungsfreiheit.  
  • Optional: zwei ineinander stehende Stuhlkreise. 
 Material: 
  • Stift und Papier für Notizen 
  • Flipchart und Marker für die Ergebnisse und Evaluation 

Ablauf

1. Vorbereitung und Einführung ins Thema
  • Zu Beginn des Kugellagers werden die Teilnehmenden aufgefordert, sich in einem Innen- und einem Außenkreis aufzustellen, die zueinander gerichtet sind.
  • Die eine Gruppe stellt sich in einem festen Innenkreis auf, die andere bildet einen beweglichen Außenkreis, sodass jede Person einer anderen gegenübersteht.
  • Die Moderation führt anschließend in das Thema ein und nennt eine Frage, eine Aussage oder einen Konfliktpunkt, über den sich die Paare austauschen sollen.
2. Gesprächsphase
  • Daraufhin fangen die Teilnehmenden an, sich zu dem genannten Thema auszutauschen.
  • Zuerst darf der Innenkreis für eine festgelegte Zeit sprechen (je nach Thema etwa 1-2 Minuten), dann wird eine Glocke geläutet und die Mitglieder des Außenkreises erhalten das Wort.
  • Beim nächsten Läuten der Glocke rückt der Außenkreis eine Position weiter, während der Innenkreis stehen bleibt.
  • In der nun folgenden Runde kann entweder das gleiche Thema weiterbehandelt oder eine neue Fragestellung bestimmt werden.
  • Dieses Verfahren kann beliebig viele Runden fortgesetzt werden, maximal so oft bis der Außenkreis einmal komplett rotiert hat.
3. Ergebnisbesprechung
  • Nach Ende des Austausches kommen alle Teilnehmenden im Plenum zusammen und tauschen ihre Ergebnisse aus.
  • Diese werden von der Moderation notiert.
  • Optional bekommen die Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre Eindrücke und Erfahrungen aus den Gesprächen zu berichten und Feedback zu geben.

Tipps und Stolperfallen

  • Optional kann es, nachdem beide Partner*innen ihre Einstellung dargelegt haben, auch einen dritten Zeitabschnitt für eine kurze Diskussion geben.  
  • Je nachdem zu welchem Zeitpunkt die Methode angewendet wird, kann sie mehr oder weniger ausführlich angewendet werden und die Anzahl der Gesprächsphasen kann stark variieren.  

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Aufgaben
Icebreaker
Aktivieren
Diskussion starten
Meinungen und Reaktionen
Vernetzen
Kontext
Betriebserschließung
Betriebsrat
Vertrauensleute
Arbeitgeber
Mitgliederbeteiligung
Mitgliederwerbung
Schwierigkeit
gering
Gruppengröße
mittel
groß
Kanal
analog
Dauer
Tool

Legende

  • Icebreaker: Kurze Formate, die zu Beginn von Veranstaltungen das Klima auflockern und für eine positive Stimmung sorgen. Sie können auch nach Pausen (Warmup/Energizer) eingesetzt werden.
  • Informieren: Zusammenstellung bzw. Vermittlung von Informationen, oft als Grundlage für folgende Beteiligung.
  • Aktivieren: Gewinnung von Beteiligten bzw. Motivation für ein Thema bzw. Anliegen.
  • Diskussion starten: Einstieg in  dialogische Prozesse mit dem Ziel, alle Anwesenden einzubeziehen.
  • Meinungen und Reaktionen: Formate, die möglichst viele Beteiligte dazu motivieren, ihre Sichtweise mit der Gruppe zu teilen.
  • Analysieren: Gemeinsames Verständnis für eine Situation, einen Konflikt oder eine Herausforderung entwickeln.
  • Planen und entwickeln: Formate, die die Erarbeitung gemeinsamer Strategien ermöglichen.
  • Entscheiden: Formate, die Abstimmungen oder Meinungsbilder ermöglichen.
  • Vernetzen: Formate, die Beteiligte miteinander in den aktiven Austausch bringen.
  • Längerfristig zusammenarbeiten: Formate mit dem Ziel, auch nach dem unmittelbaren Austausch gemeinsam Ziele zu realisieren.
  • Konflikte bearbeiten: Formate, die einen wertschätzenden Austausch zu Konfliktthemen ermöglichen.
  • Betriebserschließung: Formate, die sich in der Aktivierung von Beschäftigten in noch nicht erschlossenen Betrieben einsetzen lassen.
  • Betriebsrat: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Betriebsrat.
  • Vertrauensleute: Formate zum Einsatz im bzw. durch den Vertrauenskörper.
  • Arbeitgeber: Formate, die Arbeitgeber zur Beteiligung der Belegschaft nutzen können.
  • Mitgliederbeteiligung: Formate zur Beteiligung von Mitgliedern der Gewerkschaft außerhalb von Betrieben.
  • Mitgliederwerbung: Formate, die im Kontext von Werbemaßnahmen hilfreich sein können.
  • Tarifverhandlungen: Formate zur Vorbereitung oder Begleitung von Tarifverhandlungen in der Fläche oder im Betrieb.
  • Krisen in Unternehmen: Formate zur Begleitung von krisenbedingten Verhandlungen in Unternehmen durch Betriebsrat oder Gewerkschaft.
  • gering: Das Format kann von Menschen mit etwas Moderationserfahrung aber ohne spezifische Vorkenntnisse umgesetzt werden.
  • mittel: Die Moderation sollte über einschlägige Erfahrung verfügen bzw sich anhand der Tipps sorgfältig vorbereiten.
  • hoch: Praktische Erfahrung mit diesem Format ist erforderlich, evtl. ist eine externe Moderation zu prüfen.
  • Analog: Formate, die gemeinsam in Präsenz an einem Ort durchgeführt werden.
  • Hybrid: Formate, die auch hybrid möglich sind, bei denen also ein Teil der Mitwirkenden vor Ort ist, ein anderer Teil digital zugeschaltet werden kann.
  • Digital: Formate für den digitalen Raum (z.B. in Online-Foren oder Video-Calls.
  • klein: Gruppen von unter 8 Personen.
  • mittel: Typische Gruppengrößen zwischen ca. 8 und 40 Personen.
  • groß: Großgruppen über 40 Personen.
  • Tool: Kleine Tools, um bestimmte Aufgaben (Gruppeneinteilung, Meinungsbilder, etc.) in einem Prozess zu bewältigen. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten.
  • Unter 2 Stunden: Kürzere Formate, die im Normalfall in eine typische Veranstaltung integriert werden können.
  • Halber Tag: Formate, die in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden benötigen.
  • Eintägig: Größere Formate, die zwischen 4 und 8 Stunden Zeit benötigen und als eigenständige Tagesveranstaltung konzipiert sind.
  • Mehrere Tage: Komplette Prozess-Formate, die aus mehreren Bausteinen bestehen, die oftmals auch mit einem bestimmten zeitlichen Abstand aufeinander folgen sollen.
Ähnlich: Fluffige Fragen
Gerade zu Beginn von Prozessen und Meetings ist es wichtig, die Stimmung zu lockern und sich zugleich etwas näher kennenzulernen. Eine gute Möglichkeit dazu sind entsprechende Fragen.
Ähnlich: Schatzsuche
Die Schatzsuche hilft den Beteiligten, sich gegenseitig kennen und schätzen zu lernen. Es ermutigt die Teilnehmenden aufeinander zuzugehen und sich mit anderen auszutauschen, um Vertrauen aufzubauen.
Ähnlich: Brain Walking
Brain-Walking dient, ähnlich dem Brainstorming, dazu, neue Ideen zu generieren.